Deutscher Herbst. Einführung von Rembert Hüser zu BRANDSTIFTER

Deutscher Herbst: BRANDSTIFTER

Einführung: Prof. Dr. Rembert Hüser (Medienwissenschaftler, Goethe- Universität)

Veranstaltung im Kino des DFF, 7.11.2017

2017 jährte sich der Deutsche Herbst zum 40. Mal. Die Zeit zwischen September und Oktober 1977, in der die Anschläge der Terrorgruppe „Rote Armee Fraktion“ (RAF) ihren Höhepunkt erreichten, war von heftigen politischen und medialen Auseinandersetzungen begleitet. Nachdem der deutsche Film auf die Anfänge der RAF-Bewegung zunächst kaum reagiert hatte (eine Ausnahme bildet Klaus Lemkes BRANDSTIFTER (BRD 1969)), setzte sich eine ganze Reihe Filmschaffender seit den späten 70er Jahren und bis heute mit den Geschehnissen des Deutschen Herbstes und ihren Folgen auseinander.

Film: BRANDSTIFTER
BRD 1969.
R: Klaus Lemke
D: Margarethe von Trotta, Iris Berben. 65 Min. Digital

Die in der APO aktive Studentin Anka glaubt nicht mehr daran, mit Worten allein die Welt verändern zu können und lässt Taten sprechen. In einer militanten Aktion deponiert sie eine Bombe in einem Kölner Kaufhaus. BRANDSTIFTER entstand Anfang 1969 und bezieht sich unmittelbar auf die Kaufhausbrandstiftungen des Frühjahrs 1968 durch die späteren RAF-Gründer/innen. Für Lemke selbst ist BRANDSTIFTER „der einzige authentische Film zu Baader-Meinhof, gedreht zu einem Zeitpunkt, wo […] der Prozess bevorstand“. Er setzt dabei vor allem auf Dialoge, in denen Überzeugung und Aufbruchsstimmung der Studentenbewegung ebenso zum Ausdruck kommen wie Verdruss und unüberwindliche Konflikte.

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