Klassiker & Raritäten: Alltag in der DDR

Menschenleere Straßen, triste Stimmung, Überwachung noch der letzten Winkel – dieses Bild des Alltagslebens in der DDR vermitteln Filme wie DAS LEBEN DER ANDEREN (2006). Doch es gibt auch ganz andere, lebendigere Seiten. Vier Langspielfilme und zwei dokumentarische Kurzfilmprogramme mit besonderem Akzent auf der Rolle und den Erfahrungen von Frauen zeichnen diesen Monat im Kino des DFF ein differenziertes Bild aus vier Jahrzehnten DDR.

Taube Auf dem Dach

Dienstag  21.05.2019

18:00 Uhr

BRÜDER

Werner Hochbaums erster Spielfilm, in eigener Produktion mit gewerkschaftlicher Unterstützung entstanden, ist eines der Hauptwerke des proletarischen Films der Weimarer Republik. Der Film schafft mit Laiendarstellern eine authentische Milieuzeichnung und erzählt eine Geschichte aus dem großen Hamburger Hafenarbeiterstreik von 1896: Als einer der Organisatoren des Streiks festgenommen wird, kommt es zu einer Konfrontation mit dessen Bruder, einem Polizeiwachtmeister und damit Vertreter des Klassenfeindes.Klavierbegleitung: Uwe Oberg Einführung: Annika Haupts (Deutsche Kinemathek Berlin)

Dienstag  28.05.2019

18:00 Uhr

WATERLOO

Deutschland 1929. R: Karl Grune. D: Charles Willy Kayser, Charles Vanel, Otto Gebühr. 122 Min. DCP

Zum zehnjährigen Jubiläum der Münchner Produktionsfirma Emelka entstand WATERLOO als aufwändige Großproduktion, die an Abel Gances NAPOLÉON anschließen sollte. Geschildert wird – samt Vorgeschichte – die Schlacht von Waterloo, in der Napoleon 1815 von englischen und preußischen Truppen endgültig besiegt wurde. Die Außenaufnahmen mit vielen Massenszenen fanden bei München statt. Der Film versuchte einen interessanten Spagat zwischen deutsch-nationalistischer und europäisch-internationaler Perspektive.Klavierbegleitung: Florian Hauck Einführung: Filmwissenschaftler Dr. Lars Krautschick (München)

Dienstag  04.06.2019

18:00 Uhr

VERWIRRUNG DER LIEBE

DDR 1959. R: Slatan Dudow D: Annekathrin Bürger, Angelica Domröse, Willi Schrade, Stefan Lisewski. 107 Min. 35mm

Fast dreißig Jahre nach seinem Klassiker KUHLE WAMPE schuf Slatan Dudow mit VERWIRRUNG DER LIEBE einen der besten Unterhaltungsfilme der 1950er Jahre in der DDR. Der Film sollte die „Schönheit des neuen Lebens“ im Sozialismus zeigen und erzählt eine Geschichte von zwei Paaren, die vorübergehend die Partner wechseln. Neben der großen Freizügigkeit liegt der besondere Akzent auf der gewachsenen Selbstsicherheit der jungen Frauen.

Mittwoch  05.06.2019

17:45 Uhr

KARLA

DDR 1966/90. R: Herrmann Zschoche. D: Jutta Hoffmann, Jürgen Hentsch. 128 Min. 35mm
Filmreihe: Klassiker & Raritäten: Alltag in der DDR

Das ZK der SED verbot 1965 zwölf Filme aufgrund „dem Sozialismus fremde[r], schädliche[r] Tendenzen und Auffassungen“, einer davon ist KARLA nach einem Drehbuch von Ulrich Plenzdorf: die Geschichte einer Junglehrerin, die voller Aufbruchsstimmung in der Provinz ihre erste Stelle antritt und mit ihrem Unterricht bei der Obrigkeit aneckt. Der Film konnte erst 1990 uraufgeführt werden.

Dienstag  11.06.2019

18:00 Uhr

DIE TAUBE AUF DEM DACH

DDR 1973/2010. R: Iris Gusner. D: Heidemarie Wenzel, Günter Naumann. 85 Min. DCP
Filmreihe: Klassiker & Raritäten: Alltag in der DDR

Eine junge Bauleiterin arbeitet in einer Plattenbausiedlung im Süden der DDR. Sie verliebt sich dort in einen Studenten und wird gleichzeitig von einem der Baubrigadiere umworben. Letztendlich liegt ihr jedoch vor allem an ihrer Unabhängigkeit. DIE TAUBE AUF DEM DACH, Iris Gusners Debütfilm, wurde 1973 nicht freigegeben, weil er „das Bild der Arbeiterklasse entstell[e]“. Erst 2010 konnte die Farbfassung nach einer erhaltenen Arbeitskopie rekonstruiert werden.

Dienstag  18.06.2019

18:00 Uhr

DIE BEUNRUHIGUNG

DDR 1982. R : Lothar Warneke D : Christine Schorn, Hermann Beyer. 99 Min. 35mm
Filmreihe: Klassiker & Raritäten: Alltag in der DDR

Lothar Warneke hat etliche bemerkenswerte Filme gedreht, doch DIE BEUNRUHIGUNG darf als sein Meisterwerk angesehen werden. Eine alleinerziehende Mutter Mitte dreißig, intensiv gespielt von Christine Schorn, erfährt bei einer Vorsorgeuntersuchung, dass sie vielleicht Brustkrebs hat. Statt zu resignieren, beginnt sie, ihre Lebensumstände zu überdenken, besonders ihr Verhältnis zu einem verheirateten Mann und zu ihrem 15-jährigen Sohn. Ein Stück Alltagsrealität von dokumentarischer Dichte.

