Weibliche Perspektiven im iranischen Kino

„Jin, Jiyan, Azadî“ (Frauen, Leben, Freiheit) lautet der Kampfruf der Protestbewegung, die sich in Reaktion auf den Tod der 22-jährigen Jina Mahsa Amini formiert hat und seit September 2022 für die Rechte von Frauen, Gleichberechtigung und den Sturz der Islamischen Republik Iran trotz massiver und tödlicher Repressionen streitet. Auch Protagonist: innen der iranischen Filmbranche bekommen die Repressionen des Regimes zu spüren, das mit allen Mitteln versucht, die Proteste niederzuschlagen. Zuletzt wurde etwa die international renommierte Schauspielerin Taraneh Alidoosti (ALLES ÜBER ELLY, THE SALESMAN) inhaftiert. Mit einer Filmreihe gibt das Kino des DFF einen Einblick in die Filmarbeit von Frauen im Iran von 1976 bis in die Gegenwart und zeigt dabei die vielfältigen Formen feministischen Engagements und weiblicher Solidarität.

Sonntag  12.02.2023

20:30 Uhr

KHAKE SAR BEH MOHR

Die versiegelte Erde
Iran 1976. R: Marva Nabili. D: Flora Shabavis. 90 Min. 16mm (Collection print courtesy of the UCLA Film & Television Archive). OmeU
Original version with English subtitles
Filmreihe: Weibliche Perspektiven im iranischen Kino

KHAKE SAR BEH MOHR ist einer der wenigen von einer Regisseurin im vorrevolutionären Iran realisierten Filme. Marva Nabili, die zuvor für das Fernsehen gearbeitet hatte, produzierte und finanzierte ihr Debüt selbst. Der Film erzählt von der stillen Rebellion einer Frau auf dem Land: Ihre Familie und das Dorf erwarten von Rooy-Bekhair zu heiraten, doch die 18-Jährige weigert sich, diesem Zwang nachzukommen und lehnt alle Anwärter ab. „‘Versiegelte Erde‘ ist ein stiller Film. Er entspringt ganz dem anti-illusionistischen Kino der siebziger Jahre, das – an Brecht geschult – nicht Individuen, sondern die Verhältnisse darstellen wollte (…)“ (Thekla Dannenberg).

Mittwoch  15.02.2023

20:30 Uhr

SIB

Der Apfel
Iran 1998. R: Samira Makhmalbaf. D: Massoumeh Naderi, Zahra Naderi, Ghorban Ali Naderi. 85 Min. 35mm. OmU
Original version with German subtitles
Filmreihe: Weibliche Perspektiven im iranischen Kino

Seit ihrer Geburt sind Massoumeh und Zahra im Haus ihrer Eltern in Teheran eingesperrt. Eines Tages alarmieren die Nachbarn der Familie die iranischen Behörden und einer Sozialarbeiterin gelingt es, die Mädchen zu befreien und ihren streng religiösen Vater anstelle der Zwillinge einzusperren. Der preisgekrönte Debütfilm der damals erst 18-jährigen Regisseurin Samira Makhmalbaf beruht auf wahren Begebenheiten und zeigt Laiendarsteller:innen, die ihre eigene Geschichte nachspielen.

Donnerstag  16.02.2023

18:00 Uhr

ROOZI KE ZAN SHODAM

Der Tag, an dem ich zur Frau wurde
Iran 2000. R: Marzieh Meshkini. D: Fatemeh Cherag Akhar, Shabnam Toluoi, Azizeh Sedighi. 78 Min. 35mm. OmU
Original version with German subtitles
Filmreihe: Weibliche Perspektiven im iranischen Kino

In drei Episoden erzählt Marzieh Meshkini drei Schicksale, die für drei verschiedene Generationen iranischer Frauen stehen: An ihrem neunten Geburtstag verändert sich plötzlich alles für Hava – sie gilt nun als Frau, muss den Tschador tragen und darf nicht mehr mit ihrem besten Freund Hassan spielen. Auf dem einzigen Fahrradweg im Iran, auf dem auch Frauen erlaubt sind, will Yahoo an einem Fahrradrennen teilnehmen und zieht damit den Zorn ihres Ehemannes und ihrer Verwandten auf sich. Nach dem Tod ihres Mannes hat Hoora geerbt und will sich endlich langjährige Träume erfüllen, indem sie eine gewaltige Shopping-Tour antritt.

