Hoffmanniana – Filmreihe zum 200. Todestag E.T.A. Hoffmanns

Hoffmanniana – so lautete der Titel des letzten Projektes von Andrei Tarkowski, in dem sich der sowjetische Regisseur mit dem Leben und Werk von E.T.A. Hoffmann beschäftigen wollte. Tarkowski war fasziniert von den Werken des Dichters, Komponisten und Zeichners, doch es gelang ihm nicht, den geplanten Film vor seinem Tod 1986 abzuschließen. Eine Filmreihe im Kino des DFF erkundet anlässlich der Ausstellung Unheimlich Fantastisch – E.T.A. Hoffmann 2022 im Deutschen Romantik Museum die vielfältigen Beziehungen zwischen den Werken E.T.A Hoffmanns und dem Kino, von der Stummfilmzeit bis in die 1990er Jahre. Früh in der Geschichte des Films entwickelte sich eine Faszination für den Wahn, das Unheimliche und Fantastische. So ist es nicht verwunderlich, dass die Erzählungen E.T.A. Hoffmanns eine beliebte Inspiration für das Kino darstellten. Neben den Erzählstoffen zeigt auch Hoffmanns Affinität für Mechanik, Optik  und Unbewusstes eine gewisse Nähe zum Kino auf.

Die Filmreihe ist eine Zusammenarbeit mit dem Team des E.T.A. Hoffmann Portals der Staatsbibliothek zu Berlin, der Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung, dem Deutschen Romantik Museum sowie der Kuratorin Anett Werner-Burgmann.

Donnerstag  08.12.2022

18:00 Uhr

DER STUDENT VON PRAG


Deutschland 1913. R: Hanns Heinz Ewers. D: Paul Wegener, Lyda Salmonova, Grete Berger. 85 Min. DCP
Mit Klavierbegleitung
Filmreihe: Hoffmanniana. Filmreihe zum 200. Todestag E.T.A. Hoffmanns

Nur wenige Filme sind für die deutsche Filmgeschichte derart bedeutend wie DER STUDENT VON PRAG. Es handelte sich um den ersten Autor:innenfilm mit einem dezidierten Kunstanspruch. Zwei Neuverfilmungen in den 1920er und 1930er Jahren zeugen von seinem Einfluss. Inhaltlich war DER STUDENT VON PRAG ein Vorbote der Filme, die Lotte Eisner später unter „Die dämonische Leinwand“ zusammenfasste. Für das Drehbuch über einen Studenten, der einem satanischen Zauberer sein Spiegelbild verkauft, griff der Schriftsteller Hanns Heinz Ewers, der laut Vorspann den Film auch inszenierte (klassische Filmgeschichten nennen den dänischen Regisseur Stellan Rye), auf Elemente von Erzählungen E.T.A. Hoffmanns und Edgar Allan Poes zurück und formte daraus gemeinsam mit dem Kameramann Guido Seeber und dem Hauptdarsteller Paul Wegener ein genuines Werk der schwarzen Romantik.

Freitag  09.12.2022

20:30 Uhr

HOFFMANNS ERZÄHLUNGEN (1923)


Österreich 1923. R: Max Neufeld. D: Dagny Servaes, Max Neufeld, Kitty Hulsch. 79 Min. DCP. Musikfasssung
Filmreihe: Hoffmanniana. Filmreihe zum 200. Todestag E.T.A. Hoffmanns

Wie schon in Richard Oswalds Verfilmung von 1914 greift auch Max Neufeld auf das Libretto von Jules Barbier zur Oper Les Contes d’Hoffmann von Jacques Offenbach zurück. Wie dort tritt in einer Rahmenhandlung des Films E.T.A. Hoffmann persönlich auf und erzählt drei Geschichten; verwendet werden Motive aus Der Sandmann, Die Abenteuer der Sylvester-Nacht und Die Serapionsbrüder. E.T.A. Hoffmann wird von Max Neufeld selbst verkörpert. In der filmischen Umsetzung sind die Motive der schwarzen Romantik offenkundig. Der Film galt lange nur als verstümmelt erhalten, bevor er im vergangenen Jahr vom Filmarchiv Austria restauriert wurde.

