Specials

Einzelveranstaltungen im Kino des DFF

Im Kino des DFF sind regelmäßig Filmschaffende aus aller Welt zu Filmgesprächen zu Gast – persönlich oder live zugeschaltet. Viele Filme werden von Vorträgen oder Einführungen begleitet, von Expert:innen verschiedener Fachrichtungen kommentiert und diskutiert.

Bild Oscar-Nacht

Mittwoch  01.06.2022

18:00 Uhr

THE BOYS FROM BRAZIL

USA/Großbritannien 1978. R: Franklin J. Schaffner. D: Gregory Peck, Laurence Olivier, Lilli Palmer. 124 Min. Blu-ray. OmU
Original version with German subtitles
Filmreihe: Specials

Begleitend zur Ausstellung Rache: Geschichte und Fantasie im Jüdischen Museum Frankfurt ist Frank J. Schaffners Film THE BOYS FROM BRAZIL zu sehen: Der Nazijäger Ezra Lieberman (Laurence Olivier) wird über den Aufenthaltsort des KZ-Arztes und Massenmörders Josef Mengele (Gregory Peck) in Südamerika informiert. Dieser führt eine orchestrierte Mordserie an Familienvätern aus, die zunächst keine Verbindungen offenbaren. Jedoch wird der geheimnisvolle Plan von Lieberman entschlüsselt. Dieser setzt alles daran, das Vorhaben von Mengele zu durchkreuzen. Ein konfrontatives Ende rundet den Mystery-Thriller mit Science-Fiction Elementen ab. Eine der ungewöhnlicheren Rollen von Gregory Peck.

Freitag  03.06.2022

22:30 Uhr

JEDER FÜR SICH UND GOTT GEGEN ALLE

BRD 1974. R: Werner Herzog. D: Bruno S., Walter Ladengast, Brigitte Mira. 110 Min. 35mm. OmeU
Vorgestellt von: Ralf Hege
Filmreihe: Specials

Mit impressionistisch wirkenden Bildmotiven im Dialog mit einer Musikdramaturgie aus Werken der Renaissance, des Barock und der Wiener Klassik interpretiert Werner Herzog das Rätsel um den im Jahre 1828 aufgefunden Kaspar Hauser als Parabel auf Humanität und deren Scheitern. In der Begegnung voneinander abweichender Denk- und Handlungsmuster und dem Aufeinandertreffen von Rationalität und Intuition lotet der Film die Grenzen einer von Kognition, Vernunft sowie gesellschaftlichen Normen und Werten geprägten Wirklichkeitswahrnehmung und Kulturvorstellung aus. JEDER FÜR SICH UND GOTT GEGEN ALLE wurde bei den Internationalen Filmfestspielen von Cannes 1975 mehrfach ausgezeichnet.

Der Filmclub Treppe 41 lädt Menschen ein, ihre Lieblingsfilme im Kino des DFF vorzustellen.

Samstag  04.06.2022

18:00 Uhr

MÄDCHEN IN UNIFORM

BRD/Frankreich 1958. R: Géza von Radványi. D: Lilli Palmer, Romy Schneider, Therese Giehse. 95 Min. 35mm (Formatänderung)
Filmreihe: Specials

Ein Remake des gleichnamigen Films von 1931: Um 1910 zieht Manuela von Meinhardt nach dem Tode ihrer Mutter in ein Stift für höhere Töchter nach Potsdam. Ihre wichtigste Bezugsperson in der neuen Umgebung wird die verständige Lehrerin Fräulein von Bernburg, in die sich Manuela verliebt. Nach der Aufführung des Stücks Romeo und Julia, bei dem Manuela den Romeo gibt, kommt es zum Eklat.

Jedes Jahr im Juni feiern die LGBTQIA*-Community und ihre Unterstützer:innen in Deutschland und vielen anderen Nationen den „Pride Month“. Erinnert wird damit an den Aufstand von 1969 in der „Stonewall“-Bar in der Christopher Street in Manhattan, bei dem sich die LGBTQIA*-Szene zum ersten mal erfolgreich gegen damals gängige Polizei-Razzien verteidigt und damit einen Wendepunkt für die Befreiungsbewegung von queeren Menschen in den Vereinigten Staaten und von dort aus in der westlichen Welt eingeleitet hat. Alljährlich wird dem historischen Ereignis auch auf den Christopher-Street-Paraden in deutschen Städten gedacht. Aus Anlass des Pride Month sind im Kino des DFF in der Reihe OUT AND PROUD drei Filme mit queerer Thematik zu sehen.

