Komm vorbei und sieh genau hin: Entdeckungen in der Dauerausstellung des DFF

Von Naima Wagner

Es gibt Dinge, die man nur vor Ort entdecken kann. Dazu gehören auch die vielen wunderbaren Geheimnisse unserer Dauerausstellung, auf die wir in den vergangenen Tagen neugierig gemacht haben. Die Beiträge, die auf unseren Social Media Kanälen erschienen sind, haben wir hier noch einmal zusammengefasst. Aber nach wie vor gilt: Nur wer vorbeikommt kann sehen, wovon die Rede ist!

Sonntags um 15 Uhr bietet die öffentliche Führung durch die Dauerausstellung Gelegenheit, mehr zu den Hintergründen und Geschichten der Objekte zu erfahren und alle Fragen zu stellen.

Der Frankfurter Roßmarkt im Guckkasten

„Herbei, ihr Leute, kommt zu Hauf! / Jetzt mach ich euch den Guckkasten auf. / Für einen Batzen schauet ihr / viel Wunderbares – kommt nur hier…“, rief der Guckkastenmann damals auf dem Jahrmarkt, um dem schaulustigen Publikum sein Betrachtungsgeräts anzupreisen. Um den Guckkästen unserer Dauerausstellung ihre Geheimnisse zu entlocken, muss man sich nicht drängen und auch keinen Batzen Geld bezahlen.

 

Der Reißverschluss des ALIEN-Kostüms

Selbst aus der Ferne sieht es furchteinflößend aus: Das Alien-Kostüm aus dem gleichnamigen Film empfängt unsere Besucher/innen beim Betreten des zweiten Teils der Dauerausstellung. Doch wer sich nahe genug heranwagt, macht eine lustige Entdeckung: Ein Reißverschluss! Dieser half dem Stuntman dabei, in die Haut des Monsters zu schlüpfen.

 

Die Geheimbotschaft der Perspektivanamorphose

Einen Schritt zurück treten, ein wenig hinunterbeugen, die Augen zusammenkneifen und – ahhh! In unserer Dauerausstellung ist eine Perspektivanamorphose ausgestellt, die das britische Satire-Magazin Punch 1866 abdruckte. Anders als bei Zylinder- oder Kegelanamorphosen braucht es bei der Perspektivanamorphose keinen speziell geformten Spiegel, um das verzerrte Bild zu erkennen oder die verzerrte Schrift zu entschlüsseln, sondern nur den richtigen Betrachtungswinkel.

 

Die Lichtschwerter des STAR-WARS-Storyboards

Nicht nur für Fans der galaktischen Saga: Die kunstvoll ausgeführten Storyboard-Zeichnungen von Roy Carnon für STAR WARS: EPISODE VI – RETURN OF THE JEDI vermitteln eine Vorstellung der geplanten Einstellungen, ihrer Farbgebung und Lichtsetzung. Sie zeigen die Szene des Lichtschwert-Duells zwischen Darth Vader und Luke Skywalker. Doch Moment! Müsste Lukes Lichtschwert nicht grün sein? Sein blaues Lichtschwert verlor er im Duell in Episode V. Tatsächlich stimmen noch weitere Details der Storyboard-Zeichnungen nicht mit dem finalen Film überein.

 

Die magischen Verwandlungsbilder

„Spieglein, Spieglein an der Wand…“ – und noch während man das Bild betrachtet, erscheint das Spiegelbild der „Schönsten im ganzen Land“! Die Hinterleuchtung des transparenten Verwandlungsbildes, das Theodor von Pichler 1879 zu dem bekannten Märchen anfertigte, macht diesen magischen Effekt möglich und lässt die Märchen zum Leben erwachen. In dieser neuen zeitlichen Komponente von Guckkastenbildern lässt sich eine Vorform filmischer Überblendung erkennen.

 

Das düstere Wunderland

Die arme Alice! Gedeckte Farben und tiefe Schatten lassen das Wunderland auf dem Konzeptentwurf des britischen Künstlers David Hall wie einen düsteren Alptraum wirken. Die Disney-Verfilmung von Lewis Carrolls Roman war seit den 1930er Jahren geplant, wurde aber erst 1951 realisiert. Für ihr visuelles Konzept gab es im Laufe der Jahre viele verschiedene Entwürfe, von Hall stammt der wohl faszinierendste.

 

Filmtricks des frühen Kinos

„Wie haben sie das nur gemacht?“, staunt man bei den frühen Filmen, die nicht nur Alltägliches abbildeten, sondern auch Fantastisches auf die Leinwand zauberten. In THE ? MOTORIST aus dem Jahr 1906 fährt ein Paar in einem Auto auf der Flucht vor einem Polizisten zuerst eine Hauswand hoch, fliegt dann durch die Luft, umrundet den Mond und schlägt schließlich, zurück auf der Erde, dem Polizisten erneut ein Schnippchen. Die fantastische Verfolgungsjagd ist neben anderen kurzen Filmen, die eindrucksvoll die Vielfalt des frühen Films zeigen, in dem kleinen Kino unserer Dauerausstellung zu sehen.

 

Das Licht auf Darth Vaders Helm

„Ist der echt?“ Darth Vaders Helm erntet viele staunende Blicke. Ja und nein: Bei dem Helm handelt es sich um ein Requisit des Films STAR WARS: EPISODE V – THE EMPIRE STRIKES BACK, der jedoch nicht im finalen Film zu sehen ist, da er von einem Lichtdouble getragen wurde. Sein glänzender, tiefschwarzer Lack, der auch Autos der Luxusmarke Rolls Royce veredelt, reflektiert das Licht und war so eine besondere Herausforderung beim Ausleuchten der Szenen. In der Dauerausstellung lässt sich die Spiegelung der Deckenscheinwerfer auf der Oberfläche des Helmes betrachten.

 

Der Turner im Praxinoskop

Wer in den letzten Wochen seine sportliche Routine ein wenig vernachlässigt hat, aber lieber erstmal wieder ins Museum statt ins Fitnessstudio gehen möchte, stattet unserer Dauerausstellung einen Besuch ab und sieht dem Turner im Praxinoskop dabei zu, wie er sich in rasanter Geschwindigkeit ein ums andere Mal über die Stange schwingt. Möglich macht es ein kleiner Stups mit dem Finger, der die Bildertrommel mit dem Spiegelkranz im Inneren in Drehung versetzt.

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