Donnerstag  15.12.2022

18:00 Uhr

HOFFMANNS ERZÄHLUNGEN (1923)


Österreich 1923. R: Max Neufeld. D: Dagny Servaes, Max Neufeld, Kitty Hulsch. 79 Min. DCP. Musikfasssung
Filmreihe: Hoffmanniana. Filmreihe zum 200. Todestag E.T.A. Hoffmanns

Wie schon in Richard Oswalds Verfilmung von 1914 greift auch Max Neufeld auf das Libretto von Jules Barbier zur Oper Les Contes d’Hoffmann von Jacques Offenbach zurück. Wie dort tritt in einer Rahmenhandlung des Films E.T.A. Hoffmann persönlich auf und erzählt drei Geschichten; verwendet werden Motive aus Der Sandmann, Die Abenteuer der Sylvester-Nacht und Die Serapionsbrüder. E.T.A. Hoffmann wird von Max Neufeld selbst verkörpert. In der filmischen Umsetzung sind die Motive der schwarzen Romantik offenkundig. Der Film galt lange nur als verstümmelt erhalten, bevor er im vergangenen Jahr vom Filmarchiv Austria restauriert wurde.

Samstag  17.12.2022

18:00 Uhr

DIE ELIXIERE DES TEUFELS


BRD 1976. R: Manfred Purzer. D: Dieter Laser, Sylvia Manas, Peter Brogle. 113 Min. 35mm
Filmreihe: Hoffmanniana. Filmreihe zum 200. Todestag E.T.A. Hoffmanns

Eines der berühmtesten Werke E.T.A. Hoffmanns ist der Roman Die Elixiere des Teufels von 1815/16, dessen Hauptfigur, der Mönch Medardus, vom Elixier des Teufels trinkt, auf Wanderschaft nach Italien geht und allerlei Abenteuer erlebt. Die Adaption Manfred Purzers von 1976 muss auf vieles aus der Vorlage verzichten, etwa die Vorgeschichte, erzählt aber die Abenteuer der Hauptfigur mit ebenso viel Sinn für realistische wie auch für phantastische Elemente.

Sonntag  18.12.2022

18:00 Uhr

CARDILLAC


BRD 1969. R: Edgar Reitz. D: Hans Christian Blech, Catana Cayetano, Rolf Becker. 97 Min. 35mm
Filmreihe: Hoffmanniana. Filmreihe zum 200. Todestag E.T.A. Hoffmanns

Edgar Reitz’ zweiter langer Spielfilm CARDILLAC ist eine freie Adaption der Novelle Das Fräulein von Scuderi von E. T. A. Hoffmann. Cardillac ist ein angesehener Goldschmied, der zurückgezogen mit seiner Tochter und einem Gehilfen lebt und sich ganz seiner Kunst verschrieben hat. Von seinen Schmuckstücken kann er sich nicht trennen. Wenn er aus finanziellen Gründen doch mal eines verkaufen muss, bringt er seine Kund:innen um, um sich das Stück zurückzuholen. Die Handlung verlegte der Regisseur in das Westberlin Ende der 1960er Jahre. Mit dem Film zeichnete Reitz eine Parabel auf den sozial isoliert lebenden Kunstschaffenden, der sich immer mehr in einen Wahn hineinsteigert. Im Film verwendet er verschiedenen Mittel der Verfremdung, etwa den Wechsel von Schwarzweiß- zu Farbszenen. Außerdem reflektieren die Darsteller:innen über ihre Rollen.

Dienstag  20.12.2022

20:30 Uhr

DIE ELIXIERE DES TEUFELS


BRD 1976. R: Manfred Purzer. D: Dieter Laser, Sylvia Manas, Peter Brogle. 113 Min. 35mm
Filmreihe: Hoffmanniana. Filmreihe zum 200. Todestag E.T.A. Hoffmanns

Eines der berühmtesten Werke E.T.A. Hoffmanns ist der Roman Die Elixiere des Teufels von 1815/16, dessen Hauptfigur, der Mönch Medardus, vom Elixier des Teufels trinkt, auf Wanderschaft nach Italien geht und allerlei Abenteuer erlebt. Die Adaption Manfred Purzers von 1976 muss auf vieles aus der Vorlage verzichten, etwa die Vorgeschichte, erzählt aber die Abenteuer der Hauptfigur mit ebenso viel Sinn für realistische wie auch für phantastische Elemente.

