Durch die Augen von Magnum

Filmreihe und Fotografieausstellung

Am 22. Mai 1947 wurde mit der Magnum Photos, Inc. nicht nur ein Unternehmen gegründet, sondern auch ein Mythos geboren. Seit mehr als 70 Jahren dokumentieren Magnum-Fotograf/innen weltweit historische Ereignisse ebenso wie Geschichten, die sich im Verborgenen abspielen. Gleichzeitig sind viele von ihnen im Auftrag von Modemarken, Regierungen, NGOs und der Industrie tätig. Wenngleich viele Werke der breiten Öffentlichkeit nicht als „Magnum-Arbeiten“ bekannt sind, spielen sie doch eine wichtige Rolle in der Geschichte der Agentur. Sie verdeutlichen einmal mehr die komplexe Position der Fotografie an der Schnittstelle zwischen Kunst, Dokumentation und Kommerz, wie die Fotoausstellung Open for Business – Magnum photographers on commission im The Cube in Eschborn zeigt. Die Ausstellung ist vom 23. Oktober 2020 bis 22. Januar 2021 zu sehen.

Ausstellung von November 2020 bis Januar 2021 im DFF-Foyer
Im Foyer des DFF ist parallel dazu von Anfang November bis Anfang Januar in Kooperation mit der Deutschen Börse Photography Foundation eine Auswahl von Fotografien zu sehen sein, die den Fokus auf den filmischen Blick von Magnum legt. Nicht nur begleiteten Magnum-Fotograf/innen zahlreiche Dreharbeiten am Set, es entstanden auch Dokumentarfilme über die Agentur und ihre Künstler/innen, die wiederum manchmal zur Filmregie wechselten.

Filmreihe im Kino des DFF
Das Kino des DFF präsentiert in einer begleitenden Filmreihe unter anderem die Dokumentarfilme LE CINÉMA DANS L‘ŒIL DE MAGNUM und MAGNUM PHOTOS – EIN MYTHOS ÄNDERT SICH über die Geschichte der Agentur sowie SOMEWHERE TO DISAPPEAR über den Fotografen Alec Soth und HARRY GRUYAERT – PHOTOGRAPHER. Sowohl Soth als auch Gruyaert sind mit Fotoarbeiten in der Ausstellung im Foyer des DFF vertreten. Außerdem ist eine Auswahl von Spielfilmen mit besonderem Themenbezug zur Magnum-Fotografie zu sehen: Die Dreharbeiten der starbesetzten THE MISFITS und LOST COMMAND etwa wurden von Magnum-Setfotografen begleitet, REBEL WITHOUT A CAUSE bezieht sich stark auf die Brooklyn-Gang-Fotografien von Bruce Davidson, und auch in BLOW-UP und LIFE gibt es zahlreiche Querverweise. Mit der Foyer-Ausstellung und der begleitenden Filmreihe setzt das DFF das Kooperationsprojekt Viewfinder – Fotografie und Film im Dialog fort. Im Dezember zeigt das Kino des DFF unter anderem ein Kurzfilmprogramm mit Werken von Magnum-Mitbegründer Henri Cartier-Bresson (1937-1949) sowie fotografisch markante Spielfilme, darunter APOCALYPSE NOW REDUX, der die Vietnam-Bilder von Philip Jones Griffiths zitiert.

Filmstill Cinema Through The Eye of Magnum

In Kooperation mit

Dienstag  03.11.2020

20:30 Uhr

LE CINÉMA DANS L'OEIL DE MAGNUM

Cinema through the Eye of Magnum
Frankreich 2017. R: Sophie Bassaler. Dokumentarfilm. 52 Min. DCP. OmeU
Mit Vorfilm
Eröffnung der Ausstellung im DFF-Foyer um 19:30 Uhr
Filmreihe: Durch die Augen von Magnum

LE CINEMA DANS L’OEIL DE MAGNUM blickt auf die facettenreichen Verbindungen von Magnum Photos und der Welt des Kinos. Angefangen mit Robert Capas Fotografien von Ingrid Bergman am Set von Hitchcocks NOTORIOUS (US 1946) für das Magazin Life beschäftigt sich Sophie Bassalers Dokumentarfilm dabei mit der Geschichte der Agentur und gibt Einblicke in die Arbeit von Größen und Magnum-Gründungsmitgliedern wie Henri Cartier-Bresson, David Seymour oder Josef Koudelka und zeigt sie in Begegnung mit Filmschaffenden und Darsteller/innen wie Sean Penn, Theo Angelopoulos und Marilyn Monroe.

