TERZA VISIONE – 7. FESTIVAL DES ITALIENISCHEN GENREFILMS

(Schauburg Karlsruhe, 25.-29.08.2021)
Terza Visione

Nach drei Ausgaben in Nürnberg und dem erfolgreichen Umzug nach Frankfurt fand das Festival des italienischen Genrefilms im Juli 2019 bereits zum dritten Mal im Kino des DFF – Deutsches Filminstitut & Filmmuseum statt. „Terza Visione“ bedeutet „Dritte Spielzeit“ und ist einer früher in Italien üblichen Bezeichnung für Nachspielkinos entlehnt. Im Fokus steht das populäre italienische Kino der 1950er bis 1980er Jahre, das in seiner Blütezeit einen Großteil der nationalen Filmproduktion ausmachte und erfolgreich in alle Welt exportiert wurde. Der schiere Umfang dieses filmischen Kosmos brachte unterschiedliche Metamorphosen und künstlerische Handschriften hervor, die das Programm facettenreich und mit fachkundigen Einführungen beleuchtet.

2020 musste das Festival aufgrund der Pandemie leider entfallen.

Kurztexte zu allen Filmen des Programms sind zu finden im August-Monatsprogramm der Schauburg (ab S. 23), hier als Live-Paper zu lesen.

Kontakt

Andreas Beilharz
Tel.: +49 69 961 220 – 504
E-Mail: Beilharz@dff.film

TERZA VISIONE – 7. FESTIVAL DES ITALIENISCHEN GENREFILMS
(Schauburg Karlsruhe, 25.-29.08.2021)

DFF – Deutsches Filminstitut & Filmmuseum präsentiert eine unvergessliche Sonderausgabe des Festivals auf der riesigen Cinerama-Bildwand der Schauburg in Karlsruhe. Länger, größer und schöner als je zuvor! Wie gewohnt sind alle Filme in 35mm-Kopien zu sehen, oftmals in Technicolor und CinemaScope. Mit HERKULES EROBERT ATLANTIS und beigefügtem Kurzfilm gibt es außerdem ein 70mm-Programm zu erleben!

Programmübersicht:

Mittwoch 25.08.
19:00 ARRIVEDERCI ROMA (Roy Rowland, 1957)
21:45 DIE NEUNSCHWÄNZIGE KATZE (Dario Argento, 1971) (OmU) (+K)

Donnerstag 26.08.
12:30 DIE 7 PISTOLEN DES MACGREGOR (Franco Giraldi, 1966) (+K)
15:30 ADDIO ONKEL TOM (G. Jacopetti, F. Prosperi, 1971)
20:00 ZUCKER FÜR DEN MÖRDER (M. Cloche, F. Chentrens, 1968)
22:30 WITCHCRAFT – DAS BÖSE LEBT (Fabrizio Laurenti,1988)

Freitag 27.08.
12:30 WETTLAUF GEGEN DEN TOD (Corrado Farina, 1971) (OmeU)
15:00 HERKULES EROBERT ATLANTIS (Vittorio Cottafavi, 1961) (+K)
20:00 BONNIE UND CLYDE AUF ITALIENISCH (Steno, 1983)
22:30 FRAUEN IM ZUCHTHAUS (Brunello Rondi, 1974) (+K)

Samstag 28.08.
13:00 FÜR DICH HAB‘ ICH GESÜNDIGT (Mario Costa, 1953) (+K)
15:45 FLASHBACK (Raffaele Andreassi, 1969) (OmU)
20:00 MORD AUF DER VIA VENETO (Alberto De Martino, 1968)
22:30 DIE LETZTEN KANNIBALEN (Ruggero Deodato, 1977)

Sonntag 29.08.
13:00 ABENTEURER DER SÜDSEE (Folco Quilici, 1971)
15:30 EROTICA (N. Manfredi, S. Sollima u.a., 1962)
20:00 DAS DUELL DER BESTEN (Giacomo Battiato, 1983)
22:30 …UND DU WIRST IN SCHRECKEN LEBEN! DAS JENSEITS (Lucio Fulci, 1981) (+K)


Legende:
OmU/OmeU = Original mit dt. bzw. engl. Untertiteln (ohne Kennzeichnung: deutsche Fassung)
(+K) = mit Kurzfilm (darunter fünf Filme von Peter Tscherkassky). Bei vielen anderen Vorstellungen gibt es zudem historische Kinotrailer und/oder Einführungen.


 

Auflagen des Kinobesuchs:

Welche Auflagen Ende August in Karlsruhe konkret gültig sein werden, steht momentan unter einem gewissen Vorbehalt. Nach derzeitigem Stand wird ein Negativnachweis erforderlich sein (Impfung, Genesung oder Test nicht älter als 48 Stunden, kostenlose Testmöglichkeiten gibt es direkt in Kinonähe) und im Kinosaal freie Platzwahl bestehen, mit Abstand zwischen Gruppen und ohne Maskenpflicht am Platz. Insgesamt bietet das Kino und der Saal durch seine Größe ideale Voraussetzungen, um auch in der derzeitigen Situation das Festival möglichst entspannt und sicher für alle durchzuführen.
>>> Aktuelle Auflagen (PDF) <<<

Preisgestaltung:

Für Einzelkarten gelten an allen Tagen die Wochenendtarife der Schauburg. Wir freuen uns, trotz gestiegener Kosten und hohen Aufwands die Dauerkarten zum unveränderten (Durchschnitts-)Preis günstig anbieten zu können. Wir bieten jedoch eine Unterstützer-Preiskategorie an für alle, die das Festival und das Kino nach der langen Schließung zusätzlich unterstützen möchten. Das hilft als Soli-Modell zudem indirekt, einigen Interessierten in eher prekärer Finanzlage die rabattierte Teilnahme zu ermöglichen (bitte in letzterem Fall einfach bei uns melden).