22:30 Uhr

TANGERINE L.A.

USA 2015. R: Sean Baker. D: Kitana Kiki Rodriguez, Mya Taylor. 88 Min. DCP. OmU
Original version with German subtitles
Filmreihe: Specials

Heiligabend in Los Angeles: Als die afroamerikanische, transsexuelle Prostituierte Sin-Dee Rella nach 28 Tagen aus dem Gefängnis kommt, erfährt sie von ihrer Freundin Alexandra, dass ihr Freund und Zuhälter Chester, fu¨r den sie Drogen aufbewahrt hatte, sie betrogen hat, noch dazu mit einer Cis-Frau. Gemeinsam mit Dinah, der angeblichen Bekanntschaft von Chester, machen sie sich auf die Suche nach Sin-Dees Freund und dem Wahrheitsgehalt der Geschichte. Auf dem Weg dorthin treffen sie im Großstadtdschungel auf verschiedenste Subkulturen und auch immer wieder auf den armenischen Taxifahrer Rezmik. TANGERINE L.A. wurde komplett mit dem iPhone gedreht.

Jedes Jahr im Juni feiern die LGBTQIA*-Community und ihre Unterstützer:innen in Deutschland und vielen anderen Nationen den „Pride Month“. Erinnert wird damit an den Aufstand von 1969 in der „Stonewall“-Bar in der Christopher Street in Manhattan, bei dem sich die LGBTQIA*-Szene zum ersten mal erfolgreich gegen damals gängige Polizei-Razzien verteidigt und damit einen Wendepunkt für die Befreiungsbewegung von queeren Menschen in den Vereinigten Staaten und von dort aus in der westlichen Welt eingeleitet hat. Alljährlich wird dem historischen Ereignis auch auf den Christopher-Street-Paraden in deutschen Städten gedacht. Aus Anlass des Pride Month sind im Kino des DFF in der Reihe OUT AND PROUD drei Filme mit queerer Thematik zu sehen.

Sonntag  12.06.2022

20:15 Uhr

WHERE IS ANNE FRANK?

Belgien/Luxemburg/Frankreich/Niederlande/Israel 2021. R: Ari Folman. Animationsfilm. 99 Min. DCP. OmU
Original version with German subtitles
Zu Gast: Produzent Yves Kugelman
Filmreihe: Specials

In ihrem weltberühmten Tagebuch wandte sich Anne Frank an ihre imaginierte Freundin namens Kitty. Ihr vertraute sie Momentaufnahmen aus dem Alltag im Versteck an: Wünsche, Wut, Hoffnungen und Geheimnisse aus dem Hinterhaus. Im Animationsfilm WHERE IS ANNE FRANK? erweckt der israelische Regisseur Ari Folman Kitty zum ersten Mal zum Leben und erzählt ihre eigene Geschichte. Auf der Suche nach ihrer besten Freundin Anne Frank wird Kitty Zeugin der letzten Monate der Familie Frank während der Schoa und des Europas nach dem Zweiten Weltkrieg. Der Film wurde 2021 auf den Filmfestspielen in Cannes gezeigt und ist nun erstmals auf einer deutschen Kinoleinwand zu sehen.

Der Film ist anlässlich des Anne Frank Tags 2022 zu sehen.