Mittwoch  04.11.2020

20:30 Uhr

BLOW-UP

Großbritannien/Italien 1966. R: Michelangelo Antonioni. D: David Hemmings, Vanessa Redgrave, Sarah Miles. 111 Min. 35mm. OmU
Filmreihe: Durch die Augen von Magnum

Ein junger britischer Starfotograf lebt und arbeitet gelangweilt im London der Swinging Sixties. Hier und da macht er Aufnahmen mit Models, zweifelt jedoch zunehmend an der oberflächlichen Schönheit. Eines Tages lichtet er beinahe zufällig ein Liebespaar in einem Park ab. Beim Entwickeln stellt er fest, dass er Zeuge eines Mordversuchs geworden sein könnte. Kann der Fotograf den Bildern und vor allem sich selbst trauen? Antonioni schuf mit BLOW-UP einen Filmklassiker, der über filmische und fotografische Bilder und ihr Verhältnis zur Welt – über Sehen und Imagination – nachdenkt und heute aus dem popkulturellen Kanon nicht mehr wegzudenken ist.

Donnerstag  05.11.2020

18:00 Uhr

BLOW-UP

Großbritannien/Italien 1966. R: Michelangelo Antonioni. D: David Hemmings, Vanessa Redgrave, Sarah Miles. 111 Min. 35mm. OmU
Filmreihe: Durch die Augen von Magnum

Ein junger britischer Starfotograf lebt und arbeitet gelangweilt im London der Swinging Sixties. Hier und da macht er Aufnahmen mit Models, zweifelt jedoch zunehmend an der oberflächlichen Schönheit. Eines Tages lichtet er beinahe zufällig ein Liebespaar in einem Park ab. Beim Entwickeln stellt er fest, dass er Zeuge eines Mordversuchs geworden sein könnte. Kann der Fotograf den Bildern und vor allem sich selbst trauen? Antonioni schuf mit BLOW-UP einen Filmklassiker, der über filmische und fotografische Bilder und ihr Verhältnis zur Welt – über Sehen und Imagination – nachdenkt und heute aus dem popkulturellen Kanon nicht mehr wegzudenken ist.

Mittwoch  11.11.2020

18:00 Uhr

THE MISFITS

Nicht gesellschaftsfähig
USA 1961. R: John Huston. D: Clark Gable, Marilyn Monroe, Montgomery Clift. 125 Min. 35mm. OmspU
Filmreihe: Durch die Augen von Magnum

Nach einem Drehbuch von Arthur Miller inszenierte John Huston THE MISFITS, der zum letzten Film der Hauptdarstellerin Marilyn Monroe und des Hauptdarstellers Clark Gable werden sollte. Eine frisch geschiedene Nachtclubtänzerin lernt in Nevada drei vom Leben enttäuschte Cowboys kennen und sucht Trost bei ihnen. Doch statt des erhofften Abenteuers wird die gemeinsame Jagd auf wilde Pferde zum Albtraum. Eve Arnold, die 1951 als erste Frau Mitglied bei Magnum Photos wurde, dokumentierte die turbulenten Dreharbeiten in der Wüste von Nevada mit ihrer Kamera.

Donnerstag  12.11.2020

20:30 Uhr

REBEL WITHOUT A CAUSE

…denn sie wissen nicht, was sie tun
USA 1955. R: Nicholas Ray. D: James Dean, Natalie Wood, Sal Mineo. 111 Min. 35mm. OmU
Filmreihe: Durch die Augen von Magnum

Vier Wochen nach James Deans tragischem Autounfall kam sein zweiter Spielfilm in die Kinos. Der frühe Tod des erst 24-Jährigen gab seiner Rolle des rebellierenden Teenagers Jim Stark eine tragische Note. Dean wurde zum Inbegriff der unverstandenen Jugend und zur niemals alternden Ikone. Unter Nicholas Rays meisterlicher Regie wird die Richtungslosigkeit US-amerikanischer Teenager in den 1950er Jahren und ihr Aufbegehren gegen die Selbstzufriedenheit ihrer kleinbürgerlichen Elternhäuser geradezu physisch spürbar. Jims rote Jacke leuchtet wie ein Fanal und wird zum Zeichen unbändiger Wut.

Freitag  13.11.2020

18:00 Uhr

MAGNUM PHOTOS – EIN MYTHOS ÄNDERT SICH

Deutschland 1999. R: Reiner Holzemer. Dokumentarfilm. 90 Min. DCP
Filmreihe: Durch die Augen von Magnum

Reiner Holzemer nähert sich in MAGNUM PHOTOS – EIN MYTHOS ÄNDERT SICH der weltberühmten Agentur aus verschiedenen Perspektiven: Der Film blickt einerseits zurück in die Magnum-Gründungsgeschichte und lässt dabei langjährige Mitglieder wie René Burri oder Philipp Jones Griffiths zu Wort kommen. Andererseits begleitet er Fotografen wie Martin Paar, Luc Delahaye und Donovan Wylie bei der Arbeit und zeigt Veränderungen zur Jahrtausendwende auf, die sich beispielsweise durch das Aufkommen digitaler Fotografie ergeben. Zudem gelang es Holzemer als erstem Filmemacher in der Geschichte Magnums, eines der Jahrestreffen zu dokumentieren, auf dem über die Aufnahme neuer Mitglieder entschieden wird.

