IRANISCHES KINO

IRANISCHES KINO

Zum Kinostart von Mohammad Rasoulofs DOCH DAS BÖSE GIBT ES NICHT (2020) am 19. August präsentiert DFF Kino+ neben einem Politthriller des Regisseurs über staatlichen Terror im Iran der 1990er Jahre, MANUSCRIPTS DON’T BURN (2013), Jafar Panahis TAXI TEHERAN (2015), der Panahi als Taxifahrer durch die Hauptstadt Irans begleitet und dabei mühelos die Grenzen zwischen Dokumentarischem und Fiktion vermischt.

Verfügbar auf DFF Kino+

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MANUSCRIPTS DON’T BURN
Iran 2014. R: Mohammad Rasoulof

Teheran, in den 1990-er Jahren: Khosrow und Morteza plagen nicht nur die Ausführung eines geheimen Auftrages, sondern auch die Alltagssorgen. So benötigt Khosrow Geld für die dringende medizinischer Behandlung seines Sohnes. Dies scheint ihn zur Übernahme der monströsen Aufgabe nötigen: der Entführung und Ermordung regimekritischer Künstler. Kasra ist Autor, der es trotz ständiger Überwachung schafft, ein Buch über seine Erfahrungen als verfolgter Intellektueller zu schreiben. Die Geschichte vom misslungenen Attentat auf einen mit Schriftstellern vollbesetzten Bus ist dabei von zentraler Bedeutung. Als das Manuskript fertig ist und veröffentlicht werden soll, heftet sich der für den Anschlag zuständige Geheimdienstler Morteza, ein früherer Freund Kasras, an seine Fersen. Der Film funktioniert wie ein Paranoia-Thriller – nichts bleibt privat, nichts geheim – ganz ohne plakative Effekte. Um so beunruhigender erscheint so der Alltag im Iran, der konstant von Überwachung und Einschüchterung beherrscht wird. Dabei wechselt die Perspektive des Films immer wieder zwischen einem der beiden Auftragskiller und den drei regimekritischen Schriftstellern, die beseitigt werden sollen.

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TAXI TEHERAN
Iran 2015. R: Jafar Panahi

Ein Taxi fährt durch die lebhaften Straßen Teherans. Die wechselnden Fahrgäste erzählen freimütig, was sie umtreibt: ein Filmschmuggler vertickt die neueste Staffel von THE WALKING DEAD und Filme von Woody Allen, zwei alte Frauen wollen Goldfische in einer Quelle aussetzen und ein vorlautes kleines Mädchen erklärt ihren Anspruch auf Frappuccino und ihre Nöte beim Verwirklichen eines Kurzfilmprojekts für die Schule. Am Steuer sitzt der Regisseur selbst, der 2010 wegen „Propaganda gegen das System“ zu einem 20-jährigen Berufsverbot verurteilt wurde, und nun geheimnisvoll lächelnd einen neuen Film kreiert. Denn eine auf dem Armaturenbrett versteckte Kamera hält alles fest … Mit viel Herz und Humor zeichnet Jafar Panahi ein liebevolles Porträt der Menschen in seiner Heimat und schafft damit einen hoffnungsvollen Kontrast zu den üblichen negativen Nachrichtenmeldungen. Dabei verbindet er mit Leichtigkeit Gesellschaftskritik und Komödie und denkt nebenbei geschickt über die Möglichkeiten des Kinos nach. Der Gewinner des Goldenen Bären 2015 ist intelligent und unterhaltsam zugleich und zeigt, was Kino selbst unter ärgsten Restriktionen zu sein vermag.

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