Dienstag  25.06.2019

18:00 Uhr

DIE KÜCHE / WER FÜRCHTET SICH VORM SCHWARZEN MANN

DDR 1986. R: Jürgen Böttcher. Dokumentarfilm. 43 Min. 35mm DDR 1989. R: Helke Misselwitz. Dokumentarfilm. 52 Min. 35mm
Filmreihe: Klassiker & Raritäten: Alltag in der DDR

Jürgen Böttchers DIE KÜCHE fängt einen Arbeitstag in der Großküche der Neptun-Werft in Rostock ein: Die Angestellten, überwiegend Frauen, müssen bis zu 5000 Werftarbeiter mit Essen versorgen. Ein atmosphärisch dichter Film; prägnant sind die lauten Küchengeräusche. Im zweiten Film porträtiert Helke Misselwitz eindringlich die Angestellten einer Kohlenhandlung – eine Chefin und sieben männliche Kohlearbeiter – in Berlin Prenzlauer Berg.

Mittwoch  26.06.2019

18:00 Uhr

KURZFILMPROGRAMM: JÜRGEN BÖTTCHER

OFENBAUER (DDR 1962. 15 Min.) / DER SEKRETÄR (DDR 1967. 29 Min.) / WÄSCHERINNEN (DDR 1972. 23 Min.) / RANGIERER (DDR 1984. 21 Min.) Alle: R: Jürgen Böttcher. Dokumentarfilme. 35mm
Filmreihe: Klassiker & Raritäten: Alltag in der DDR

Vier besonders markante Filme von Jürgen Böttcher, einem der bedeutendsten Dokumentaristen der DDR. Allesamt verbinden sie genaue, nuancierte Alltagsbeobachtung mit einer persönlichen Sichtweise und filmisch sensiblen Gestaltung: Böttcher denkt in Bildern und oktroyiert der Realität keine vorgefassten Positionen auf; das macht eine besondere Stärke seiner Filme aus.

Dienstag  02.07.2019

18:00 Uhr

DER KLOSTERJÄGER

Deutschland 1920. R: Peter Ostermayr. D: Fritz Greiner, Thea Steinbrecher. 63 Min. viragiert DCP Klavierbegleitung: Uwe Oberg

Verfilmung des gleichnamigen Heimatromans von Ludwig Ganghofer: Ein Salzsieder wird aus Verzweiflung über seine finanzielle Lage zum Wilderer in den Ländereien des Berchtesgadener Augustiner-Klosters und beinahe zum Verbrecher im Konflikt mit dem Jäger Hayo. In seiner Bearbeitung des Stoffes gelingt es Peter Ostermayr, aus einem historischen Drama eine dramatische, sozialkritische Liebesgeschichte zu schaffen. Besonders die vielen Naturaufnahmen machen DER KLOSTERJÄGER zu einer Pionierarbeit des Bergfilms.

Dienstag  09.07.2019

18:00 Uhr

DER OCHSENKRIEG

Deutschland 1920. R: Franz Osten. D: Fritz Greiner, Thea Steinbrecher. 68 Min. viragiert. DCP. Musikfassung: Hans Jürgen Buchner (Haindling)
Mit Einführung
Filmreihe: Klassiker & Raritäten

Eine weitere Ganghofer-Bearbeitung, diesmal von Franz Osten (ehemals Ostermeyer und Bruder von Peter Ostermayer), die im Berchtesgadener Land des 15. Jahrhunderts spielt: Zwischen Lambert, dem Sohn eines Amtmanns, und der Bauerntochter Jula entwickelt sich eine Liebesbeziehung. Doch ihre Väter geraten durch ein Missverständnis über das Weiderecht in einen erbitterten Streit. Als diese Auseinandersetzung gewaltsam eskaliert, beginnen die Bauern einen blutigen Aufstand gegen den Berchtesgadener Fürstpropst.

Dienstag  16.07.2019

18:00 Uhr

DER FAVORIT DER KÖNIGIN

Deutschland 1922. R: Franz Seitz sen. D: Hanna Ralph, Albert Patry. Viragiert. 35mm. 109 Min. Klavierbegleitung: Florian Hauck
Filmreihe: Klassiker & Raritäten

DER FAVORIT DER KÖNIGIN ist ein aufwändig gedrehtes historisches Drama im London des 16. Jahrhunderts, das sich den Ideen der Aufklärung verpflichtet und für eine unabhängige Wissenschaft plädiert. Der Arzt Pembroke sieht sich aufgrund einer Seuche dazu gezwungen, sich über das von der Krone ausgesprochene Leichensektionsverbot hinwegzusetzen. Lord Surrey, Liebhaber der Königin, lässt daraufhin aus persönlichem Kalkül Pembroke hinrichten und dessen Assistenten Leyde verhaften – doch die Königin durchkreuzt seine Pläne, Leyde auszuschalten.

Dienstag  23.07.2019

18:00 Uhr

DIE LEUCHTE ASIENS

Deutschland/Indien 1925. R: Franz Osten. D: Sarade Ukil, Himansu Rai. 98 Min. DCP. mit engl. ZT. Musikfassung: Willy Schwarz & Riccardo Castagnola
Filmreihe: Klassiker & Raritäten

Ein buddhistischer Mönch erzählt englischen Touristen vom Leben des Gautama Buddha: Als Königssohn geboren und im Reichtum aufgewachsen, ließ dieser Familie und irdische Besitztümer zurück, um auf Wanderschaft zu gehen und die spirituelle Erleuchtung zu finden. Die Erfahrungen und Erkenntnisse seiner Reise bilden die theologische Basis des Buddhismus. An Originalschauplätzen in Indien gedreht, gilt der Film als Ausgangspunkt des Hindi-Kinos, aus dem sich später „Bollywood“ entwickelte.

Donnerstag  01.08.2019

20:15 Uhr

ZIGEUNERBARON

Deutschland 1935. R: Karl Hartl. D: Adolf Wohlbrück, Hansi Knoteck, Fritz Kampers. 113 Min. 35mm
Einführung: Dr. Rosemarie Killius (Filmhistorikerin und Wohlbrück-Expertin)
Filmreihe: Klassiker & Raritäten: Adolf Wohlbrück

Einer der größten Erfolge Adolf Wohlbrücks: Sandor stellt sich als frecher Fremder auf den Marktplatz und verhöhnt in einem Spottlied den Schweinezüchter Zsupan. Das ganze Dorf lacht über Sandors Reime, denn der fette Zsupan ist nicht gerade beliebt im Dorf, hat er sich doch einst den großen Besitz des Herrn von Barinkay nach dessen Flucht unter den Nagel gerissen. Zsupan selbst hält das Lied freilich für eine ernst gemeinte Ehrung. Doch was hat Sandor wirklich vor?