Ticketinfos:

Einzelkarte: 9,50 Euro (8,00 Euro ermäßigt)
Tageskarte: 28 Euro
Dauerkarte: 90 Euro (120 Euro Unterstützer-Option)

Der Online-Vorverkauf startet voraussichtlich am 27.07. auf www.schauburg.de und an der Kinokasse. Reservierungen von Dauerkarten sind weiterhin auch unter terza-visione(at)gmx.de möglich.

Weitere Infos auch unter: www.facebook.com/terzavisione

Kurzfilme von Peter Tscherkassky im Vorprogramm:
Der heimliche „director in focus“ dieser Festival-Sonderausgabe ist kein Italiener, sondern ein Österreicher! Wie kommt es zu diesem Ausflug ins nördliche Nachbarland? Den Grund, den man auch Vorwand nennen könnte, liefern Sergio Leone und Andrea Bianchi. Dass Peter Tscherkassky u.a. Filmkopien von ZWEI GLORREICHE HALUNKEN und MALABIMBA bearbeitet hat, um daraus seine Werke INSTRUCTIONS FOR A LIGHT AND SOUND MACHINE und THE EXQUISITE CORPUS zu formen, ist uns willkommener Anlass, die flirrend-fiebrigen Bild- und Klangwelten seiner spektakulären Experimentalfilme auf der riesigen Cinerama-Leinwand zur mit voller Wucht alle Augen und Ohren attackierenden Entfaltung zu bringen. Auf einer Metaebene könnte das auch kaum besser passen zu unserem eigenen Verhältnis zum Trägermaterial, seiner Geschichte und Bedeutung, seiner stets von Verfall und Zerstörung bedrohten Fragilität, und der Geduld, Leidenschaft (wie auch Leidensfähigkeit), Kraftanstrengung und Schönheit, die in seiner Auffindung, Bearbeitung, Bewahrung, Verteidigung und Sichtbarmachung liegt.

Tscherkasskys Kino, das ist materialisierte Filmtheorie und filmvermittelnde Materialexegese, bei der die buchstäbliche physische Zerstörung,  das „Filetieren“ und Re-Arrangieren von vorgefundenem Filmmaterial zu einer sinnlichen Feier der ungezügelten Schaulust wird, die Motive, Figuren und Stimmungen auf elektrisierende Weise herausschält und verdichtet. Pures Kino, geboren aus reinem Handwerk: Bildkader für Bildkader akribisch bearbeitet, zum Stillstand, zum Flackern, zum Zittern, zum Verschmelzen und zur rasanten Beschleunigung gebracht und dabei von der Tonspur gedämpft, attackiert oder befeuert. Über- und Mehrfachbelichtung, Verdunkelungs- und Verzerrungs-Effekte, Split-Screen oder Wechsel zwischen Positiv und Negativ sind nur einige Werkzeuge und Tricks aus der Zauberkiste dieses Kinos der genuin filmischen Attraktionen, das uns fünf Tage lang begleiten wird, denn an jedem Terza-Visione-Tag gibt es einen Tscherkassky-Film im Vorprogramm: Mit DREAM WORK fangen wir zu träumen an und am Ende landen wir im OUTER SPACE. Und am Festivalsamstag läuft mit TRAIN AGAIN in brandneuer 35mm-Kopie die deutsche Premiere der neuesten Tscherkassky-Schöpfung, die erst vor wenigen Tagen in Cannes ihre Weltpremiere erlebt hat. Eine rein zufällige und doch glückliche Fügung.

Zugegeben: Unser Vorwand für diese Programmentscheidung mag ein wenig fadenscheinig sein, aber wir sind sicher, dass diese fünf horizonterweiternden Seherfahrungen den „Seitensprung“ ins Nachbarland rechtfertigen werden und (nicht nur) Leone und Bianchi selten so intensiv zu erleben waren. The Ecstasy of (Celluloid) Gold!

Historische Kinotrailer im Vorprogramm
Neben den Kurzfilmen setzt diesmal auch eine umfangreiche Auswahl an zeitgenössischen 35mm-Trailern für zusätzliche Akzente. Einen Schwerpunkt bilden dabei italienische Kinotrailer, die überwiegend aus der Cineteca del Friuli stammen. Nachdem beim Festival diesmal aus verschiedenen Gründen die meisten Langfilme in deutscher Fassung laufen, kommt auf diese Weise die italienische Sprache nicht zu kurz und gleichzeitig bietet sich, gerade im Vergleich zu den ebenfalls zu sehenden deutschen Trailern, ein interessanter Einblick in die damalige Verleihpraxis. Komödie, Nachtclub-Revue, Musicarello, Poliziottesco sowie zwei etwas längere Trailershows zum Horrorfilm und zum Giallo sind ebenso dabei wie kurze Abstecher in die USA und die BRD – und auch Totò und Spencer/Hill sind vertreten. Die vielleicht größte Kuriosität ist der italienisch synchronisierte Technicolor-Trailer zu einem taiwanesischen Action-Krimi und auch ein japanischer Stuntfahrer-Film ist dabei.

Eine weitere große Rarität im Vorprogramm (am Fr. 27.8. um 22:30 Uhr): Eine nur anderthalbminütige, stumme Casting-Aufnahme aus den 1960ern, in der Gestik und Mimik der Darstellerin Alicia Brandet (SICARIO 77) in Großaufnahme studiert werden.

Foto: ©Fabry

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