17. LICHTER Filmfest

16. bis 21. April in Frankfurt

Zum 17. Mal wirft das LICHTER Filmfest die Projektoren in den Frankfurter Kinos an, um außergewöhnliche Filmkunst zu zeigen. Vom 17. bis 21. April sind im Kino des DFF Filme aus den Festival-Sektionen Internationaler Langfilm, Regionaler Langfilm, Zukunft Deutscher Film und der Hommage an Karl Baumgartner zu sehen. Im Kinderkino präsentiert LICHTER den Film LE PEUPLE MIGRATEUR. Außerdem ist Robert Gwisdek mit seinem Langfilmdebüt als Regisseur DER JUNGE, DEM DIE WELT GEHÖRT in der Reihe „Was tut sich – im deutschen Film?“ zu Gast.

In Kooperation mit:

Mittwoch  17.04.2024

18:00 Uhr

SHAHID

Deutschland 2024. R: Narges Kalhor. D: Baharak Abdolifard, Nima Nazarinia, Narges Kalhor. 82 Min. DCP. Dt./Engl./Farsi OmU
German/English/Farsi original version with German subtitles
Zu Gast: Narges Kalhor
Filmreihe: LICHTER Filmfest

Narges Kalhors preisgekrönter Hybridfilm folgt der Regisseurin bei ihrem Versuch, ihren ersten Nachnamen „Shahid“ – ein Titel, der iranischen Märtyrer:innen verliehen wird – ändern zu lassen. Dabei ergründet SHAHID Narges' Familiengeschichte und deren Verbindung zur Geschichte des Iran.

20:00 Uhr

LA BÊTE

The Beast
Kanada/Frankreich. 2023. R: Bertrand Bonello. D: Léa Seydoux, George MacKay, Guslagie Malanda. 146 Min. DCP. Frz. OmU
French original version with German subtitles
Filmreihe: LICHTER Filmfest

Im Jahr 2044 sind Gefühle nichts weiter als Hindernisse. Daher entscheidet sich Gabrielle für einen populären Eingriff, der verspricht, sie gänzlich von ihren Emotionen zu befreien. Während der Prozedur wird Gabrielle in ihre vergangenen Leben geschickt, um von dort entstandenen starken Gefühlen gereinigt zu werden. Die Zeichen eines vorbestimmten Schicksals erschüttern sie zutiefst. Mit Zeitreisen durch drei Epochen und durchdrungen von einer tiefen, existentiellen Angst ist LA BÊTE ein einnehmender und ausgefallener Science-Fiction-Film über den Verlust des emotionalen Kerns, der uns menschlich macht.

Donnerstag  18.04.2024

18:00 Uhr

FRANK MEYER

Deutschland 2023. R: Riccardo Dejan Jurkovic, Leonhard Hofmann. Dokumentarfilm. 84 Min. DCP. Dt. OmeU
German original version with English subtitles
Zu Gast: Riccardo Dejan Jurkovic, Leonhard Hofmann
Filmreihe: LICHTER Filmfest

Mit dem Kino lieben lernen – heute: Frank Meyer. Mehr als zehn lang Jahre begleitet der Dokumentarfilm den einstigen Bodybuilder. Zu Beginn der Dreharbeiten hat er seinen ersten Schlaganfall schon hinter sich, die Kamera würde er am liebsten selbst führen. Doch im Laufe der Zeit emanzipieren sich die jungen Filmemacher von Frank Meyers Anweisungen und machen ihm und dem Publikum damit ein Geschenk: Meyer lernt, sich selbst besser zu verstehen und wird so fähig, seine gepanzerte Männlichkeit zu hinterfragen.

20:15 Uhr

DER JUNGE, DEM DIE WELT GEHÖRT

Deutschland/Italien 2023. R: Robert Gwisdek. D: Julian Vincenzo Faber, Chiara Höflich, Denis Lavant. 92 Min. DCP
Zu Gast: Robert Gwisdek
Filmreihe: Was tut sich – im deutschen Film? / LICHTER Filmfest

Einmal pro Monat präsentieren DFF und epd film ein herausragendes deutschsprachiges Kinowerk mit anschließendem Werkstattgespräch. Im April ist in Kooperation mit dem LICHTER Filmfest Robert Gwisdek zu Gast. Der Sohn von Michael Gwisdek und Corinna Harfouch stand als Schauspieler in zahlreichen Fernsehproduktionen und Kinofilmen wie RENN, WENN DU KANNST (DE 2010) oder 3 TAGE IN QUIBERON (DE 2018) vor der Kamera, außerdem ist er als Musiker, Musikvideoregisseur und Buchautor tätig. DER JUNGE, DEM DIE WELT GEHÖRT, Gwisdeks Langfilmdebüt als Regisseur, feierte seine Premiere auf den Hofer Filmtagen 2023.