Dienstag  06.08.2019

18:00 Uhr

MASKERADE

Österreich 1934. R: Willi Forst. D: Adolf Wohlbrück, Paula Wessely, Olga Tschechowa. 104 Min. 35mm
Filmreihe: Klassiker & Raritäten: Adolf Wohlbrück

Adolf Wohlbrück als charmanter Verführer in Willi Forsts aufwändiger Sitten- und Liebesgeschichte, Anfang des 20. Jahrhunderts in Wien: Anita ist mit Hofkapellmeister Paul verlobt. Auf einem Faschingsball trifft sie auf ihren ehemaligen Geliebten, den Kunstmaler Heideneck. Obwohl Anita ungehemmt mit ihm flirtet, interessiert sich Heideneck nur für Gerda. Nur mit einer Maske und einem Muff bekleidet, lässt sich diese von ihm malen. Durch Zufall gelangt das brisante Bild an die Öffentlichkeit und Anita sinnt auf Rache.

Dienstag  13.08.2019

18:00 Uhr

DER KURIER DES ZAREN

Deutschland/Frankreich 1936. R: Richard Eichberg. D: Adolf Wohlbrück, Lucie Höflich, Maria Andergast, Theo Lingen. 93 Min. 35mm
Filmreihe: Klassiker & Raritäten: Adolf Wohlbrück

Aufwändige Verfilmung des Abenteuerromans Michel Strogoff von Jules Verne: Im Auftrag des Zaren soll Michael Strogoff geheime Aufmarschpläne in die von Tataren belagerte Stadt Irkutsk bringen. Inkognito macht er sich auf die lange und gefährliche Reise nach Sibirien, ständig verfolgt von den Komplizen des Tatarenführers Ogareff. Adolf Wohlbrück brilliert hier als faszinierender russischer Abenteurer.

Dienstag  20.08.2019

18:00 Uhr

GASLIGHT

Gaslicht. Großbritannien 1940. R: Thorold Dickinson. D: Anton Walbrook, Diana Wynyard, Frank Pettingell. 84 Min. DCP. OF
Filmreihe: Klassiker & Raritäten: Adolf Wohlbrück

Alice Barlow wird in ihrem Haus überfallen und brutal ermordet. Der Mörder stellt das ganze Haus auf der Suche nach Barlows wertvollen Edelsteinen auf den Kopf. Wegen seiner grausamen Vergangenheit steht das Haus viele Jahre lang leer. Dann entschließt sich das Paar Bella und Paul Mallen zum Kauf des Hauses. Doch irgendetwas hier scheint nicht mit rechten Dingen zuzugehen. Anton Walbrook gibt hier den zwielichtigen Paul, der Bella in den Wahnsinn treibt.

Dienstag  27.08.2019

18:00 Uhr

LA RONDE

Der Reigen. Frankreich 1950. R: Max Ophüls. D: Adolf Wohlbrück, Simone Signoret, Serge Reggiani. 97 Min. Blu-ray. OmeU
Einführung: Dr. Rosemarie Killius (Filmhistorikerin und Wohlbrück-Expertin)
Filmreihe: Klassiker & Raritäten: Adolf Wohlbrück

Wien, um 1900: Adolf Wohlbrück führt als allwissender Conférencier in ständig wechselnden Kostümen durch eine Reihe von Liebesaffären. Regisseur Max Ophüls verfilmte 1950 erstmals das für die Bühne verbotene Stück von Arthur Schnitzler. Mit opulenten Schwarzweiß-Bildern schuf er eine ebenso heitere wie ironische Komödie, die auch heute noch mit ihrer erfrischenden Unangepasstheit begeistert. „Die Darsteller/innen sind so verführerisch wie das Drehbuch“, urteilte die New York Times.

Dienstag  03.09.2019

18:00 Uhr

THE CONNECTION

USA 1961. R: Shirley Clarke D: Warren Finnerty, Jerome Raphael, Carl Lee. 103 Min. 35mm. OmU
Filmreihe: Klassiker & Raritäten: Shirley Clarke

Basierend auf dem gleichnamigen Living-Theatre-Stück von Jack Gelber erzählt THE CONNECTION von einer Gruppe Drogenabhängiger – einige unter ihnen „echte“ Jazzmusiker mit Drogenproblemen wie der berühmte Saxofonist Jackie McLean –, die in einem New Yorker Apartment auf eine Heroinlieferung warten. Dieses Warten wird von einem Filmemacher dokumentiert, der die Lieferung finanziert hat und darauf hofft, ein Stück „Realität“ einfangen zu können. Clarkes Debütfilm gibt Einblicke in das Leben der US-amerikanischen Bohème und reflektiert dabei mit Skepsis Techniken des cinéma vérité.

Dienstag  10.09.2019

18:00 Uhr

ORNETTE: MADE IN AMERICA

USA 1985. R: Shirley Clarke Dokumentarfilm. 77 Min. 35mm. OmU
Filmreihe: Klassiker & Raritäten: Shirley Clarke

Shirley Clarkes letzter vollendeter Film beschäftigt sich mit Leben und Werk des Saxofonisten Ornette Coleman, der als Pionier des Free Jazz zu den einflussreichsten Jazz-Musiker/innen der Geschichte zählt. Strukturiert um ein Konzert seiner Komposition Skies of America, verwebt der Film Archivmaterial, psychedelische Sequenzen, Auftritte von William S. Burroughs und Buckminster Fuller sowie Expert/inneninterviews. Immer wieder wird dabei auch der Einfluss der Regisseurin deutlich, die mit Bild- und Tonexperimenten versucht, die Form des klassischen Musikdokumentarfilms aufzubrechen.

