Lecture & Film zu Agnès Varda // DU CÔTÉ DE LA CÔTE

Küstensehnsüchte: Das Meer, die Lieder und die Sonne in Vardas DU CÔTÉ DE LA CÔTE und DOCUMENTEUR

Zu Gast: Delphine Bénézet

Der Reichtum und die Vielgestaltigkeit des Werks von Agnès Varda stellt für Kritiker und Filmwissenschaftler eine Herausforderung dar. Dieser Vortrag zeigt Verlaufslinien in Vardas Werk auf, indem er zwei Filme miteinander kontrastiert, die in ihrer Entstehung mehr als 20 Jahre auseinander liegen: DU CÔTÉ DE LA CÔTE aus dem Jahr 1958, ein überschäumender Reisebericht, der an der französischen Riviera gedreht wurde, und DOCUMENTEUR (1981), der fiktionale und eher melancholische Teil von Vardas kalifornischem Dyptichon. Besondere Beachtung findet hierbei Vardas innovativer Umgang mit Montage, Musik und Stimme. Das poetische Motiv der Küstenlandschaft verfolgt der Vortrag schließlich weiter zu neueren künstlerischen Arbeiten wie LES VEUVES DE NOIRMOUTIER (2005), PING PONG TONG ET CAMPING (2006) und LES PLAGES D’AGNÈS (2008).

Delphine Bénézet ist Filmwissenschaftlerin und Literaturwissenschaftlerin und arbeitet derzeit an der London School of Economics. Sie veröffentlichte das Buch The Cinema of Agnès Varda: Resistance and Eclecticism (2014).

DOCUMENTEUR

Menschengesichter

Frankreich 1981. R: Agnès Varda

D: Sabine Mamou, Mathieu Demy, Lisa Blok-Linson. 65 Min. DCP. OmeU

„Ein falscher Dokumentarfilm über Dokumentarfilm dokumentiert den Dokumentarfilm“, schreibt Medienwissenschaftlerin Wenke Wegner über DOCUMENTEUR. Agnès Varda filmt Passanten wie in einem Dokumentarfilm und lässt die Bilder in eine fiktive Geschichte einfließen. Eine Frau lebt und leidet im Exil unter Identitätsverlust. Ihr Sohn kann nicht einschlafen. Gemeinsam versuchen die beiden, sich zu erholen und die Schatten der Vergangenheit loszuwerden. Dabei sind es die Alltagsaufnahmen der Fischer, geheimnisvollen Nachbarn und wartenden Frauen, durch die sich die Gefühle der Protagonistin vermitteln.

 

Vorfilm: DU CÔTÉ DE LA CÔTE

Frankreich 1958. R: Agnès Varda.

Dokumentarfilm. 25 Min. OmeU

 

Aufzeichnung der Veranstaltung vom 19.11.2015 im Kino des DFF.

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