DAS LICHT AM FERNEN HORIZONT

Filmarchive schreiben Geschichte. Aber wessen Geschichte und für wen? Die von Tobias Hering und Björn Schmitt kuratierte Filmreihe „Von hier“ nimmt das 60-jährige Jubiläum des Anwerbeabkommens zwischen der Türkei und der Bundesrepublik Deutschland zum Anlass, mit 12 Filmprogrammen die Wechselbeziehungen zwischen Filmproduktion, Archivierung und migratorischen Bewegungen zu untersuchen. Neben diesen Veranstaltungen im Kino des DFF wird auf DFF Kino+ Mathew Kuzhippallils DAS LICHT AM FERNEN HORIZONT präsentiert, der an der HFF in München entstanden ist und nun vermutlich zum ersten Mal öffentlich zu sehen sein wird.

DAS LICHT AM FERNEN HORIZONT
BRD 1986. R: Mathew Kuzhippallil
D: Farouq Khan, Alexandra Prusa. 79 Min.

Mathew Kuzhippallil, der im indischen Bundesstaat Kerala aufgewachsen ist, kam über einige Umwege an die Hochschule für Fernsehen und Film in München (HFF). Sein Abschlussfilm DAS LICHT AM FERNEN HORIZONT rückt einen jungen Mann, Pravu, ins Zentrum, der für sein Studium aus Indien nach München zieht. Während Pravu versucht, in der Stadt Fuß zu fassen, und sich mit mehreren Jobs durchschlägt, entspinnt sich die Beziehung zu einer Frau: Pravu kommt mit Ilse zusammen, der Enkelin seiner Vermieterin, doch die Verbindung bleibt nicht lange bestehen. In poetischen Passagen spricht der Film über die Erfahrungen in München, aber auch allgemeiner über das Leben, die Kälte und Anonymität in einer europäischen Großstadt. Rassistische Dynamiken in der BRD beobachtet der Film subtil, beispielsweise mit Szenen, die Vorurteile von potenziellen Vermieter:innen und Polizeikontrollen bei der Arbeit als Zeitungsverkäufer zeigen.

Film und Einführung durch den Regisseur verfügbar auf DFF Kino+

Verfügbar auf DFF Kino+

Die Filmreihe „Von hier“ läuft noch bis 28. September im Kino des DFF.