Donnerstag  22.12.2022

18:00 Uhr

UNHEIMLICHE GESCHICHTEN


Deutschland 1919. R: Richard Oswald. D: Anita Berber, Reinhold Schünzel, Conrad Veidt. 109 Min. DCP
Mit Klavierbegleitung
Filmreihe: Hoffmanniana. Filmreihe zum 200. Todestag E.T.A. Hoffmanns

Eingerahmt von einem Vor- und Nachspiel erzählt UNHEIMLICHE GESCHICHTEN fünf Episoden, die durch phantastische und bizarre Einfälle bestechen. Zwei davon wurden für den Film geschrieben, die drei anderen beruhen auf Vorlagen von Edgar Allan Poe, Anselma Heine und Robert Louis Stevenson. Der Regisseur Richard Oswald war ein Pionier des Horrorfilms in Deutschland. UNHEIMLICHE GESCHICHTEN war so erfolgreich, dass der Regisseur 1932 ein Tonfilmremake drehte. Die drei Hauptdarsteller:innen spielen in der Rahmenhandlung den Teufel, den Tod und eine Dirne und auch in allen fünf Episoden die Hauptrollen. Mit ihren Schwarzweiß-Lichteffekten und ihren brillanten Trickaufnahmen beeindruckt insbesondere die Kameraarbeit von Carl Hoffmann.

Freitag  23.12.2022

20:30 Uhr

NOSFERATU - EINE SYMPHONIE DES GRAUENS


Deutschland 1922. R: F. W. Murnau. D: Max Schreck, Alexander Granach, Gustav von Wangenheim, Greta Schröder. 95 Min. DCP. Musikfassung
Filmreihe: Hoffmanniana. Filmreihe zum 200. Todestag E.T.A. Hoffmanns

Ohne Übertreibung darf F. W. Murnaus NOSFERATU als der berühmteste deutsche Horrorfilm aller Zeiten gelten, und sein Siegeszug ist seit nunmehr hundert Jahren ungebrochen. Gründe dafür finden sich in seiner faszinierend abstoßenden Titelfigur wie in der Kraft seiner Bilder, die wahrhaft eine „Symphonie des Grauens“ bilden und sich vielfach ins Gedächtnis einbrennen. NOSFERATU, eine nicht autorisierte Adaption des Romans „Dracula“ von Bram Stoker, besticht auch durch seine Vielschichtigkeit: Es gibt unheimliche ebenso wie lyrische oder groteske Momente, und mit großer Freiheit springt Murnau zwischen den verschiedensten Dreh- und Handlungsorten, zwischen düsteren Gewölben und nebeligen Landschaften etwa, hin und her. Ein Film zum Immer-wieder-Sehen.

Sonntag  25.12.2022

18:00 Uhr

THE TALES OF HOFFMANN

Hoffmanns Erzählungen
Großbritannien 1951. R: Michael Powell, Emeric Pressburger. D: Moira Shearer, Robert Rounseville, Leonide Massine. 127 Min. 35mm. OF
Original version
Filmreihe: Hoffmanniana. Filmreihe zum 200. Todestag E.T.A. Hoffmanns

THE TALES OF HOFFMANN ist eine Adaption der gleichnamigen Oper von Jacques Offenbach, wobei eine englische Version des Librettos verwendet wurde. Dreh und Schnitt orientierten sich an dem bereits aufgenommenen Soundtrack des Films, der von dem Royal Philharmonic Orchestra unter der Leitung von Sir Thomas Beecham eingespielt wurde. Die Dekors, Kostüme und Spielweise der Darsteller:innen sind stark stilisiert. Jede der Episoden bekam ein eigenes Farbkonzept. Michael Powell und Emeric Pressburger versuchten auf diese Weise eine Art Gesamtkunstwerk zu komponieren, in dem Bild und Musik zu einer Einheit verschmelzen.