Dienstag  17.09.2019

18:00 Uhr

THE COOL WORLD

USA 1963. R: Shirley Clarke D: Rony Clanton, Yolanda Rodríguez, Carl Lee. 105 Min. 35mm. OF
Filmreihe: Klassiker & Raritäten: Shirley Clarke

Ein junger Teenager ist unter den Straßengangs im New York der 1960er auf der Suche nach einer Waffe. THE COOL WORLD basiert auf einem Roman von Warren Miller und wurde zum größten Teil mit Laienschauspieler/innen gedreht. Clarkes Film entwickelt dabei semidokumentarische Perspektiven auf das Leben in Harlem in der Zeit kurz vor dem Aufkommen der Black-Power-Bewegung. Wie bereits in THE CONNECTION treten berühmte Jazzmusiker auf, darunter Dizzy Gillespie, der gemeinsam mit Mal Waldron für den hochgelobten Soundtrack verantwortlich war

Dienstag  08.10.2019

18:00 Uhr

DER GETEILTE HIMMEL

DDR 1964. R: Konrad Wolf. D: Renate Blume, Eberhard Esche. 110 Min. 35mm
Einführung: Therese Hörnigk (Literaturwissenschaftlerin, Vorsitzende der Christa Wolf Gesellschaft, Berlin)
Filmreihe: Klassiker & Raritäten: Christa Wolf

Mit der Adaption von Christa Wolfs Roman Der geteilte Himmel realisierte Konrad Wolf seinen wohl berühmtesten Film. Als junge Frau verliebt sich Rita in den zehn Jahre älteren Chemiker Manfred, welcher sie ermutigt zu studieren. Sie zieht mit ihm zusammen und macht ein Betriebspraktikum. Aber die skeptisch-bittere Grundhaltung Manfreds gefährdet ihre Liebe und er geht schließlich nach Westberlin. Der Film lädt in seiner Distanziertheit zur besonderen Reflexion über die Verhältnisse in der DDR ein.

Dienstag  15.10.2019

18:00 Uhr

DIE TOTEN BLEIBEN JUNG

DDR 1968. R: Joachim Kunert. D: Barbara Dittus, Günter Wolf, Klaus-Peter Pleßow. 112 Min. 35mm
Einführung: Carola Hilmes (Literaturwissenschaftlerin, Goethe-Universität Frankfurt)
Filmreihe: Klassiker & Raritäten: Christa Wolf

Basierend auf dem gleichnamigen Roman von Anna Seghers entwirft DIE TOTEN BLEIBEN JUNG schlaglichtartig eine Chronik von Ereignissen aus den Jahren 1918 bis 1945. In der Parallelmontage verschiedener Handlungsstränge, die alle mit der Ermordung eines jungen Kommunisten zusammenhängen, entwirft der Film ein Panorama der deutschen Gesellschaft zwischen den beiden Weltkriegen, wobei er sowohl Täter als auch Opfer und Angehörige zeigt. Christa Wolf schrieb am Drehbuch mit.

Dienstag  22.10.2019

18:00 Uhr

TILL EULENSPIEGEL

DDR 1974. R: Rainer Simon. D: Winfried Glatzeder, Franciczek Pieczka, Cox Habbema. 104 Min. 35mm
Zu Gast: Rainer Simon
Filmreihe: Klassiker & Raritäten: Christa Wolf

Am Vorabend des Bauernkrieges zieht der Narr Till Eulenspiegel durchs Land und scheut sich nicht davor, gesellschaftliche Missstände aufzudecken. Diese bisweilen derbe Adaption, an deren Drehbuch Christa Wolf mitwirkte, entwirft ein vielschichtiges Bild der Narrenfigur mit Bezügen zur Gegenwart und rief auch die Stasi auf den Plan: „Es ist mehr als eine Frechheit, dass sich Simon so etwas traut und vielleicht sogar die Hoffnung hegt, dass wir es nicht merken würden, dass er uns wahrscheinlich für Idioten hält.“

Dienstag  29.10.2019

18:00 Uhr

ZEITSCHLEIFEN - IM GESPRÄCH MIT CHRISTA WOLF

Deutschland 1991. R: Karlheinz Mund. Mit Christa Wolf, Kurt Biedenkopf u.a. Dokumentarfilm. 103 Min. DCP
Einführung: Ilse Nagelschmidt (Literaturwissenschaftlerin, Universität Leipzig)
Filmreihe: Klassiker & Raritäten: Christa Wolf

Der Regisseur Karlheinz Mund dokumentierte in seinem 1991 fertiggestellten Film die wichtigsten Aktivitäten und Auftritte von Christa Wolf seit dem Herbst 1989. Im Gespräch gibt sie offen Auskunft über die Brüche in ihrer eigenen Biografie, die auf einzigartige Weise mit den Brüchen in der jüngsten deutschen Geschichte zusammenhängen. Der Film verbindet Lesungen von Christa Wolf, Ausschnitte aus Filmen, die auf ihren Vorlagen beruhen, und Bilder von den letzten Tagen der DDR.

Dienstag  05.11.2019

18:00 Uhr

BAUHAUS UND FILM I

WIE WOHNEN WIR GESUND UND WIRTSCHAFTLICH? 4. Teil: Neues Wohnen (Haus Gropius) DE 1926/28. R: Richard Paulick. 21 Min
BERLINER STILLEBEN DE 1931/32. R: László Moholy-Nagy. 9 Min
KOMPOSITION I/1922 DE 1922/77 und KOMPOSITION II/1922 DE 1922/59, R: Werner Graeff . 4 Min
DER AUFSTIEG DE 1926. R: Walter Ruttmann. 4 Min
FLÄCHEN PERPELLERISTISCH DE 1930. 3 Min; ENTE DE 1930, 1 Min; NÄHERIN DE 1930. 2 Min. alle R: Heinrich Brocksieper
REFLEKTORISCH FARBSPIELE DE 1922/67 R: Kurt Schwerdtfeger Auszug. 17 Min
Einführung: Thomas Tode, Kurator und Filmhistoriker, Hamburg
Filmreihe: Klassiker & Raritäten: 100 Jahre Bauhaus

Kurzfilmprogramm

Dienstag  12.11.2019

18:15 Uhr

BAUHAUS - MODELL UND MYTHOS

Deutschland 1998/2009. R: Niels Bolbrinker, Kerstin Stutterheim. Dokumentarfilm. 103 Min. DCP
Filmreihe: Klassiker & Raritäten: 100 Jahre Bauhaus