Samstag  14.11.2020

20:30 Uhr

LIFE

USA/Großbritannien/Deutschland/Kanada/Australien 2015. R: Anton Corbijn. D: Robert Pattinson, Dane DeHaan, Peter Lucas. 111 Min. DCP. OmU
Filmreihe: Durch die Augen von Magnum

1955 begegnet Magnum-Fotograf Dennis Stock dem jungen James Dean und schlägt vor, eine Serie über ihn anzufertigen. Dean hat im Jahr zuvor die Dreharbeiten zu Elia Kazans EAST OF EDEN (US 1955) abgeschlossen und wird als zukünftiger Star gehandelt. Trotz anfänglicher Skepsis willigt der Schauspieler ein und nach einiger Zeit entwickelt sich eine Freundschaft zwischen den beiden Männern. Mit einem besonderen Augenmerk für Setdesign und Bildgestaltung entwirft Anton Corbijn, der selbst seine Karriere als Musikfotograf begann, ein Porträt von Dennis Stock und blickt auf die Hintergründe der ikonisch gewordenen Fotografien von James Dean.

Sonntag  15.11.2020

18:00 Uhr

THE MISFITS

Nicht gesellschaftsfähig
USA 1961. R: John Huston. D: Clark Gable, Marilyn Monroe, Montgomery Clift. 125 Min. 35mm. OmspU
Filmreihe: Durch die Augen von Magnum

Nach einem Drehbuch von Arthur Miller inszenierte John Huston THE MISFITS, der zum letzten Film der Hauptdarstellerin Marilyn Monroe und des Hauptdarstellers Clark Gable werden sollte. Eine frisch geschiedene Nachtclubtänzerin lernt in Nevada drei vom Leben enttäuschte Cowboys kennen und sucht Trost bei ihnen. Doch statt des erhofften Abenteuers wird die gemeinsame Jagd auf wilde Pferde zum Albtraum. Eve Arnold, die 1951 als erste Frau Mitglied bei Magnum Photos wurde, dokumentierte die turbulenten Dreharbeiten in der Wüste von Nevada mit ihrer Kamera.

Mittwoch  18.11.2020

17:30 Uhr

REBEL WITHOUT A CAUSE

…denn sie wissen nicht, was sie tun
USA 1955. R: Nicholas Ray. D: James Dean, Natalie Wood, Sal Mineo. 111 Min. 35mm. OmU
Filmreihe: Durch die Augen von Magnum

Vier Wochen nach James Deans tragischem Autounfall kam sein zweiter Spielfilm in die Kinos. Der frühe Tod des erst 24-Jährigen gab seiner Rolle des rebellierenden Teenagers Jim Stark eine tragische Note. Dean wurde zum Inbegriff der unverstandenen Jugend und zur niemals alternden Ikone. Unter Nicholas Rays meisterlicher Regie wird die Richtungslosigkeit US-amerikanischer Teenager in den 1950er Jahren und ihr Aufbegehren gegen die Selbstzufriedenheit ihrer kleinbürgerlichen Elternhäuser geradezu physisch spürbar. Jims rote Jacke leuchtet wie ein Fanal und wird zum Zeichen unbändiger Wut.

Freitag  20.11.2020

18:00 Uhr

LIFE

USA/Großbritannien/Deutschland/Kanada/Australien 2015. R: Anton Corbijn. D: Robert Pattinson, Dane DeHaan, Peter Lucas. 111 Min. DCP. OmU
Filmreihe: Durch die Augen von Magnum

1955 begegnet Magnum-Fotograf Dennis Stock dem jungen James Dean und schlägt vor, eine Serie über ihn anzufertigen. Dean hat im Jahr zuvor die Dreharbeiten zu Elia Kazans EAST OF EDEN (US 1955) abgeschlossen und wird als zukünftiger Star gehandelt. Trotz anfänglicher Skepsis willigt der Schauspieler ein und nach einiger Zeit entwickelt sich eine Freundschaft zwischen den beiden Männern. Mit einem besonderen Augenmerk für Setdesign und Bildgestaltung entwirft Anton Corbijn, der selbst seine Karriere als Musikfotograf begann, ein Porträt von Dennis Stock und blickt auf die Hintergründe der ikonisch gewordenen Fotografien von James Dean.

