Nippon Connection – 24. Japanisches Filmfestival

28. Mai bis 2. Juni in Frankfurt

Japanische Kinokultur feiert das Filmfestival Nippon Connection, wenn es von Dienstag, 28. Mai, bis Sonntag, 2. Juni, zum 24. Mal in Frankfurt am Main seine Türen öffnet. In Kooperation mit der Japan Foundation und dem Kulturfonds Frankfurt RheinMain zeigt das Festival im Kino des DFF historische Raritäten aus Japan.

Der Themenschwerpunkt der diesjährigen Festivalausgabe befasst sich unter dem Titel „Crossing Borders“ mit dem Verhältnis des japanischen Kinos zum Ausland. Am Donnerstag, 30. Mai, präsentiert Nippon Connection hierzu eine der ersten deutsch-japanischen Koproduktionen aus dem Jahr 1937: DIE TOCHTER DES SAMURAI von Arnold Fanck, begleitet durch einen Vortrag der Japanologin Iris Haukamp. Die Retrospektive des Festivals beleuchtet als Teil des Themenschwerpunkts den japanischen Film Noir, der durch US-amerikanische Gangsterfilme der 1940er und 1950er Jahre und vom deutschen Filmexpressionismus der 1920er Jahre beeinflusst wurde. Am Freitag, 31. Mai, wird der Stummfilm DRAGNET GIRL (1933) von Yasujiro Ozu mit Klavierbegleitung des Filmkritikers und Musikers Daniel Kothenschulte gezeigt. Darauf folgt der actionreiche Kriminalfilm TAKE AIM AT THE POLICE VAN (1960) von Seijun Suzuki sowie der Yakuza-Thriller PALE FLOWER (1964) von Masahiro Shinoda.

Vollständiges Festivalprogramm: nipponconnection.com

In Kooperation mit:

Logo der Nippon Connection          

Donnerstag  30.05.2024

17:00 Uhr

DIE TOCHTER DES SAMURAI

Deutschland/Japan, 1937. R: Arnold Fanck. D: Setsuko Hara, Ruth Eweler, Kentaro Hayakawa. 111 Min. 35mm. OmeU
Original version with English subtitles
Vortrag (45 Min.): Iris Haukamp
Filmreihe: Nippon Connection

Teruo, der Sohn einer Samurai-Familie, reist nach Jahren des Studiums in Deutschland zurück nach Japan, wo er verheiratet werden soll. Doch die Zeit im Westen hat ihn verändert. DIE TOCHTER DES SAMURAI war 1937 ein Kinohit in Japan. Der deutsche Regisseur Arnold Fanck spiegelt in seinem Drama die politische Lage in Japan kurz vor dem Zweiten Weltkrieg wider. Heute wird der Film im Verhältnis zu Nationalismus und Propaganda diskutiert. Er gilt als eine der ersten deutsch-japanischen Koproduktionen sowie als erster in Japan gedrehter Film eines westlichen Regisseurs. In einer Einführung erläutert die Japanologin Iris Haukamp die Entstehung und die beiden unterschiedlichen Fassungen des Films sowie ihre Wirkung auf das japanische und deutsche Publikum.

Freitag  31.05.2024

17:00 Uhr

HIJOSEN NO ONNA

Dragnet Girl
Japan 1933. R: Yasujiro Ozu. D: Kinuyo Tanaka, Joji Oka, Sumiko Mizukubo. 100 Min. DCP. Jap. ZT mit engl. Untertiteln
Japanese intertitles with English subtitles
Einführung: Daniel Otto
Klavierbegleitung: Günter A. Buchwald
Filmreihe: Nippon Connection

Das Leben von Tokiko und ihrem Geliebten, dem Kleinkriminellen Joji, spielt sich hauptsächlich in Billard-Sälen, Box-Clubs und Musiklokalen voller krummer Machenschaften ab. Als die traditionsbewusste Kazuko auftaucht, stellt das den Lebensstil der beiden auf die Probe. Yasujiro Ozu ist bekannt für seine Familiendramen, doch er drehte in der Stummfilmzeit unter anderem auch Gangsterfilme, für die ihn US-amerikanische Vorbilder beeinflussten.

19:15 Uhr

“JUSANGO TAIHISEN” YORI SONO GOSOSHA O NERAE

Take Aim At The Police Van
Japan 1960. R: Seijun Suzuki. D: Michitaro Mizushima, Mari Shiraki, Misako Watanabe. 79 Min. 35mm. OmeU
Original version with English subtitles
Einführung: Jasper Sharp
Filmreihe: Nippon Connection

Nachdem bei einem Anschlag auf einen Gefangenentransport mehrere Insassen getötet werden, wird der diensthabende Wärter zum Sündenbock erklärt und suspendiert. Auf der Suche nach Antworten stößt er auf ein Netz aus Zuhälterei und Korruption. In seinem Frühwerk etabliert Seijun Suzuki für ihn typische Stilelemente wie eine betont dynamische Kameraführung, überzeichnete Gewalt und virtuose Actionszenen, durch die er später zum Kultregisseur werden sollte.