Das Bauhaus als Ursprungsbau der modernen Architektur steht bis heute für die perfekte Verschmelzung von Form und Funktion, von Kreativität und Rationalität. Ab 1911 entstand in der kleinen niedersächsischen Industriestadt Alfeld der Ursprungsbau der modernen Architektur. Für den sozialreformerisch eingestellten Unternehmer Carl Benscheidt entwarf der junge Architekt und spätere Gründer des Bauhauses, Walter Gropius, das Fagus-Werk – eine Fabrik zur Produktion von Schuhleisten. Das Motto: »Der Arbeit Paläste bauen« spiegelte das hochmoderne Erscheinungsbild, gekoppelt mit vorbildlichen Arbeitsbedingungen und Sozialeinrichtungen für die Belegschaft. Bis heute gilt das Bauhaus als Urzelle der modernen Architektur und Designs. Doch ›Bauhaus‹ meint nicht nur das kubische weiße Haus mit flachem Dach, den Stahlrohrstuhl oder die Bauhaus-Lampe. Das Bauhaus war auch eine Ausbildungsstätte, die bis heute als Modell fungiert Der Film zeichnet ein Bild von dieser einmaligen Institution der künstl

Dienstag  19.11.2019

18:00 Uhr

BAUHAUS UND FILM II

WIE WOHNEN WIR GESUND UND WIRTSCHAFTLICH? 6. Teil: Das Bauhaus Dessau und seinen Funktionsweise DE 1926/28, R: Richard Paulick. 15 Min
ALTER HAFEN IN MARSEILLE DE/FR 1929/32. R: László Moholy-Nagy. 9 Min
SYMPHONIE DIAGONALE DE 1924/25. R: Viking Eggeling, Erna Niemeyer. 6 Min
FILMSTUDIE DE 1928. R: Hans Richter, Erna Niemeyer. 4 Min
OPUS 3 + 4 DE 1924. R: Walter Ruttmann, Lore Leudesdorff 9 Min
EIN LICHTSPIEL SCHWARZ WEISS GRAU DE 1930/32. R: László Moholy-Nagy. 5 Min
MAKING OF AU 2000. R: Corinne Schweizer, Peter Böhm. 6 Min; SONANTINE II (rot) AU 1923/2000. 9 Min
S-TANZ AU 1923/2000. 5 Min; basierend auf Ludwig Hirschfeld-Macks FARBLICHTSPIELE AU 1923/2000
Filmreihe: Klassiker & Raritäten: 100 Jahre Bauhaus

Kurzfilmprogramm

Dienstag  26.11.2019

18:00 Uhr

THINGS TO COME

Was kommen wird. Großbritannien 1936. R: William Cameron Menzies. D: Raymond Massey, Edward Chapman, Margaretta Scott. 97 Min. DCP. OF
Filmreihe: Klassiker & Raritäten: 100 Jahre Bauhaus

THINGS TO COME entstand in Zusammenarbeit mit dem Autor der Vorlage, H.G. Wells und erzählt die Geschichte der Stadt Everytown, die über einen Zeitraum von knapp 100 Jahren von Kriegen, Krankheiten und diktatorischen Machthabern heimgesucht wird. Schließlich, im Jahr 2036, lebt die Bevölkerung in einer glänzenden, technologischen Utopie. Das Design einiger futuristischer Anlagen wurde inspiriert von László Moholy-Nagy.

Mittwoch  01.01.2020

18:00 Uhr

UGETSU MONOGATARI

Ugetsu – Erzählungen unter dem Regenmond. Japan 1953. R: Kenji Mizoguchi. D: Machiko Kyo, Masayuki Mori, Kinuyo Tanaka. 97 Min. 35mm. OmeU
Filmreihe: Klassiker & Raritäten. Kenji Mizoguchi

Japan wird am Ende des 16. Jahrhunderts durch Kriege erschüttert. Ohne Rücksicht auf die mahnenden Worte ihrer Frauen jagen die beiden Bauern Genjuro und Tobei Ruhm und Reichtum nach und erkennen erst spät den Preis, den sie dafür bezahlen müssen. UGETSU wurde bei den Filmfestspielen von Venedig 1953 mit dem Silbernen Löwen ausgezeichnet und steht mit seinen gleitenden und glänzend choreographierten Kamerafahrten exemplarisch für die „hypnotische Kraft“ (Mizoguchi) der Filme des Regisseurs.

Samstag  04.01.2020

18:00 Uhr

UGETSU MONOGATARI

Ugetsu – Erzählungen unter dem Regenmond. Japan 1953. R: Kenji Mizoguchi. D: Machiko Kyo, Masayuki Mori, Kinuyo Tanaka. 97 Min. 35mm. OmeU
Filmreihe: Klassiker & Raritäten. Kenji Mizoguchi

Japan wird am Ende des 16. Jahrhunderts durch Kriege erschüttert. Ohne Rücksicht auf die mahnenden Worte ihrer Frauen jagen die beiden Bauern Genjuro und Tobei Ruhm und Reichtum nach und erkennen erst spät den Preis, den sie dafür bezahlen müssen. UGETSU wurde bei den Filmfestspielen von Venedig 1953 mit dem Silbernen Löwen ausgezeichnet und steht mit seinen gleitenden und glänzend choreographierten Kamerafahrten exemplarisch für die „hypnotische Kraft“ (Mizoguchi) der Filme des Regisseurs.