Dienstag  21.06.2022

20:15 Uhr

RABIYE KURNAZ GEGEN GEORGE W. BUSH

Deutschland/Frankreich 2022. R: Andreas Dresen. B: Laila Stieler. D: Meltem Kaptan, Alexander Scheer, Charly Hübner. 118 Min. DCP
Vorfilm: WAS JEDER MUSS ...
DDR 1988. R: Andreas Dresen. B: Laila Stieler, Andreas Dresen. 20 Min. DCP
Nach dem Film spricht Ulrich Sonnenschein (epd film) mit Drehbuchautorin Laila Stieler.
Filmreihe: Specials

Murat Kurnaz wird als Terrorist verdächtigt und kommt in das berüchtigte US-Gefangenenlager Guantánamo. Obwohl sich bald seine Unschuld herausstellt, bleibt er in Haft. Seine Mutter Rabiye beginnt einen schier aussichtslosen Kampf um die Freilassung ihres Sohnes. Gemeinsam mit dem Menschenrechtsanwalt Bernhard Docke strengt die mutige türkische Hausfrau von Bremen aus eine Klage gegen die amerikanische Regierung an, der die beiden bis zum Supreme Court der USA führt.

Einmal pro Monat widmet sich die Reihe „Was tut sich – im deutschen Film?“ dem aktuellen deutschen Kinogeschehen. Im Juni stellt Drehbuchautorin Laila Stieler mit RABIYE KURNAZ GEGEN GEORGE W. BUSH ihre neueste Zusammenarbeit mit Regisseur Andreas Dresen vor. Der auf realen Ereignissen basierende Film feierte seine Premiere im Wettbewerb der diesjährigen Berlinale, wo Meltem Kaptan als Hauptdarstellerin und Laila Stieler für das Beste Drehbuch mit jeweils einem Silbernen Bären ausgezeichnet wurden.

Mittwoch  29.06.2022

20:15 Uhr

KATZBACH

Deutschland 2022. R: Heiko Arendt. Dokumentarfilm. 93 Min. DCP
Zu Gast: Heiko Arendt im Gespräch mit Thomas Altmeyer (Leiter Geschichtsort Adlerwerke)
Filmreihe: Specials

In seinem neuen Dokumentarfilm thematisiert der Regisseur Heiko Arendt das Leben der Häftlinge in dem Konzentrationslager mit dem Tarnnamen Katzbach. Ein Konzentrationslager mitten in der Stadt, in den Frankfurter Adlerwerken, im Stadtteil Gallus. Unter Verwendung von Texten des polnischen Journalisten Janusz Garlicki, gesprochen von dem Schauspieler und Regisseur Jochen Nix, erinnert KATZBACH an Garlickis Haftzeit.

Wie zahlreiche deutsche Unternehmen beschäftigten auch die Frankfurter Aderwerke ab Sommer 1944 KZ-Häftlinge in der Rüstungsproduktion und errichteten für deren Unterbringung ein KZ-Außenlager auf Ihrem Firmengelände. Insgesamt 1616 Häftlinge, die zum großen Teil aus Polen, aber auch aus der Sowjetunion, Deutschland, Österreich, Jugoslawien, Frankreich und der Tschechoslowakei stammten, wurden dort unter sich stets verschlechternden Bedingungen zu mörderischer Zwangsarbeit eingesetzt. Die Todesrate war mit 527 in Frankfurt verstorbenen Häftlingen besonders hoch. Nur knapp 40 Überlebende wurden am 29. April 1945 im KZ-Dachau von der US-Armee befreit.

Auf sich allein gestellt, erlebt der 21-jährige Garlicki im Sommer 1944 den Beginn des Warschauer Aufstands gegen die Besatzer. Er wird festgenommen und nach Frankfurt am Main in das KZ Außenlager Katzbach verschleppt. Mit viel Glück überlebt er das Martyrium. In seinen Erinnerungen, die in deutscher Sprache unter dem Buchtitel Von der Wahrscheinlichkeit zu überleben im Jahr 2021 erschienen, beschreibt er die Auswirkungen von Gefangenschaft, Erniedrigung und Mangelversorgung auf die Häftlinge. Er gibt Einblicke in ihre Verzweiflung, ihre Sehnsucht nach Freiheit, der Heimat und der Familie.

Janusz Garlicki (1923-2015) war Journalist und von 1963 bis 1980 Chefredakteur der Gazeta Pomorska. Er veröffentlichte Gedichte. In den 1980er Jahren begann er, seine Erinnerungen an die Zeit im Konzentrationslager aufzuschreiben.