Queer im DFF – Programmempfehlungen im Juli 2024

Im Kino des DFF

Mittwoch, 3.7. | 18:30 Uhr
CHARLOTTE RAMPLING – THE LOOK
Filmabend mit den Opelvillen Rüsselheim

Deutschland/Frankreich 2011. R: Angelina Maccarone. Dokumentarfilm. 98 Min. DCP. OmU

Der Dokumentarfilm von Angelina Maccarone nähert sich der Schauspielerin Charlotte Rampling als Tabubrecherin, Stilikone, Weltstar und mutige Avantgardistin. In neun Kapiteln zeigt Maccarone – deren preisgekrönter Coming-out-Film “Kommt Mausi raus?!” aus den 1990er Jahren oder ihr Kritikerhit “Fremde Haut” über eine geflohene lesbische Muslima in keiner lesbischen Filmsammlung fehlen darf – verschiedene Facetten Ramplings  im Gedankenaustausch mit Weggefährten wie Paul Auster oder Peter Lindbergh über Alter, Schönheit, Tod und Liebe. Die Besonderheit des titelgebenden “Look” Ramplings erklärt Maccarone, die mit der Filmeditorin Bettina Boehler liiert ist, so: “Sein Geheimnis liegt in der Zweideutigkeit dieses Wortes: Ihrem Aussehen, das die Blicke auf sich zieht – und ihrem Blick aus diesen Augen, in denen schon Visconti zu erkennen meinte, dass sie alles gesehen hätten.” Charlotte Rampling hat in ihrer langen Karriere immer wieder mit schwulen Regisseuren wie Andrew Heigh und vor allem François Ozon zusammengearbeitet und nicht nur deshalb eine queere Fangemeinde. Zum Trailer

Sonntag, 21.7. | 22:30 Uhr
UBIJ ME NJEŽNO Kill Me Softly
TERZA VISIONE – 10. Festival des italienischen Genrefilms

Jugoslawien 1979. R: Boštjan Hladnik. D: Duša Pockaj, Marina Urbanc, Lili Brajer. 99 Min. 35mm. OmeU

Lustvolle Krimikomödie: Eine alte Dame lebt in einer Villa am Meer, wo sie whiskeybetankt Erotik- und Kriminalromane übersetzt, Ausflüge mit ihrem Porsche unternimmt und Discoabende mit jungen Männern in Lederkluft veranstaltet. Eines Tages erhält sie Besuch von ihrer Nichte Julija, deren Mann David und dem jungen Liebhaber der beiden, Adam. Als auch noch Cita, die Verlegerin der Dame, hinzukommt, verwandelt sich die Villa in eine Kommune der freien Liebe. Doch als das Paradies am Meer zum Schauplatz einer Reihe mysteriöser Verbrechen und Todesfälle wird, entwickelt sich die erotische Camp-Komödie zu einem bizarren Krimi. Der Film wird gezeigt in Kooperation mit goEast – Festival des mittel- und osteuropäischen Films , wo der Film im April diesen Jahres im Rahmen des Symposiums “Die anderen Queers – Filmbilder von der Peripherie Europas” in Wiesbaden lief.

Dienstag, 23.7. | 20:00 Uhr
SHIVA BABY
Filmreihe Queering Jewishness – Jewish Queerness

USA 2020. R: Emma Seligmann. D: Rachel Sennott, Danny Deferrari, Fred Melamed. 77 Min. DCP. OmU

Von persönlichen Erlebnissen inspiriert, erzählt die jüdisch-kanadische Regisseurin Emma Seligmann in ihrem Debutfilm von einem Tag im Leben der 19-jährigen bisexuellen New Yorkerin Danielle, die Gender Studies studiert und mit ihrer jüdischen Familie an einer Schiwa, einer jüdischen Trauerfeier, teilnimmt. Dort sieht sie sich nicht nur mit ihrer ehemaligen Geliebten Maya, sondern auch mit ihrem heimlichen Liebhaber und “Sugar Daddy” Max sowie dessen nicht-jüdischer Ehefrau und neugeborenem Baby konfrontiert. In ihrer queer-feministischen Kammerspielkomödie überzeichnet Seligmann Stereotype des Jüdischen und führt sie zugleich ad absurdum. Zum Trailer – Allen die mehr von Emma Seligmann sehen wollen, sei als kleiner Tipp für zu Hause auf Amazon Prime Seligmans herrlich überdrehte Teenie-Komödie “Bottoms” ans Herz gelegt, über zwei lesbische Schülerinnen, die einen Fight Club gründen, um besser an Mädchen heranzukommen.