Dienstag  07.01.2020

18:00 Uhr

SANSHO DAYU - EIN LEBEN OHNE FREIHEIT

Ein Leben ohne Freiheit. Japan 1954. R: Kenji Mizoguchi. D: Kinuyo Tanaka, Yoshiaki Hanayagi, Kyoko Kagawa. 123 Min. 35mm. OmeU
Filmreihe: Klassiker & Raritäten. Kenji Mizoguchi

SANSHO DAYU basiert auf einer alten japanischen Legende und spielt im feudalen Ja-pan des 11. Jahrhunderts: Die Kinder eines Statthalters geraten in die Hände eines Sklavenhändlers, während sich deren Mutter verzweifelt nach ihnen sehnt. Ein widerständiger, epischer und humanistischer Film: „Ein Meisterwerk von Mizoguchi, das Bilddichtung mit kraftvoller Darstellung vereint und von der Überzeugung beseelt ist, dass der Mensch nur durch Mitleid und Barmherzigkeit bestehen kann.“ (Filmdienst)

Donnerstag  09.01.2020

18:00 Uhr

CHIKAMATSU MONOGATARI

Die Legende vom Meister der Rollbilder. Japan 1954. R: Kenji Mizoguchi. D: Kazuo Hasegawa, Kyoko Kagawa, Eitaro Shindo. 102 Min. 35mm. OmeU
Filmreihe: Klassiker & Raritäten. Kenji Mizoguchi

Der Angestellte eines Schriftrollenbetriebs versucht, der Frau seines Meisters aus ihren finanziellen Schwierigkeiten zu helfen. Doch in der Folge werden die beiden des Ehebruchs verdächtigt, worauf die Todesstrafe steht. Sie beschließen zu fliehen und werden letztlich doch zu Liebenden. Mizoguchi zeigt in schonungsloser Ausweglosigkeit die Auflehnung eines Liebespaars gegen die Verhältnisse und sozialen Klassenunterschiede, mit einem besonderen Gespür für die Bewegung von Körpern im Raum.

Freitag  10.01.2020

20:30 Uhr

AKASEN CHITAI

Die Straße der Schande. Japan 1956. R: Kenji Mizoguchi. D: Machiko Kyo, Ayako Wakao, Michiyo Kogure. 85 Min. 35mm. OmeU
Filmreihe: Klassiker & Raritäten. Kenji Mizoguchi

AKASEN CHITAI ist Mizoguchis letzte Arbeit – der Regisseur starb im Alter von nur 58 Jahren an Leukämie – und eines seiner zentralen Werke. Mit der für ihn üblichen formalen Präzision widmet sich Mizoguchi darin Formen der patriarchalen Ausbeutung von Frauen. Er erzählt mit zunehmender emotionaler Wucht die Geschichte von fünf Frauen in Tokio. Sie alle arbeiten, aus unterschiedlichen Gründen und mit verschiedenen Einstellungen zu Leben und Geld, in einem Bordell im Yoshiwara-Distrikt.

Sonntag  12.01.2020

17:45 Uhr

SANSHO DAYU - EIN LEBEN OHNE FREIHEIT

Ein Leben ohne Freiheit. Japan 1954. R: Kenji Mizoguchi. D: Kinuyo Tanaka, Yoshiaki Hanayagi, Kyoko Kagawa. 123 Min. 35mm. OmeU
Filmreihe: Klassiker & Raritäten. Kenji Mizoguchi

SANSHO DAYU basiert auf einer alten japanischen Legende und spielt im feudalen Ja-pan des 11. Jahrhunderts: Die Kinder eines Statthalters geraten in die Hände eines Sklavenhändlers, während sich deren Mutter verzweifelt nach ihnen sehnt. Ein widerständiger, epischer und humanistischer Film: „Ein Meisterwerk von Mizoguchi, das Bilddichtung mit kraftvoller Darstellung vereint und von der Überzeugung beseelt ist, dass der Mensch nur durch Mitleid und Barmherzigkeit bestehen kann.“ (Filmdienst)

Dienstag  14.01.2020

18:00 Uhr

CHIKAMATSU MONOGATARI

Die Legende vom Meister der Rollbilder. Japan 1954. R: Kenji Mizoguchi. D: Kazuo Hasegawa, Kyoko Kagawa, Eitaro Shindo. 102 Min. 35mm. OmeU
Filmreihe: Klassiker & Raritäten. Kenji Mizoguchi

Der Angestellte eines Schriftrollenbetriebs versucht, der Frau seines Meisters aus ihren finanziellen Schwierigkeiten zu helfen. Doch in der Folge werden die beiden des Ehebruchs verdächtigt, worauf die Todesstrafe steht. Sie beschließen zu fliehen und werden letztlich doch zu Liebenden. Mizoguchi zeigt in schonungsloser Ausweglosigkeit die Auflehnung eines Liebespaars gegen die Verhältnisse und sozialen Klassenunterschiede, mit einem besonderen Gespür für die Bewegung von Körpern im Raum.

Mittwoch  15.01.2020

18:00 Uhr

AKASEN CHITAI

Die Straße der Schande. Japan 1956. R: Kenji Mizoguchi. D: Machiko Kyo, Ayako Wakao, Michiyo Kogure. 85 Min. 35mm. OmeU
Filmreihe: Klassiker & Raritäten. Kenji Mizoguchi

AKASEN CHITAI ist Mizoguchis letzte Arbeit – der Regisseur starb im Alter von nur 58 Jahren an Leukämie – und eines seiner zentralen Werke. Mit der für ihn üblichen formalen Präzision widmet sich Mizoguchi darin Formen der patriarchalen Ausbeutung von Frauen. Er erzählt mit zunehmender emotionaler Wucht die Geschichte von fünf Frauen in Tokio. Sie alle arbeiten, aus unterschiedlichen Gründen und mit verschiedenen Einstellungen zu Leben und Geld, in einem Bordell im Yoshiwara-Distrikt.

Dienstag  11.02.2020

20:30 Uhr

TOKA JONË

Our Land. Albanien 1964. R: Hysen Hakani. D: Marie Logoreci, Mario Ashiku, Loro Kovaçi. 73 Min. 35mm. OmeU
Vorfilm: Albanien 1940
Italien. 14 Min. 35mm. DF
Einführung zur Reihe: Louise Burkart (Kuratorin)
Filmreihe: Klassiker & Raritäten: Das vergessene Albanien

Vor 1947 wurde Albanien nur aus der Außenperspektive, als exotisches Land, porträtiert. Der Vorfilm aus dem Zweiten Weltkrieg bietet dafür ein Beispiel. TOKA JONË ist die erste von der Sowjetunion unabhängige Produktion. Der spätere Regisseur Dhimiter Anagnosti – hier an der Kamera – zeigt Landarbeiter im Kampf gegen Großgrundbesitzer. Während sich auf der Leinwand eine optimistische Geschichte entspinnt, enteignete Hoxha ebendiese Landarbeiter, um ihre hart erkämpften Grundstücke zu kollektivieren.

