Hommage Jean-Paul Belmondo

Mit Jean-Paul Belmondo ist im September eine der größten Figuren des französischen Kinos gestorben. Eine Hommage im Kino des DFF gibt Einblick in das Schaffen des Schauspielers.

Belmondo wurde 1933 geboren und beschloss mit 16 Jahren, Schauspieler zu werden. Früh kam er in Kontakt mit Jean-Luc Godard. Die beiden arbeiteten gemeinsam an À BOUT DE SOUFFLE: Als Kleinganove Michel ist Belmondo hier in einer ikonischen Rolle zu sehen. Zur gleichen Zeit erschien Claude Sautets CLASSE TOUS RISQUES, in dem Belmondo den Leibwächter eines Gangsters auf der Flucht spielt. Wenig später folgte mit Peter Brooks MODERATO CANTABILE ein Film mit Jeanne Moreau. L‘AÎNÉ DES FERCHAUX war Belmondos dritte und letzte Zusammenarbeit mit Jean-Pierre Melville.

In Jacques Derays Actionproduktion LE MARGINAL infiltriert er als knallharter Polizist einen französischen Drogenring. Der Film markiert seine zweite Zusammenarbeit mit Deray. Gemeinsam mit Alain Delon hatte Belmondo bereits an der Gangstergeschichte BORSALINO mitgewirkt. Einen Einblick in das Spätwerk des Schauspielers gibt Claude Lelouchs Romanverfilmung LES MISÉRABLES, in der Belmondo in drei Rollen zu sehen ist.

MODERATO CANTABILE
in Kooperation mit:

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Ab Donnerstag, 25.11.2021, gilt bei uns für alle Besucher:innen 2G, hierfür müssen alle Nachweise im Original und mit einem amtlichen Lichtbildausweis (ebenfalls im Original) am Infopunkt beim Betreten des DFFs präsentiert werden. Ausgenommen von 2G sind Kinder und Jugendliche unter 18 Jahre und Menschen, die sich aus medizinischen Gründen nicht impfen lassen können. Kinder unter 6 Jahren (nicht im schulpflichtigen Alter) brauchen keinen Nachweis. Alle Schüler:innen können nach wie vor ihre Testhefte (Hessen) vorlegen oder einen zertifizierten Antigen-Test (24h) vorlegen. Menschen, die sich aus medizinischen Gründen nicht impfen lassen können, müssen unbedingt ein medizinisches Attest, einen amtlichen Lichtbildausweis mit einem zertifizierten Antigentest (24h) alles im Original vorzeigen.

Dienstag  02.11.2021

20:30 Uhr

À BOUT DE SOUFFLE

Außer Atem
Frankreich 1960. R: Jean-Luc Godard. D: Jean-Paul Belmondo, Jean Seberg, Daniel Boulanger. 35mm. 87 Min. OmU
Filmreihe: Hommage Jean-Paul Belmondo

Ein „Film ohne Regeln oder dessen einzige Regel hieß: Die Regeln sind falsch oder werden falsch angewendet“ (Godard, 1980). Mit À BOUT DE SOUFFLE gelang Jean-Paul Belmondo als Kleinganove Michel Poiccard der Durchbruch, er ist hier in einer seiner ikonischsten Rollen zu sehen: Michel genießt das Leben, nimmt sich, was er will, und schreckt selbst vor einem Mord nicht zurück. Verfolgt von der Polizei, findet er Unterschlupf bei der amerikanischen Zeitungsverkäuferin Patricia, in die er sich verliebt. Jean-Luc Godard spielt in seinem Debütfilm mit gültigen Konventionen des Filmemachens: Verweise und Zitate aus amerikanischen Noir-Filmen, ein ganz eigener Zugang zu Montage und Dramaturgie sowie eine direkte, intuitive Kameraarbeit machten À BOUT DE SOUFFLE zu einem Schlüsselfilm der aufkommenden Nouvelle Vague.

