Remake on Location

Die diesjährige Hommage von Remake – Frankfurter Frauen Film Tage gilt der Kritikerin und Autorin Frieda Grafe (1934–2002). Das Programm besteht aus einer Auswahl von Grandhotel-Filmen, die Grafes Text „Die Saubere Architektur in Gefahr. Die Grandhotels in der Unterhaltungsindustrie“ von 1990 entnommen ist.

In Kooperation mit

Logo: Remake Frankfurter Frauen Filmtage

Bitte beachten Sie:

Ab Donnerstag, 25.11.2021, gilt bei uns für alle Besucher:innen 2G, hierfür müssen alle Nachweise im Original und mit einem amtlichen Lichtbildausweis (ebenfalls im Original) am Infopunkt beim Betreten des DFFs präsentiert werden. Ausgenommen von 2G sind Kinder und Jugendliche unter 18 Jahre und Menschen, die sich aus medizinischen Gründen nicht impfen lassen können. Kinder unter 6 Jahren (nicht im schulpflichtigen Alter) brauchen keinen Nachweis. Alle Schüler:innen können nach wie vor ihre Testhefte (Hessen) vorlegen oder einen zertifizierten Antigen-Test (24h) vorlegen. Menschen, die sich aus medizinischen Gründen nicht impfen lassen können, müssen unbedingt ein medizinisches Attest, einen amtlichen Lichtbildausweis mit einem zertifizierten Antigentest (24h) alles im Original vorzeigen.

Freitag  10.12.2021

18:00 Uhr

DÉTECTIVE

FR 1985. R :Jean-Luc Godard. D: Johnny Hallyday, Nathalie Baye, Claude Brasseur, Jean-Pierre Leaud. 95 Min. 35mm. OmU
Original version with German subtitles
Einführung: Verena Lueken
Filmreihe: Remake on Location

„Das Concorde-Saint-Lazare ist für Godard, zum Genre passend, ein natürliches Studio – wie das Ritz und das Crillon als Hotels natürliche Paläste und das Lutétia für die Nazis eine natürliche Telefonzentrale. In den anderen Zeiten, die auch dieses Hotel gekannt haben, stiegen hier die Gäste aus Übersee ab, denn der Gare Saint-Lazare ist der Bahnhof für die Züge aus und nach Le Havre. Die Kategorie Vergnügungsreisende gibt es längst nicht mehr. Die Touristen, die an ihre Stelle getreten sind, sieht man in Godards Film verkörpert in einem alten amerikanischen Ehepaar, das durch die pompöse, im alten Glanz erhaltene Halle humpelt. Die Zimmer hinter den Türen an den schlauchlangen Fluren sind nach modernsten Maßgaben ökonomisch zugeschnitten und eingerichtet. […] Die melancholische Beleuchtung, in die Godards Film getaucht ist, partizipiert am ehemaligen Glanz eines ehemals großen Hauses. Die Geschichte dieses Bautyps ist zu Ende wie die eines bestimmten Kinos. Durchsichtig ist die Wahrheit, sagt ein weises kleines Mädchen, momentan, zwischen Auftauchen und Verschwinden.“ (Frieda Grafe, „Filmhistorischer Hotelführer“, 1990)

20:15 Uhr

DIE TAUSEND AUGEN DES DR. MABUSE

BRD/IT/FR 1960. R: Fritz Lang. D: Wolfgang Preiss, Dawn Adams, Peter van Eyck. 104 Min. 35mm
Einführung: Heide Schlüpmann
Filmreihe: Remake on Location

„Der Name Luxor für das Hotel im Film macht schon den ganzen Unterschied. Die Grandhotels der deutschen Filme nach 45 haben nicht mehr Vorkriegsniveau, aber in Fritz Langs Dramaturgie immer noch deren Funktion. Das Luxor von 1960 entspricht dem Olympic in SPIONE von 1928. Aus den Detektivgeschichten sind Thriller geworden. Das Luxor ist die Operationszentrale des Verbrechens. Verfolger und Verfolgte wohnen in einem Haus. Die Frauen, als Köder eingesetzt, erweisen sich als unberechenbar und pervertieren das System. Lang rechtfertigte den Film einem Freund gegenüber, der die dämonische Aura seiner Vorkriegsfilme vermisste: das ist die kalte Realität von heute. [...] Eine Zeitungsnotiz gibt Lang als Inspirationsquelle für den Film an. Von Albert Speer geplant, sollten an der Nord-Süd-Achse von Berlin/Germania repräsentative Staatshotels entstehen, ausgestattet mit perfekten Abhöranlagen. Die Bespitzelungsapparatur ist im Film in Richtung Television weiterentwickelt. Seine durchsichtigen Spiegelwände sind erinnerungsträchtig. Wie in Cocteaus Filmen haben sie mit der Natur des Kinos zu tun. Sie implizieren den Zuschauer als Voyeur.“ (Frieda Grafe, „Filmhistorischer Hotelführer“, 1990)