Donnerstag  13.02.2020

18:00 Uhr

KAPEDANI

The Captain. Albanien 1972. R: Muharrem Fejzo, Fehmi Hoshafi. D: Albert Vërria, Nicolin Xhoja, Flora Mërtiti. 95 Min. 35 mm. OmeU
Vorfilm: NE FESTIVALIN E 11 TE KENGES
The 11th Song Contest. Albanien 1973. R: Donika Muci. D: Justina Aliaj, Tonin Tërshana, Vaçe Zela. 11 Min. 35 mm. OmeU
Einführung: Louise Burkart
Filmreihe: Klassiker & Raritäten: Das vergessene Albanien

Zwischen 1968 und 1973 lag für kurze Zeit ein Hauch von Freiheit über dem Land. KAPEDANI, eine der wenigen albanischen Komödien, erzählt von einem in die Jahre gekommenen Ex-Partisanen, der bei einer Reise in die Hauptstadt gar nicht weiß, wie ihm geschieht. Besonders der Fortschritt, den die Frauen erreicht haben, ist ihm unbegreiflich. Freiheit wird auch im Vorfilm spürbar – nach dessen Dreharbeiten jedoch der Dirigent hingerichtet und fast alle Musiker/innen festgenommen wurden.

Freitag  14.02.2020

20:30 Uhr

LUMI GE NUK SHTERON / NUSIA DHE SHTETRRETHIMI

The River That Never Dies
Albanien 1989. R: Fatmir Koci. D: Suela Konjari, Gjergji Lala, Sofia Meçi. 41 Min. 35 mm. OmeU
The Bride and the Curfew
Albanien 1978. R: Kristaq Mitro, Ibrahim Muçaj. D: Rajmonda Bullku, Llazi Sërbo, Thimi Filipi. 52 Min. 35 mm. OmeU
Einführung: Louise Burkart
Filmreihe: Klassiker & Raritäten: Das vergessene Albanien

Zwei Partisan/innenfilme über den Kampf gegen den Faschismus – ein beliebtes Thema von „Kinostudio“. Fatmir Koçi schildert in einer hypnotischen und an Tarkovskij erinnernden Atmosphäre Chaos und Zerstörung des Kriegs. Der zweite Film ist das wohl beste Werk des Duos Ibrahim Muçaj und Kristaq Mitro. In einer minimalistischen Inszenierung, deren Stil umgehend verboten wurde, zeigen sie die Verkleidung einer Partisanin als Braut, um den deutschen Soldaten zu entkommen.

Dienstag  18.02.2020

20:30 Uhr

GJENERAL GRAMAFONI

The General Gramaphone. Albanien 1978. R: Viktor Gjika. D: Bujar Lako, Gulielm Radoja, Kadri Roshi. 104 Min. 35mm. OmeU
Filmreihe: Klassiker & Raritäten: Das vergessene Albanien

Viktor Gjika, einer der berühmtesten Regisseure Albaniens, entfacht ein Duell der Musikrichtungen: der Tango der Besatzungsmächte gegen die albanische Volksmusik. Ende der 1930er Jahre wird ein virtuoser Klarinettist zum Widerstandssymbol für alle Albaner/innen, während die Italiener/innen versuchen, deren Kultur zu unterdrücken. Der Film nimmt Bezug auf die albanische Kulturpolitik: Enver Hoxha wünschte sich für Albanien das Gegenteil der Kulturrevolution Chinas – eine Stärkung der traditionellen Kulturen und Künste.

Donnerstag  20.02.2020

18:00 Uhr

KOLONEL BUNKER

Colonel Bunker. Albanien/Polen/Frankreich 1996. R: Kujtim Çashku. D: Agim Qirjaqi, Anna Nehrebecka, Teresa Lipowska. 103 Min. 35 mm. OmeU
NEU: Vorfilm: GJERA QE NUK NDRYSHOJNE
Things That Do Not Change. Albanien 1993. R: Stefan Taçi. 4 Min. 35mm. kein Dialog

Einführung: Louise Burkart
Filmreihe: Klassiker & Raritäten: Das vergessene Albanien

1974 erteilt der albanische Diktator Hoxha den Befehl, das ganze Land zu „bunkerisieren“: Jede Person soll einen eigenen Bunker haben – etwa 750.000 entstanden insgesamt. Kolonel Muro Neto hat die Aufsicht über diese Aktion. Der linientreue Apparatschik und „oberste Verteidiger der Nation“ droht ob seiner wachsenden Paranoia allerdings, an dieser monströsen Aufgabe zu zerbrechen. Ein Schlüsselfilm aus Albanien, der sich nach dem Ende der Diktatur schonungslos mit der eigenen Vergangenheit auseinandersetzt.

Dienstag  25.02.2020

20:30 Uhr

NGADHNJIM MBI VDEKJEN

Victory Over Death. Albanien 1967. R: Gëzim Erebara, Piro Milkani. D: Eglantina Kume, Edi Luarasi, Naim Frashëri. 90 Min. 35 mm. OmeU
NEU: Vorfilm: ZERI I GJAKUT ZERI I TOKES
Voice Of The Blood, Voice Of The Land. Albanien 1985. R: Artur Dauti/Boris Ikonomi. 12 Min. 35mm. OmeU
Filmreihe: Klassiker & Raritäten: Das vergessene Albanien

Zwei junge Widerstandskämpferinnen geraten während des Zweiten Weltkriegs in die Fänge eines SS-Offiziers. Man stellt sie vor die Wahl: Entweder verraten sie ihre Kameraden und kommen frei oder sie werden hingerichtet. Während ihrer Haft erinnern sie sich an bessere Zeiten. Der auf einem realen Fall basierende Film war nicht nur in Albanien außerordentlich erfolgreich und wurde von nahezu zwei Dritteln der Bevölkerung im Kino gesehen. Auch in China fand er – vor der Kulturrevolution – ein Millionenpublikum.