21:15 Uhr

KAWAITA HANA

Pale Flower
Japan 1964. R: Masahiro Shinoda. D: Ryo Ikebe, Mariko Kaga, Takashi Fujiki. 96 Min. DCP. OmeU
Original version with English subtitles
Einführung: Daniel Otto
Filmreihe: Nippon Connection

Drei Jahre im Gefängnis haben den Yakuza-Gangster Muraki noch hartgesottener gemacht, als er es ohnehin schon war. Nach seiner Entlassung kehrt er in sein altes Milieu zurück und trifft beim Glücksspiel auf die geheimnisvolle Saeko, die ständig auf der Suche nach dem nächsten Nervenkitzel ist. In kontrastreichen Schwarzweißbildern und untermalt von Avantgarde- und Jazz-Klängen entfaltet sich in Masahiro Shinodas stark stilisiertem Film eine düstere Geschichte voller Pessimismus und Selbstzerstörung.

Samstag  01.06.2024

15:30 Uhr

KURO NO TESUTO KA

The Black Test Car
Japan 1962.R: Yasuzo Masumura. D: Jiro Tamiya, Junko Kano, Eiji Funakoshi, Hideo Takamatsu. 95 Min. DCP. OmeU
Original version with English subtitles
Einführung (in englischer Sprache): Henrik Diels
Filmreihe: Nippon Connection

Zwei Autofirmen schrecken in ihrem Konkurrenzkampf vor nichts zurück: Im Zuge der Veröffentlichung ihrer neuen Sportwagen, stilisiert als Inbegriff von Luxus, steigern sie sich in eine zerstörerische Spirale aus wechselseitiger Industriespionage. Zwischen Bestechung und Erpressung offenbaren sich die Abgründe menschenverachtender Gier. Yasuzo Masumura, einer der Wegbereiter der Neuen Welle im japanischen Kino der 1960er Jahre, übt in diesem bissig-satirischen Thriller scharfe Kritik an den kapitalistischen Strukturen der japanischen Gesellschaft.

17:45 Uhr

MAIHIME

Die Tänzerin
Japan/BRD 1988. R: Masahiro SHINODA. D: Hiromi GO, Lisa WOLF, Brigitte GROTHUM, Haruko KATO, Mareike CARRIÈRE. 120 Min. 35mm. Deutsche OF
German original version
Einführung: Daniel Otto
Filmreihe: Nippon Connection

Berlin, 1888: Der japanische Student Ota verliebt sich in die 16-jährige Tänzerin Ellis. Die nicht standesgemäße Beziehung schlägt Wellen bis nach Japan, provoziert einen Skandal und stellt den Protagonisten vor eine schwerwiegende Entscheidung. Mori OGAIs autobiographisch gefärbter Literaturklassiker Die Tänzerin diente als Vorlage für die deutsch-japanische Koproduktion, die Regisseur Masahiro Shinoda kurz vor der Wende im geteilten Berlin gedreht hat.

20:45 Uhr

HARIKOMI

Stakeout
Japan 1958. R: Yoshitaro Nomura. D: Takahiro Tamura, Hideko Takamine, Seiji Miyaguchi, Minoru Oki, Hizuru Takachiho. 116 Min. 16mm. OmeU
Original version with English subtitles
Einführung (in engl. Sprache): Alexander Zahlten
Filmreihe: Nippon Connection

Auf der Suche nach einem Verbrecher führt die einzige Spur der Polizei zu einer Frau aus seiner Vergangenheit, mit der er möglicherweise Kontakt aufnehmen wird. Zwei Polizisten beginnen deshalb, sie zu beschatten, doch sie scheint der Inbegriff der Unschuld und Normalität zu sein. Kann sie wirklich Verbindungen zu dem Kriminellen haben oder entzieht sich etwas an ihr dem aufmerksamen Blick der Ermittler? Yoshitaro Nomuras spannungsgeladenes Kriminaldrama offenbart Stück für Stück die komplexen Hintergrundgeschichten der Charaktere.

Sonntag  02.06.2024

18:00 Uhr

YAJU NO SEISHUN

Youth of the Beast
Japan 1963. R: Seijun Suzuki. D: Joe Shishido, Ichiro Kijima, Misako Watanabe, Mizuho Suzuki, Akiji Kobayashi. 91 Min. 35mm. OmeU
Original version with English subtitles
Einführung (in engl. Sprache): Luk van Haute
Filmreihe: Nippon Connection

Ein Unbekannter sorgt im Revier zweier rivalisierender Yakuza-Clans für Aufruhr. Er beginnt, sie gegeneinander auszuspielen und löst dabei eine Welle der Gewalt aus. Seine Absichten bleiben unklar, bis sich Verbindungen zum angeblichen Doppelselbstmord eines Polizisten und dessen Geliebter auftun. YOUTH OF THE BEAST zeigt bereits den exzentrischen Umgang mit Farbe, Musik und Bildtiefe, für den Seijun Suzuki international bekannt wurde.

20:15 Uhr

WARUI YATSU HODO YOKU NEMURU

The Bad Sleep Well
Japan 1960. R: Akira Kurosawa. D: Toshiro Mifune, Masayuki Mori, Kyoko Kagawa, Tatsuya Mihashi, Takashi Shimura. 151 Min. DCP. OmU
Original version with German subtitles
Einführung: Henrik Diels
Filmreihe: Nippon Connection

Ein Bestechungsskandal und Selbstmorde hochrangiger Mitarbeiter einer Firma werden zum gefundenen Fressen für die Presse. Die Geschäftsleitung versucht, ihr Gesicht zu wahren und sich aus der Affäre zu ziehen. Doch bald zeigt sich, dass nicht nur die Polizei gegen die Firma vorgeht, sondern auch jemand aus den eigenen Reihen. Akira Kurosawa setzt in diesem Thriller seine langjährige künstlerische Auseinandersetzung mit individueller Verantwortung und Moral fort.