Synchron-Specials. BIENVENUE CHEZ LES CH’TIS

Vortrag von Nils Daniel Peiler zu WILLKOMMEN BEI DEN SCH’TIS

Veranstaltung im Kino des DFF, 10.2.2018

Was passiert, wenn ein Film vollständig neuvertont werden muss? Wie erfindet man die deutsche Version einer Kunstsprache? Was tun, wenn Inhalte sich für die Synchronfassung als politisch kontrovers erweisen? Wie beeinflussen prominente Filmregisseur/innen die Synchronisationen ihrer Filme und wie hört sich eine Erstsynchronisation Jahrzehnte nach dem Original an?

Der Filmwissenschaftler und Synchron-Experte Nils Daniel Peiler präsentierte im Kino des DFF „Synchron-Specials“. Die Filmreihe erkundete mit Begleitvorträgen monatlich einen anderen Themenschwerpunkt aus dem Feld der Synchronisation und machte populäre Filmklassiker neu erfahrbar.

Film: BIENVENUE CHEZ LES CH’TIS Willkommen bei den Sch’tis Frankreich 2008.
R: Dany Boon
D: Dany Boon, Kad Merad, Anne Marivin, Zoé Félix. 106 Min.

Die Sch’tis sind die Sprecher/innen des nordfranzösischen Dialekts „Ch’ti“, der für die übrigen Landsleute nur schwer verständlich und zugleich Zielscheibe von Spott ist. Für die deutsche Fassung des Komödienerfolgs erfand die Dialogbuchautorin und Synchronregisseurin Beate Klöckner eine eigene deutsche Kunstsprache. Dafür wurde WILLKOMMEN BEI DEN SCH‘TIS mit dem Liliput-Preis des Bundesverbands kommunale Filmarbeit und mit dem Deutschen Preis für Synchron ausgezeichnet.

Die Figuren sprechen hier eine Sprache, die Ähnlichkeiten mit dem Schwäbischen Dialekt hat und in der konsequent „s“ und „sch“ vertauscht sind. Die starbesetzte Synchronfassung wartet mit den Stimmen von Christoph Maria Herbst (Dany Boon) und Uta Hallant (Line Renaud), der deutschen Stammstimme von Audrey Hepburn, auf. Mit DIE SCH’TIS IN PARIS – EINE FAMILIE AUF ABWEGEN (UNE JOLIE CH‘TITE FAMILLE, FR 2018) setzt Dany Boon seinen Film aktuell fort.

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