Montag  26.12.2022

20:30 Uhr

VAMPYR


Deutschland/Frankreich 1932. R: Carl Th. Dreyer. D: Julian West, Maurice Schutz, Sybille Schmitz. 70 Min. 35mm. DF
Filmreihe: Hoffmanniana. Filmreihe zum 200. Todestag E.T.A. Hoffmanns

Mit VAMPYR adaptierte Carl Theodor Dreyer eine Erzählung von Sheridan Le Fanu. Ein französischer Mäzen finanzierte den Film und übernahm dafür die Hauptrolle des David Gray. Durch seine zerfließende, mit Licht- und Schatteneffekten arbeitende Fotografie ist es einer der suggestivsten Vampirfilme überhaupt. Mittels Kamera und Montage bricht Dreyer traditionelle Raum-Zeit-Vorstellungen auf und schafft so eine traumartige Atmosphäre.

Dienstag  27.12.2022

20:30 Uhr

NOSFERATU - EINE SYMPHONIE DES GRAUENS


Deutschland 1922. R: F. W. Murnau. D: Max Schreck, Alexander Granach, Gustav von Wangenheim, Greta Schröder. 95 Min. DCP. Musikfassung
Filmreihe: Hoffmanniana. Filmreihe zum 200. Todestag E.T.A. Hoffmanns

Ohne Übertreibung darf F. W. Murnaus NOSFERATU als der berühmteste deutsche Horrorfilm aller Zeiten gelten, und sein Siegeszug ist seit nunmehr hundert Jahren ungebrochen. Gründe dafür finden sich in seiner faszinierend abstoßenden Titelfigur wie in der Kraft seiner Bilder, die wahrhaft eine „Symphonie des Grauens“ bilden und sich vielfach ins Gedächtnis einbrennen. NOSFERATU, eine nicht autorisierte Adaption des Romans „Dracula“ von Bram Stoker, besticht auch durch seine Vielschichtigkeit: Es gibt unheimliche ebenso wie lyrische oder groteske Momente, und mit großer Freiheit springt Murnau zwischen den verschiedensten Dreh- und Handlungsorten, zwischen düsteren Gewölben und nebeligen Landschaften etwa, hin und her. Ein Film zum Immer-wieder-Sehen.

Donnerstag  29.12.2022

18:00 Uhr

VAMPYR


Deutschland/Frankreich 1932. R: Carl Th. Dreyer. D: Julian West, Maurice Schutz, Sybille Schmitz. 70 Min. 35mm. DF
Filmreihe: Hoffmanniana. Filmreihe zum 200. Todestag E.T.A. Hoffmanns

Mit VAMPYR adaptierte Carl Theodor Dreyer eine Erzählung von Sheridan Le Fanu. Ein französischer Mäzen finanzierte den Film und übernahm dafür die Hauptrolle des David Gray. Durch seine zerfließende, mit Licht- und Schatteneffekten arbeitende Fotografie ist es einer der suggestivsten Vampirfilme überhaupt. Mittels Kamera und Montage bricht Dreyer traditionelle Raum-Zeit-Vorstellungen auf und schafft so eine traumartige Atmosphäre.

Freitag  30.12.2022

20:30 Uhr

THE TALES OF HOFFMANN

Hoffmanns Erzählungen
Großbritannien 1951. R: Michael Powell, Emeric Pressburger. D: Moira Shearer, Robert Rounseville, Leonide Massine. 127 Min. 35mm. OF
Original version
Filmreihe: Hoffmanniana. Filmreihe zum 200. Todestag E.T.A. Hoffmanns

THE TALES OF HOFFMANN ist eine Adaption der gleichnamigen Oper von Jacques Offenbach, wobei eine englische Version des Librettos verwendet wurde. Dreh und Schnitt orientierten sich an dem bereits aufgenommenen Soundtrack des Films, der von dem Royal Philharmonic Orchestra unter der Leitung von Sir Thomas Beecham eingespielt wurde. Die Dekors, Kostüme und Spielweise der Darsteller:innen sind stark stilisiert. Jede der Episoden bekam ein eigenes Farbkonzept. Michael Powell und Emeric Pressburger versuchten auf diese Weise eine Art Gesamtkunstwerk zu komponieren, in dem Bild und Musik zu einer Einheit verschmelzen.