Mittwoch  03.11.2021

18:00 Uhr

CLASSE TOUS RISQUES

Der Panther wird gehetzt
Frankreich/Italien 1960. R: Claude Sautet. D: Lino Ventura, Jean-Paul Belmondo, Simone France. 108 Min. 35mm. OmU
Filmreihe: Hommage Jean-Paul Belmondo

Gangsterboss Abel Davos (Lino Ventura) lebt im Exil in Mailand, um sich dort einer drohenden Verhaftung zu entziehen. Nach einem gescheiterten Coup zieht es ihn jedoch zurück in seine Heimatstadt Paris. Davos zur Seite gestellt wird ein junger Gangster (Jean-Paul Belmondo), der ihm bei der Flucht helfen soll. CLASSE TOUS RISQUES erschien zur gleichen Zeit wie À BOUT DE SOUFFLE, vom Erfolg der aufkommenden Nouvelle Vague überschattet, geriet Claude Sautets geradliniger Noir in der Folge allerdings etwas in Vergessenheit. CLASSE TOUS RISQUE bietet dabei einen klassischen Kriminalstoff, den Sautet mit Eleganz und einer eigenen stilistischen Handschrift inszeniert. Der Film schlägt aus heutiger Perspektive, mit Jean-Paul Belmondo als Verbindungsstück, zudem eine Brücke zwischen der Nouvelle Vague und dem französischen Genrekino der Zeit.

Donnerstag  04.11.2021

20:30 Uhr

CLASSE TOUS RISQUES

Der Panther wird gehetzt
Frankreich/Italien 1960. R: Claude Sautet. D: Lino Ventura, Jean-Paul Belmondo, Simone France. 108 Min. 35mm. OmU
Filmreihe: Hommage Jean-Paul Belmondo

Gangsterboss Abel Davos (Lino Ventura) lebt im Exil in Mailand, um sich dort einer drohenden Verhaftung zu entziehen. Nach einem gescheiterten Coup zieht es ihn jedoch zurück in seine Heimatstadt Paris. Davos zur Seite gestellt wird ein junger Gangster (Jean-Paul Belmondo), der ihm bei der Flucht helfen soll. CLASSE TOUS RISQUES erschien zur gleichen Zeit wie À BOUT DE SOUFFLE, vom Erfolg der aufkommenden Nouvelle Vague überschattet, geriet Claude Sautets geradliniger Noir in der Folge allerdings etwas in Vergessenheit. CLASSE TOUS RISQUE bietet dabei einen klassischen Kriminalstoff, den Sautet mit Eleganz und einer eigenen stilistischen Handschrift inszeniert. Der Film schlägt aus heutiger Perspektive, mit Jean-Paul Belmondo als Verbindungsstück, zudem eine Brücke zwischen der Nouvelle Vague und dem französischen Genrekino der Zeit.

Donnerstag  11.11.2021

18:00 Uhr

MODERATO CANTABILE

Stunden voller Zärtlichkeit
Frankreich 1960. R: Peter Brook. D: Jeanne Moreau, Jean-Paul Belmondo, Pascale de Boysson. 95 Min. 35mm. OmeU
Filmreihe: Hommage Jean-Paul Belmondo

Basierend auf dem gleichnamigen Roman von Marguerite Duras handelt MODERATO CANTABILE von der Begegnung zwischen einer Fabrikantengattin und einem ehemaligen Angestellten ihres Mannes. In einem Café in einer kleinen französischen Hafenstadt kommt es zwischen zwei Liebenden zu einem Mord. Die von Jeanne Moreau gespielte Anne Desbarèdes erfährt von dem Verbrechen während einer Klavierstunde ihres Sohnes und ist fasziniert von dem Ereignis. Im Café möchte sie mehr über die Tat herausfinden und trifft dort auf Chauvin (Jean-Paul Belmondo). Schnell entspinnt sich ein Dialog zwischen den beiden, der immer wieder um die Tat und die Beziehung der beiden Liebenden kreist. Für das Drehbuch arbeitete Peter Brook, der vor allem als Theaterregisseur Bekanntheit erlangt hat, mit Marguerite Duras zusammen. Die Dialoge der Autorin erzeugen im Verbund mit langsamen Kamerafahrten eine zerdehnte und rätselhafte Atmosphäre, in der die Außenwelt und das Innenleben der Protagonist:innen immer mehr in eins fallen.
In Kooperation mit dem Institut Francais

