Best of Filmpodcasts

von Naima Wagner

Für alle Filmfans, die gerne zuhören, sind Podcasts ein großartiger Weg, um auf dem Laufenden zu bleiben. Ob man sich für das Geschehen vor der Kamera oder für die Menschen hinter der Kamera interessiert, für Mainstream- oder Arthouse-Kino – oder beides –, ob man Denkanstöße sucht oder auch nur ein wenig Unterhaltung: Für alle gibt es etwas zu hören.

„Close up“ von der Deutschen Filmakademie

Worum geht’s?  Ums Filmemachen – aus der Perspektive aller beteiligten Gewerke. In den ausführlichen Interviews kommen neben bekannten Regisseur/innen wie Edgar Reitz und Maria Schrader und Schauspieler/innen wie Sandra Hüller und Florian David Fitz auch Filmschaffende zu Wort, deren Arbeit deutlich bekannter ist als ihre Namen.

Wer spricht?  Schauspielerin Sabine Bormann oder Regisseur Christian Schwochow sprechen mit einer/einem Filmschaffenden. Bormann/Schwochow beginnt, nach einer kurzen Vorstellung des Gastes, mit der stets gleichen Ausgangsfrage „Warum machst du diesen Beruf?“. Daraus entwickelt sich ein Gespräch auf Augenhöhe, das tiefe Einblicke in die Motivation, die Arbeitsweise, die Biografie und das Werk des Gastes gibt.

Warum lohnt sich das Reinhören?  „Close Up“ ist der Branchen-Podcast: Es sind Gespräche unter Kolleg/innen, in denen man nicht nur viel Persönliches über den jeweiligen Gast erfährt, sondern auch Interessantes über dessen Beruf – was ich bei weniger bekannten Film-Berufen wie dem des Szenenbildners, der Stunt-Koordinatorin, des Mischtonmeisters oder der Produzentin besonders spannend finde.

„Vollbild – das Filmmagazin“ von Deutschlandfunk Kultur

Worum geht’s?  Die Sendung umfasst verschiedene Formate: Neben Interviews mit Filmschaffenden und Beiträgen zu aktuellen Anlässen wie Jahrestagen oder Festivals gibt es regelmäßig die Zusammenfassung der Kino-Neustarts „Vorgespult“ und die Kinokolumne „Top Five“.

Wer spricht?  Verschiedene Moderator/innen kommen zu Wort. Mein Lieblingsformat ist von Hartwig Tegeler: In wenigen Minuten führt er in seiner Kolumne anhand von fünf Filmen zu einem Thema auf kurzweilige Art durch die Filmgeschichte.      

Warum lohnt sich das Reinhören?  „Vollbild“ ist vielseitig und informativ und lässt sich als ganze Sendung (knapp eine Stunde) oder häppchenweise (5-15 Minuten à Beitrag) hören. So vergeht keine Woche, in der nicht etwas Spannendes dabei ist.

„Die Schaulustigen“ von ZEIT ONLINE

Worum geht’s?  Um Fernsehen, Serien und Filme, wobei Filme eher die Nebenrolle spielen. Diskutiert werden gute und schlechte Formate; dabei wird auch mal über amerikanische Comedy, das literarische Quartett oder Heidi Klum gesprochen (bei Klum wird rituell ein Zitat von Roger Willemsen verlesen). Außerdem gibt es hin und wieder Serientipps für Kevin Kühnert, der in einem verhängnisvollen Interview seine Fernsehvorlieben in der Badewanne erwähnt hat.

Wer spricht?  Matthias Kalle, stellvertretender Chefredakteur des ZEITmagazins, und Sophie Passmann, Autorin, Kolumnistin, Radiomoderatorin und Ensemble-Mitglied von „Neo Magazin Royale“ sprechen über alles Mögliche, sind dabei gern ironisch – aber auch der Meinung, dass man Trash auch einfach mal unironisch gut finden darf.

Warum lohnt sich das Reinhören?  „Die Schaulustigen“ ist ein bisschen wie das ZEITmagazin zum Hören – genauso klug und informativ aber noch unterhaltsamer.

„Eine Stunde Film“ von Deutschlandfunk Nova

Worum geht’s?  Vor allem um Neustarts im Kino und neue Serien, ein grundlegendes Interesse an Blockbustern ist vorausgesetzt. Auf dem Programm stehen regelmäßig Interviews mit Hollywood-Größen wie Jim Carrey oder Dwayne Johnson – aber auch mit Filmschaffenden der deutschen Filmszene wie dem Regisseur Jan-Ole Gerster oder der Schauspielerin und Regisseurin Katharina Wackernagel, die beide auch in der Reihe „Was tut sich – im deutschen Film?“ im DFF zu Gast waren (hier gibt es das Filmgespräch mit Katharina Wackernagel zum Nachhören und -sehen).

Wer spricht?  Der Filmjournalist Tom Westerholt moderiert kumpelhaft und flapsig – was an sich erstmal kein Problem ist – aber für meinen Geschmack etwas zu gewollt, um wirklich lustig zu sein. Oft spricht er mit der Filmkritikerin Anna Wollner, deren Beiträge wiederum auf den Punkt sind.

Warum lohnt sich das Reinhören?  Die „Eine Stunde“ (als Podcast eher eine halbe bis Dreiviertelstunde) hält mich auf dem neuesten Stand – vor allem im Hinblick auf Mainstream-Kino aber auch auf große, deutsche Produktionen.

„CUTS – der kritische Filmpodcast“ von Christian Eichler

Worum geht’s?  Vornehmlich um aktuelle Kinofilme aber auch mal um Festivalfilme oder Klassiker.

Wer spricht?  Filmkritiker Christian Eichler, der den Podcast – das merkt man – als Herzensprojekt mit großer Filmbegeisterung betreibt, diskutiert mit verschiedenen Gesprächspartner/innen ausführlich einen Film.

Warum lohnt sich das Reinhören?  Das Format der Filmdiskussion mit abschließendem Urteil ist wohl das häufigste im Bereich der Film-Podcasts, -Blogs, -Videos und Co. Doch im Vergleich geht „CUTS“ dabei wesentlich mehr in die Tiefe und bietet immer einen Mehrwert. Das liegt zum einen an den Diskutierenden, die sich nicht nur in der Filmgeschichte auskennen und mühelos Film, Literatur, Politik und Popkultur miteinander verknüpfen. Zum anderen bietet „CUTS“  seinen Hörer/innen gegen Crowdfunding-Spende die Möglichkeit, über Inhalte mitzubestimmen.

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