Samstag  21.11.2020

16:00 Uhr

SOMEWHERE TO DISAPPEAR

Frankreich 2010. R: Laure Flammarion, Arnaud Uyttenhove. Dokumentarfilm. 57 Min. DigiBeta. Engl. OF
Mit Vorfilm
Filmreihe: Durch die Augen von Magnum

SOMEWHERE TO DISAPPEAR begleitet den Magnum-Fotografen Alec Soth auf seiner Reise quer durch die USA: Für sein Projekt "Broken Manual" sucht er nach Menschen, die sich entschieden haben, der Gesellschaft den Rücken zu kehren und in Einsamkeit zu leben. Soth trifft dabei auf Eremiten und Mönche, Überlebenskünstler und Flüchtlinge – sie leben in Höhlen, in Holzhütten in den Bergen oder in der Wüste. Die Gründe für ihren Rückzug sind sehr unterschiedlich: Manche sind wütend auf die Gesellschaft, andere haben Angst vor ihr. Was Soth an ihnen fasziniert, ist ihr Sinn für Fantasie. Soth bezeichnet ihren Rückzug als “kreativen Akt”, den er selbst wiederum in Porträtfotografien mit einer Großformatkamera festhält.

Dienstag  24.11.2020

20:30 Uhr

LOST COMMAND

Sie fürchten weder Tod noch Teufel
USA 1966. R: Mark Robson. D: Anthony Quinn, Alain Delon, George Segal, Claudia Cardinale. 129 Min. 35mm. OmdänU
Filmreihe: Durch die Augen von Magnum

Eine französische Fallschirmjäger-Einheit wird nach der Rückkehr aus vietnamesischer Kriegsgefangenschaft in einen erbitterten Kampf gegen Aufständische in Algier geschickt, die für ein unabhängiges Algerien kämpfen. Dabei finden sich auch ehemalige französische Verbündete plötzlich auf verschiedenen Seiten wieder… LOST COMMAND, der mit einer Setfotografie in der Magnum-Ausstellung im DFF-Foyer vertreten ist, besticht als Blick auf den Untergangs der französischen Kolonialherrschaft mit wuchtigen Actionszenen und einer beeindruckenden Starbesetzung um Anthony Quinn, der mit seiner Präsenz den Film trägt, sowie Alain Delon, Claudia Cardinale und George Segal.

Mittwoch  25.11.2020

20:30 Uhr

LOST COMMAND

Sie fürchten weder Tod noch Teufel
USA 1966. R: Mark Robson. D: Anthony Quinn, Alain Delon, George Segal, Claudia Cardinale. 129 Min. 35mm. OmdänU
Filmreihe: Durch die Augen von Magnum

Eine französische Fallschirmjäger-Einheit wird nach der Rückkehr aus vietnamesischer Kriegsgefangenschaft in einen erbitterten Kampf gegen Aufständische in Algier geschickt, die für ein unabhängiges Algerien kämpfen. Dabei finden sich auch ehemalige französische Verbündete plötzlich auf verschiedenen Seiten wieder… LOST COMMAND, der mit einer Setfotografie in der Magnum-Ausstellung im DFF-Foyer vertreten ist, besticht als Blick auf den Untergangs der französischen Kolonialherrschaft mit wuchtigen Actionszenen und einer beeindruckenden Starbesetzung um Anthony Quinn, der mit seiner Präsenz den Film trägt, sowie Alain Delon, Claudia Cardinale und George Segal.

Donnerstag  26.11.2020

20:30 Uhr

HARRY GRUYAERT – PHOTOGRAPHER

Belgien 2018. R: Gerrit Messiaen. Dokumentarfilm. 70 Min. DCP. OmeU
Filmreihe: Durch die Augen von Magnum

Der 1941 im belgischen Antwerpen geborene Harry Gruyaert, seit 1982 Mitglied von Magnum, sieht sich als „Street Photographer“. Während manche Kollegen den Begriff ablehnen, füllt ihn Gruyaert auf ganz eigene Art mit Leben – und vor allem mit Farbe. Gruyaert zog es Anfang der 1960er Jahre nach Paris, wo er zunächst als Mode- und Werbefotograf arbeitete und schließlich 1969 auf einer Reise nach Marokko Licht und Farbe für sich entdeckte. Heute gilt er als einer der Pioniere der europäischen Farbfotografie, dessen Werke mitunter an Gemälde der holländischen und flämischen Meister des 17. Jahrhunderts erinnern. Gerrit Messiaens Film ist ein vielschichtiges Porträt von Gruyaert und lässt den Zuschauer mit geschickt montierten Bildbeispielen physisch erleben, wie die faszinierenden Fotografien entstehen.

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