Samstag  13.11.2021

20:30 Uhr

À BOUT DE SOUFFLE

Außer Atem
Frankreich 1960. R: Jean-Luc Godard. D: Jean-Paul Belmondo, Jean Seberg, Daniel Boulanger. 35mm. 87 Min. OmU
Filmreihe: Hommage Jean-Paul Belmondo

Ein „Film ohne Regeln oder dessen einzige Regel hieß: Die Regeln sind falsch oder werden falsch angewendet“ (Godard, 1980). Mit À BOUT DE SOUFFLE gelang Jean-Paul Belmondo als Kleinganove Michel Poiccard der Durchbruch, er ist hier in einer seiner ikonischsten Rollen zu sehen: Michel genießt das Leben, nimmt sich, was er will, und schreckt selbst vor einem Mord nicht zurück. Verfolgt von der Polizei, findet er Unterschlupf bei der amerikanischen Zeitungsverkäuferin Patricia, in die er sich verliebt. Jean-Luc Godard spielt in seinem Debütfilm mit gültigen Konventionen des Filmemachens: Verweise und Zitate aus amerikanischen Noir-Filmen, ein ganz eigener Zugang zu Montage und Dramaturgie sowie eine direkte, intuitive Kameraarbeit machten À BOUT DE SOUFFLE zu einem Schlüsselfilm der aufkommenden Nouvelle Vague.

Sonntag  14.11.2021

16:45 Uhr

LES MISÉRABLES

Frankreich 1995. R : Claude Lelouch. D: Jean-Paul Belmondo, Michel Boujenah, Alessandra Martines. 175 Min. 35mm. OmeU
Filmreihe: Hommage Jean-Paul Belmondo

Der Chauffeur Henri Fortin wird zu Unrecht des Mordes verdächtigt und kommt beim Versuch, aus dem Gefängnis auszubrechen ums Leben. Jahre später tritt Fortins Sohn der Résistance bei und versucht, einer jüdischen Familie zu helfen. Claude Lelouch verlegt in LES MISÉRABLES die Handlung des Stoffes vom 19. in die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts, führt neue Figuren ein und verwebt dabei verschiedene Zeitebenen. Im Film ist Hugos Roman dabei immer wieder konkret Thema, verschiedene Charaktere setzen ihre Erfahrungen in Verbindung mit der literarischen Vorlage. Daraus resultiert eine freie Adaption des französischen Literaturklassikers, die spielerisch mit intertextuellen Bezügen, sowie Zeit- und Handlungsebenen arbeitet. Im Zentrum des Films steht dabei Jean-Paul Belmondo, der gleich drei Figuren spielt – darunter auch die Hauptfigur von Les Misérables, Jean Valjean, in schwarz-weißen Zwischensequenzen innerhalb des Films.

20:30 Uhr

L‘AÎNÉ DES FERCHAUX

Die Millionen eines Gehetzten
Frankreich 1963. R: Jean-Pierre Melville. D: Jean-Paul Belmondo, Charles Vanel, Michèle Mercier. 101 Min. 35mm. OmU
Filmreihe: Hommage Jean-Paul Belmondo

Der selten gezeigte L’AÎNÉ DES FERCHAUX war Jean-Pierre Melvilles erster Farbfilm und markierte gleichzeitig die dritte und letzte Zusammenarbeit zwischen dem Regisseur und Jean-Paul Belmondo. Erzählt wird die Geschichte des Boxers Michel Maudet, der nach einem weiteren verlorenen Kampf beschließt, sich nach einem neuen Beruf umzusehen. Über eine Annonce landet er als Sekretär bei einem Bankier mit dem Namen Ferchaux. Dieser sieht sich aufgrund dubioser Geschäfte und seiner Kolonialvergangenheit dazu gezwungen, nach New York zu reisen. In den USA will Ferchaux einen hohen Geldbetrag in Sicherheit bringen. Während die Behörden ihm auch hier bald schon auf den Fersen sind, versucht Maudet, einen Weg zu finden, an das Vermögen des Bankiers zu kommen. Basierend auf dem gleichnamigen Roman von George Simenon erzählt der Film die elegische Geschichte eines ungleichen Duos als Roadmovie, das von Frankreich über New York in die Sümpfe von Louisiana führt.