Sonntag  19.02.2023

20:30 Uhr

DARBAREYE ELLY

Alles über Elly
Iran/Frankreich 2009. R: Asghar Farhadi. D: Golshifteh Farahani, Shahab Hosseini, Taraneh Alidoosti. 118 Min. 35mm. OmU
Original version with German subtitles
Filmreihe: Weibliche Perspektiven im iranischen Kino

Drei junge Paare aus Teheran machen mit den Singles Elly (Taraneh Alidoosti) und Ahmad einen Wochenendausflug ans Meer. Der heimliche Plan: Die beiden Alleinstehenden sollen verkuppelt werden. Gutgemeinte Scherze und Anspielungen lösen bei Elly aber eher Unwohlsein aus. Als die Frau nach einem Beinahe-Badeunfall verschwindet, machen sich in der Gruppe Zweifel und Schuldzuweisungen breit. Das sensible Drama um eine Gesellschaft zwischen islamischer Tradition und modernem Lebensstil zeigt die Widersprüche auf, die das Leben für die iranische Bevölkerung bereithält. Für seine Regiearbeit erhielt Asghar Farhadi den Silbernen Bären bei der Berlinale.

Mittwoch  22.02.2023

18:00 Uhr

ROOZI KE ZAN SHODAM

Der Tag, an dem ich zur Frau wurde
Iran 2000. R: Marzieh Meshkini. D: Fatemeh Cherag Akhar, Shabnam Toluoi, Azizeh Sedighi. 78 Min. 35mm. OmU
Original version with German subtitles
Filmreihe: Weibliche Perspektiven im iranischen Kino

In drei Episoden erzählt Marzieh Meshkini drei Schicksale, die für drei verschiedene Generationen iranischer Frauen stehen: An ihrem neunten Geburtstag verändert sich plötzlich alles für Hava – sie gilt nun als Frau, muss den Tschador tragen und darf nicht mehr mit ihrem besten Freund Hassan spielen. Auf dem einzigen Fahrradweg im Iran, auf dem auch Frauen erlaubt sind, will Yahoo an einem Fahrradrennen teilnehmen und zieht damit den Zorn ihres Ehemannes und ihrer Verwandten auf sich. Nach dem Tod ihres Mannes hat Hoora geerbt und will sich endlich langjährige Träume erfüllen, indem sie eine gewaltige Shopping-Tour antritt.

Freitag  24.02.2023

18:00 Uhr

SIB

Der Apfel
Iran 1998. R: Samira Makhmalbaf. D: Massoumeh Naderi, Zahra Naderi, Ghorban Ali Naderi. 85 Min. 35mm. OmU
Original version with German subtitles
Filmreihe: Weibliche Perspektiven im iranischen Kino

Seit ihrer Geburt sind Massoumeh und Zahra im Haus ihrer Eltern in Teheran eingesperrt. Eines Tages alarmieren die Nachbarn der Familie die iranischen Behörden und einer Sozialarbeiterin gelingt es, die Mädchen zu befreien und ihren streng religiösen Vater anstelle der Zwillinge einzusperren. Der preisgekrönte Debütfilm der damals erst 18-jährigen Regisseurin Samira Makhmalbaf beruht auf wahren Begebenheiten und zeigt Laiendarsteller:innen, die ihre eigene Geschichte nachspielen.

Dienstag  28.02.2023

20:00 Uhr

16 ZAN

16 Frauen
Deutschland/Iran 2018. R: Bahar Ebrahim. Dokumentarfilm. 68 Min. DCP. OmU
Original version with German subtitles
Zu Gast: Bahar Ebrahim
Filmreihe: Weibliche Perspektiven im iranischen Kino

16 Frauen, 16 Geschichten und 16 Schicksale aus Teheran. Vier Generationen iranischer Frauen reflektieren in dem Dokumentarfilm von Regisseurin Bahar Ebrahim über ihr Leben in einer patriarchalischen Gesellschaft, verpasste Chancen und unerfüllte Sehnsüchte. Doch sie verbindet stets der unerschütterliche Glaube an das Leben und die Liebe – Liebe zu ihren Familien, zur Kunst und zu ihren Berufen. Ein frischer, differenzierter Blick auf den Iran aus der Sicht seiner Frauen.