Basilio lebt allein in einer abgelegenen malerischen Villa auf Sizilien. Seine Zeit verbringt der junge Erwachsene damit, Musik zu schreiben und diese zu spielen. Als eines Tages ein mysteriöser Mentor vor seiner Haustür auftaucht, der mal härtere, mal sanftere Unterweisungsmethoden anwendet, verändert sich Basilios Leben grundsätzlich: Er soll sich auf die Suche nach der „wahren Poesie“ begeben. Als er kurze Zeit später auf die genauso geheimnisvolle Karla trifft, verwandelt sich sein Leben immer weiter in ein Gedicht.

Freitag  19.04.2024

18:00 Uhr

ARCHITECTON

Frankreich/Deutschland/USA 2024. R: Victor Kossakovsky. Dokumentarfilm. 98 Min. DCP. Engl. OmU
Original version with German subtitles
Zu Gast: Victor Kossakovsky
Filmreihe: LICHTER Filmfest

Stein oder Beton – Viktor Kossakovskys Film Architecton ist eine poetische Reise in die Welt der Baustoffe. Sein forschender Blick auf den Größenwahn des Menschen und dessen Beziehung zur Natur wirft drängende Fragen auf: Wie bauen wir jetzt und was muss geschehen, damit unsere Bauten in Zukunft nachhaltiger werden? Die bildgewaltige Dokumentation zeigt, dass zwischen den Steinen und dem Staub vergangener Zivilisationen vielleicht auch eine Architektur der Hoffnung zu finden ist.

20:00 Uhr

BLONDI

Argentinien/Spanien/USA 2023. R: Dolores Fonzi. D: Dolores Fonzi, Toto Rovito, Carla Peterson, Rita Cortese. 87 Min. DCP. Span. OmeU
Spanish original version with English subtitles
Filmreihe: LICHTER Filmfest

Die junge Mutter Blondi und ihr Teenager-Sohn Mirko verbindet eine außergewöhnliche Beziehung: Die zwei sind wie beste Freund:innen, teilen sich die Joints und den Freundeskreis und genießen ihre Zeit auf Konzerten. Während Mirko langsam damit beginnen muss, an eine eigene Zukunft zu denken, finden sich die zwei plötzlich auf einem Roadtrip wieder, um Blondis abgetauchte Schwester zurückzuholen.

21:45 Uhr

GHOST DOG

Ghost Dog – Der Weg des Samurai
Frankreich/Deutschland/USA/Japan 1999. R: Jim Jarmusch. D: Forest Whitaker, Joh Tormey, Cliff Gorman. 116 Min. DCP. Engl. OmU
English original version with German subtitles
Filmreihe: LICHTER Filmfest

Der introvertierte Auftragskiller Ghost Dog pflegt wenig Kontakte zur Außenwelt: Seine Aufträge werden ihm per Brieftaube zugeschickt, sein einziger Medienkonsum ist ein altes japanisches Buch über den Kodex des Samurai. Er lebt von den Aufträgen eines Mafiamitglieds, doch irgendwann gerät er selbst in den Fokus der Mafia. Jim Jarmuschs Gangsterfilm mit einem großartigen Forest Whitaker ist eine Hommage an den Film Noir und beeindruckt durch seine schlafwandlerische Atmosphäre.

Samstag  20.04.2024

16:00 Uhr

KHANE-YE DOUST KODJAST?

Wo ist das Haus meines Freundes?
Iran 1987. R: Abbas Kiarostami. D: Babek Ahmed Poor, Ahmed Ahmed Poor, Khodabakhsh Defaei. 83 Min. DCP. Farsi OmeU
Farsi original version with English subtitles
Filmreihe: LICHTER Filmfest

Weil der achtjährige Ahmed aus Versehen das Aufgabenheft seines Freundes Mohamed eingesteckt hat, dem dafür eine Bestrafung droht, macht Ahmedsich auf den Weg ins Nachbardorf, um seinem Freund das Heft zu bringen. Kiarostami setzt die einfache Geschichte von Ahmeds Odyssee in klare Bilder, in die er ebenso eine durchaus sichtbare Gesellschaftskritik einfließen lässt.. Ein Klassiker des neuen iranischen Kinos.