Donnerstag  27.02.2020

18:00 Uhr

TOMKA DHE SHOKET E TIJ

Tomka and His Friends. Albanien 1977. R: Xhanfize Keko. D: Zehrudin Dokle, Enea Zhegu, Herion Mustafaraj. 77 Min. DCP. OmeU
Filmreihe: Klassiker & Raritäten: Das vergessene Albanien

Albanien während des Zweiten Weltkriegs: Weil die Nazis ihren Fußballplatz in ein Militärlager umbauen wollen, organisiert sich eine Gruppe Jungen zu Spionage- und Sabotageakten. Kameramann Faruk Basha fängt in TOMKA, dem bekanntesten Film von Xhanfize Keko und ein Klassiker des albanischen Kinos, bestechende Bilder der kaum berührten Landschaft und Architektur von und um Berat, der „Stadt der tausend Fenster“, ein.

Freitag  28.02.2020

20:30 Uhr

TOMKA DHE SHOKET E TIJ

Tomka and His Friends. Albanien 1977. R: Xhanfize Keko. D: Zehrudin Dokle, Enea Zhegu, Herion Mustafaraj. 77 Min. DCP. OmeU
Filmreihe: Klassiker & Raritäten: Das vergessene Albanien

Albanien während des Zweiten Weltkriegs: Weil die Nazis ihren Fußballplatz in ein Militärlager umbauen wollen, organisiert sich eine Gruppe Jungen zu Spionage- und Sabotageakten. Kameramann Faruk Basha fängt in TOMKA, dem bekanntesten Film von Xhanfize Keko und ein Klassiker des albanischen Kinos, bestechende Bilder der kaum berührten Landschaft und Architektur von und um Berat, der „Stadt der tausend Fenster“, ein.

Dienstag  03.03.2020

18:00 Uhr

TAXICHAUFFEUR BÄNZ

Schweiz 1957. R: Werner Düggelin. D: Schaggi Streuli, Elisabeth Müller, Maximilian Schell. 93 Min. 35mm. OF
Filmreihe: Klassiker & Raritäten. Maximilian Schell

In seiner Jugend wollte Schell Fußballer werden und auch in späteren Jahren interessierte er sich brennend für die Ergebnisse der schweizerischen Liga. Hier ist er in seiner einzigen Rolle als Fußballer zu sehen. Er spielt Toni, den neuen Untermieter des Taxichauffeurs Bänz und seiner Tochter Irma, die sich in ihn verliebt. Aber Toni ist labil und hat die falschen Freunde und so kommt es zu allerlei Komplikationen. Schaggi Streuli, ein beliebter Autor und Filmschauspieler, hat auch das Drehbuch mit verfasst.

Dienstag  10.03.2020

18:00 Uhr

LITTLE ODESSA

USA 1994. R: James Gray. D: Tim Roth, Edward Furlong, Vanessa Redgrave, Maximilian Schell. 98 Min. 35mm. OF
Die Einführung von Jan Philipp Richter fällt leider aus.
Filmreihe: Klassiker & Raritäten. Maximilian Schell

James Grays Debütfilm ist ein melancholisches Drama, das während eines kalten Winters in Brooklyn und in einer Familie russisch-jüdischer Herkunft angesiedelt ist. Im Mittelpunkt steht die Figur eines jungen Auftragskillers, der von seinem Boss nach Brighton Beach geschickt wird, wo auch sein Vater (Schell), seine im Sterben liegende Mutter und sein jüngerer Bruder leben. So kommt es zu einer Wiederbegegnung des Killers mit seiner Familie. Ein düsterer, fatalistischer, aber glaubwürdiger Film.

Dienstag  17.03.2020

18:00 Uhr

THE CHOSEN

USA 1981. R: Jeremy Paul Kagan. D: Maximilian Schell, Rod Steiger, Robby Benson, Barry Miller. 108 Min. 35mm. OmU
Filmreihe: Klassiker & Raritäten. Maximilian Schell

Am Ende des Zweiten Weltkriegs in New York freundet sich Reuven mit Danny an, dem Sohn eines chassidischen Rabbis. Reuvens Vater ist ein überzeugter Zionist und in der Kampagne für die Gründung eines Staates Israel aktiv – der orthodoxe Rabbiner dagegen lehnt einen solchen rigoros ab. Als Reuven seinen Vater unterstützt, wird die Freundschaft der beiden Jungen auf eine harte Probe gestellt. THE CHOSEN führt die gegensätzlichen jüdischen Milieus voller Anteilnahme für beide Seiten vor Augen.

Samstag  21.03.2020

18:00 Uhr

COUNTERPOINT

Der Befehl. USA 1968. R: Ralph Nelson. D: Charlton Heston, Maximilian Schell, Kathryn Hays. 107 Min. Blu-ray. OmU
Einführung: Alfons Maria Arns
Filmreihe: Klassiker & Raritäten. Maximilian Schell

Als im Winter 1944 in Belgien ein Bus mit US-amerikanischen Musikern in die Hände der deutschen Wehrmacht gerät, rettet der musikbegeisterte General Schiller (Schell) sie vor dem Erschießen als Spione, verlangt aber als Gegenleistung von dem bekannten Dirigenten Evans (Heston), dass das Orchester ein Privatkonzert für die deutschen Offiziere gibt. So kommt es zu einem – auch schauspielerischen – Duell zwischen dem General und dem Dirigenten, wobei die Musiker in ständiger Lebensgefahr schweben.

Dienstag  24.03.2020

18:00 Uhr

CROSS OF IRON

Steiner – Das Eiserne Kreuz. BRD/Großbritannien 1977. R: Sam Peckinpah. D: James Coburn, Maximilian Schell, James Mason. 133 Min. Blu-ray. OmU
Filmreihe: Klassiker & Raritäten. Maximilian Schell

1943 kommt es an der russischen Front zu einer Konfrontation zwischen Feldwebel Rolf Steiner (Coburn), einem erfahrenen, aber undisziplinierten Haudegen, und dem neuen Bataillonskommandeur Stransky (Schell), einem dünkelhaften Offizier, dessen Hauptziel es ist, das Eiserne Kreuz verliehen zu bekommen. Für seine internationale Großproduktion holte sich Wolf C. Hartwig den Regisseur Sam Peckinpah, welcher mit seinen Actionszenen brilliert und dabei ein düsteres Bild von Tod und Zerstörung im Krieg entwirft.

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