Dauerhaft online

Online-Ausstellung auf Europeana (auf Englisch)
A QUEER TOUR
21 Kulturobjekte unter der queeren Linse
Entstanden im Rahmen des DE-BIAS Projekts

Wie können wir mit den Mitteln der Kunst über Geschichte sprechen? Anhand von Kunst- und Kulturobjekten aus europäischen Archiven, können wir über historische Ereignisse nachzudenken und traditionelle Narrative aufbrechen. Aus neuen Blickwinkeln lassen sich verborgene Persönlichkeiten und Geschichten enthüllen und von der Geschichte vergessene oder vernachlässigte Erzählungen ans Licht bringen. Von Dani Martiri von Queering Rome kuratiert, entstand die Online-Ausstellung im Rahmen des vom DFF koordinierten DE-BIAS-Projekts, sie ist in der virtuellen Bibliothek Europeana zu sehen. Mehr…

Online-Ausstellung auf Europeana (auf Englisch)
CLAUDE CAHUN – EXPRESSION, ART AND ACTIVISM
About the French artist, writer, and activist
Entstanden im Rahmen des DE-BIAS Projekts

Claude Cahun (b.1894 in Nantes, France) was a French photographer, sculptor, writer and activist now known for iconic works that explore gender identity and sexuality. Born Lucy Schwob, the artist adopted the gender-neutral name Claude Cahun in 1917 as a way of protesting gender and sexual norms. Cahun’s partner in art and in life, Suzanne Malherbe, similarly chose to go by the more gender-neutral Marcel Moore. Mehr…

Podcast
Queere Mutterschaft
Zur Ausstellung WEIMAR WEIBLICH

Im Podcastgespräch mit der Berliner Künstlerin annette hollywood geht es u.a. um die Frage, warum lesbische Mütter in der Geschichtsschreibung kaum auftauchen und wenn, dann meistens in Kriminalakten. Außerdem stellt annette hollywood das Videoprojekt ihrer Spurensuche zu queerer Mutterschaft, anderkawer, vor, von dem ein Video auch im Foyer der Ausstellung WEIMAR WEIBLICH zu sehen ist.. Mehr…

Podcast
Das Homosexuellen-Melodram ANDERS ALS DIE ANDERN
Zur Ausstellung WEIMAR WEIBLICH

Richard Oswalds ANDERS ALS DIE ANDERN (DE 1919) war der erste Film, der Homosexualität und den Schwulenparagraphen 175 zum Thema machte. Der Filmwissenschaftler Wolfgang Theis schildert im Podcastgespräch mit Frauke Haß, dass der Aufklärungsfilm mit Conrad Veidt in der Hauptrolle zwar ein Kassenschlager, aber ebenso auch homophoben Angriffen ausgesetzt war. Mehr…

Filmgespräch
Karola Gramann und Heide Schlüpmann über MÄDCHEN IN UNIFORM (1931)
Zur Ausstellung WEIMAR WEIBLICH

Der Klassiker des frühen deutschen Tonfilms, der heute als lesbischer Kultfilm gilt, wartet mit einem rein weiblichen Cast und zwei Frauen in Schlüsselpositionen auf: Das Drehbuch schrieb Christa Winsloe, Regie führte Leontine Sagan. Im Anschluss an die Filmvorführung sprachen die Filmwissenschaftlerinnen Karola Gramann und Heide Schlüpmann über die Rezeptionsgeschichte, über die Bedeutung des Films für sie persönlich und über ein Interview, das sie Anfang der 80er Jahre mit der Hauptdarstellerin Hertha Thiele geführt haben. Mehr…

2001 kubrick

Filmvortrag
2001: A QUEER FUTURE
Int. Kubrick-Symposium 2018

Wird die Zukunft gender-fluid, also vom unspezifischen, wechselnden Geschlecht, geprägt sein? In diesem Vortrag von 2018 stellte Kulturhistoriker Dominic Janes heraus, dass Kubricks 2001 – ODYSSEE IM WELTRAUM auch als queere Odyssee gelesen werden kann. Mehr…

RHIZOM Filmgeschichte
QUEER CINEMA
Themenpfad

Die Plattform RHIZOM FILMGESCHICHTE befasst sich mit Filmanfängen. Im Themenpfad QUEER CINEMA – Counter-Narratives und filmische Experimente schreibt Karin Michalski über ein explizit politisches Phänomen, das sich nicht an festumrissenen Identitäten orientiert, sondern viel mehr normative gesellschaftliche Identitätskonzepte unterläuft, verwirrt, und erweitert. Mehr…

Online-Talk
OUTING IN DER FAMILIE
Prägende Filme und Kino

Anlässlich der queeren Aktionstage 2022 sprach Olaf Wehowski (LUCAS – Internationales Festival für junge Filmfans, DFF) mit Ioannis Karathanasis (Verband binationaler Familien und Partnerschaften) und Josefine Liebig (Bündnis Akzeptanz und Vielfalt Frankfurt) über Filme zum Thema Outing in der Familie. Mehr…