18:00 Uhr

NATHAN FARB AND THE COLD WAR

Nathan Farb und der kalte Krieg
Weltpremiere
Deutschland 2024. R: Nathaniel Knop. Dokumentarfilm. 112 Min. DCP. Dt./Rus./Engl. OmU
German/Russian/English original version with German subtitles
Zu Gast: Nathaniel Knop, Nathan Farb
Filmreihe: LICHTER Filmfest

Der New Yorker Fotograf Nathan Farb hatte mit seiner Kamera 1977 beim Besuch in Nowosibirsk viele junge Leute und Familien porträtiert. Gemeinsam mit Farb entwickelte Regisseur Nathaniel Knop den wagemutigen Plan, die Menschen, die er damals ablichtete, heute noch einmal zu besuchen. Farb reist also erneut nach Sibirien, diesmal zusammen mit den Frankfurter Kinobrigada-Helden Nathaniel Knop und Peter Rippl, im Gepäck Foto- und Filmkameras.

20:30 Uhr

LA ESTRELLA AZUL

The Blue Star
Deutschlandpremiere
Spanien/Argentinien 2023. R: Javier Macipe. D: Pepe Lorente, Mariela Carabajal, Noelia Verenice López. 129 Min. DCP. Span. OmeU
Spanish original version with English subtitles
Zu Gast: Javier Macipe
Filmreihe: LICHTER Filmfest

Mauricio ist einer der Glücklichen, die von ihrer Musik eigentlich ganz gut leben können. Vollkommen zufrieden ist der Rock’n’Roll-Musiker mit seiner Lage zwischen Kunst und Kommerz jedoch nicht: Um nach musikalischer Inspiration zu suchen, begibt er sich auf eine Reise nach Argentinien, wo er die Chacarera-Legende Carlos Carabajal trifft. Dieser zeigt ihm neben einer anderen Art, Musik zu machen auch eine neue Perspektive auf das Leben. Für eine Weile vermischen sich die Lebens- und Schaffenswege der beiden Musiker.

Sonntag  21.04.2024

12:00 Uhr

FILMSTUNDE_23

Deutschland 2024. R: Edgar Reitz, Jörg Adolph. Dokumentarfilm. 89 Min. DCP
Filmreihe: LICHTER Filmfest

Edgar Reitz begibt sich zurück zu seinen pionierhaften Benühungen in den 1960er Jahren, den Film und seine Ästhetik erstmals als eigenes Schulfach zu unterrichten. Jahrzehnte später wird der mittlerweile durch seine HEIMAT-Reihe weltberühmt gewordene Regisseur von einer ehemaligen Schülerin des Mädchengymnasiums auf den Unterricht angesprochen und sie beschließen ein Klassentreffen.

18:00 Uhr

NOME

Deutschlandpremiere
Guinea-Bissau/Frankreich/Angola/Portugal 2023. R: Sana Na N’Hada. D: Marcelino António Ingira, Binete Undonque, Marta Dabo. 118 Min. DCP. Port. OmeU
Portuguese original version with English subtitles
Filmreihe: LICHTER Filmfest

1969. Ein blutiger Befreiungskrieg hat Guinea-Bissau entzweigerissen. Während es junge Männer wie Nome zu den Guerilla-Truppen zieht, um gegen die portugiesische Kolonialmacht zu kämpfen, bleiben die Frauen in ihren Dörfern zurück. Die schwangere Nambú muss auf den Schutz eines Naturgeistes hoffen, um zu überleben. Zwischen bedrohlichen Archivaufnahmen und gewaltigen Bildern des Regenwalds entscheidet sich das Schicksal eines Landes. Aber noch viel wichtiger: Die Zukunft seiner Bewohner:innen.

20:30 Uhr

NO FUTURE – KURZE FILME ÜBER DIE ZUKUNFT

Programm kuratiert von Karola Gramann, Heide Schlüpmann und Björn Schmitt Div. 1920-2023. R: Angelika Levi, Antje Schäfer, Stan Brakhage, Grace Jones, Germaine Dulac, Uli Sappock, Ana Vaz, Bruce Conner, Blake Williams u.a. Ca. 70 Min. Div.
Filmreihe: LICHTER Filmfest

Die Zukunft lässt sich zwar nicht vorhersagen, doch das ist kein Grund, es im Experimentalfilm nicht doch zu versuchen: Reflektionen auf 16mm, Video und in 3D über die Erfahrung von Zeit, das Spiel mit Erwartungen und den Wunsch, ein „neues Sehen“ zu entwickeln. No Future widmet sich verschiedenen Facetten der Zukunft von den 1920ern bis in die Gegenwart der 2020er Jahre.