Dienstag  16.11.2021

20:30 Uhr

BORSALINO

Die Losleger
Frankreich/Italien 1970. R : Jacques Deray. D : Alain Delon, Jean-Paul Belmondo, Catherine Rouvel. 126 Min. 35mm. OmU
Filmreihe: Hommage Jean-Paul Belmondo

Der Kleinganove Roch Siffredi (Alain Delon) wird aus dem Gefängnis entlassen und erlebt eine unliebsame Überraschung: seine Geliebte Lola (Catherine Rouvel) hat einen neuen Begleiter, den Gangster François Capella (Jean-Paul Belmondo). Es kommt zum Faustgemenge, doch wenig später schließen sich die beiden zusammen und werden Geschäftspartner. Nach und nach kann sich das Duo so Anteile und Macht in der Marseiller Unterwelt der 1930er Jahre erkämpfen. BORSALINO, der lose auf Eugène Saccomanos Roman Bandits à Marseille basiert, zieht seine Faszination insbesondere aus der Eleganz und dem Charisma seiner zwei Hauptdarsteller. Die Zusammenarbeit der beiden Stars Delon und Belmondo gestaltete sich konfliktbeladen, in Derays Fortsetzung BORSALINO AND CO. (1974) spielte Alain Delon die alleinige Hauptrolle.

Donnerstag  18.11.2021

17:45 Uhr

BORSALINO

Die Losleger
Frankreich/Italien 1970. R : Jacques Deray. D : Alain Delon, Jean-Paul Belmondo, Catherine Rouvel. 126 Min. 35mm. OmU
Filmreihe: Hommage Jean-Paul Belmondo

Der Kleinganove Roch Siffredi (Alain Delon) wird aus dem Gefängnis entlassen und erlebt eine unliebsame Überraschung: seine Geliebte Lola (Catherine Rouvel) hat einen neuen Begleiter, den Gangster François Capella (Jean-Paul Belmondo). Es kommt zum Faustgemenge, doch wenig später schließen sich die beiden zusammen und werden Geschäftspartner. Nach und nach kann sich das Duo so Anteile und Macht in der Marseiller Unterwelt der 1930er Jahre erkämpfen. BORSALINO, der lose auf Eugène Saccomanos Roman Bandits à Marseille basiert, zieht seine Faszination insbesondere aus der Eleganz und dem Charisma seiner zwei Hauptdarsteller. Die Zusammenarbeit der beiden Stars Delon und Belmondo gestaltete sich konfliktbeladen, in Derays Fortsetzung BORSALINO AND CO. (1974) spielte Alain Delon die alleinige Hauptrolle.

Dienstag  30.11.2021

20:30 Uhr

LE MARGINAL

Der Außenseiter
Frankreich 1983. R : Jacques Deray. D : Jean-Paul Belmondo, Henry Silva, Carlos Sotto Mayor. 100 Min. 35mm. OmU
Filmreihe: Hommage Belmondo

In LE MARGINAL spielt Jean-Paul Belmondo Philippe Jordan, einen kompromisslosen Kriminalkommissar, der nach Marseille kommt, um dort einen französischen Drogenring zu infiltrieren. Jordans unkonventionelle Methoden führen jedoch zu einer Strafversetzung und er findet sich bei der Sittenpolizei in Paris wieder. Doch auch hier nimmt er die Spur der Drogenhändler von Neuem auf. LE MARGINAL steht beispielhaft für eine Reihe von Action- und Kriminalfilmen, die Belmondo in den 1980er Jahren realisierte – neben seinen Actionsequenzen ist er heute insbesondere für die Kameraarbeit von Xaver Schwarzenberger (BERLIN ALEXANDERPLATZ (1980), LOLA (1981)) und die Filmmusik von Ennio Morricone sehenswert.