duvarın yıkılması: Migrantische Perspektiven auf den Mauerfall

Am 9. November 1989 „fiel“ die Mauer in Berlin, das Ende der DDR wurde eingeläutet. Dreieinhalb Jahre später schaffte der Bundestag mit einer „Asylkompromiss“ genannten Grundgesetzänderung das Grundrecht auf Asyl im wiedervereinigten Deutschland de facto ab. Dazwischen lagen drei Jahre, die geprägt waren von rassistischen Pogromen und Morden in ganz Deutschland. Eine Sache hatte sich aber über die ganze Zeit nicht gewandelt: Die türkischen (präziser: die türkischen und kurdischen) Communities stellten vor wie nach der Wende die größte Minderheit in Deutschland dar. Und doch hatten sich in den direkten Nachwendejahren ihre Lebensrealitäten stark verändert. Während die weiß-deutsche Mehrheitsgesellschaft als wiedervereinigte Fußball-Weltmeister:innen mit neuem nationalen Selbstbewusstsein auf die internationale Bühne drängte, wurden die meisten (post-)migrantischen Communities immer stärker durch mediale und politische Diskurse bedrängt, rassistisch geframed und gewalttätig angegriffen. Anlass genug, 32 Jahre nach dem Mauerfall die Perspektiven der migrantischen Communities auf diese Zeit in den Blick zu nehmen und zwei Filme aus dem visuellen Archiv dieser Jahre zu heben: Can Candans DUVARLAR – MAUERN -WALLS und GERMANY: THE OTHER STORY von Mogniss H. Abdallah und Ken Fero.

Verfügbar auf

GERMANY: THE OTHER STORY – AUFENTHALT IM WIDERSTAND
Deutschland/Frankreich/Großbritannien 1991. R: Mogniss H. Abdallah, Ken Fero
30 Min.

Eine kollektiv produzierte Videoarbeit, in der Migrant:innen in Deutschland die aufgehetzte Stimmung und offene Gewalt im öffentlichen Raum dokumentieren und aufzeigen, welchen Gefahren sie alltäglich ausgesetzt sind. Neben Ratschlägen zur Selbsthilfe und Verteidigungstaktiken werden gemeinsame Überlegungen angestellt, wie es gelingen kann, das Ausmaß der Gewalttaten, Morde, sowie der institutionellen Diskriminierung durch das 1990 in Kraft getretene neue Ausländergesetz sichtbar zu machen.

Ein Film über die Kehrseite der Wiedervereinigung, über die Zunahme von rechtsextremistischer Gewalt, über rassistische Morde und die Situation von ImmigrantInnen und Flüchtlingen in Deutschland.

Verfügbar bis 2. Dezember auf DFF Kino+

DUVARLAR-MAUERN-WALLS
Türkei/USA 2000. R: Can Candan
83 Min.

Zwei Jahre nach dem Fall der Berliner Mauer und während des 30-jährigen Jubiläums des Gastarbeiterabkommens befragte der türkische Filmemacher Can Candan in seinem Dokumentarfilm Angehörige der türkischen Community Berlins zu ihren Erlebnissen zur deutschen Wiedervereinigung und der damit einhergehenden rassistischen Gewalt Anfang der 1990er Jahre: Männer, Frauen, Kinder, Jugendliche, Akademiker:innen, Gewerkschafter:innen, Straßenkehrer, Händler:innen und Politiker:innen, die teils kurz davor, teils bereits vor langer Zeit in die Stadt gekommen sind, verschiedenen Glaubensrichtungen und Ethnien angehören legen Zeugnis ab von ihren Erfahrungen mit der „wiedervereinigten“ Nation.

Verfügbar bis 2. Dezember auf DFF Kino+