Lecture & Film zu Agnès Varda // Prof. Vinzenz Hediger

Porträt, Skizze, Entwurf: Über JANE B. PAR AGNÈS V. und KUNG FU MASTER

Zu Gast: Prof. Vinzenz Hediger

Die Idee zu JANE B. PAR AGNÈS V. hatte Jane Birkin. Mit dem Schmacht-Hit „Je t’aime … moi non plus…“ zusammen mit ihrem Partner Serge Gainsbourg zum Pop–Weltstar geworden und in den 1980er mit den Filmen ihres neuen Partners Jacques Doillon zur Schauspielerin avanciert, bot Birkin sich selbst Agnès Varda als Sujet eines Porträt-Films. Daraus wurde ein vielschichtiges filmisches Gemälde, ein Porträt von Birkin und ihren Kindern, Charlotte Gainsbourg und Luc Doillon, ein Doppel(selbst)porträt von Birkin und Agnès Varda, und zugleich ein Entwurf für einen weiteren Film, KUNG FU MASTER – UN PETIT AMOUR, eine Liebesgeschichte zwischen einer Frau um die vierzig und einem jungen Mann an der Schwelle zum Erwachsenwerden. Ein Film also, der aus einem Zwiegespräch entsteht, die Werkgrenzen sprengt und sich somit besonders gut eignet als Ausgangspunkt einer Diskussion über die Poetik von Agnès Varda.

Vinzenz Hediger ist Professor für Filmwissenschaft an der Goethe-Universität Frankfurt, zuvor lehrte er an der Universität Zürich und der Ruhr-Universität Bochum. Seine Forschungsschwerpunkte sind die Filmphilosophie, die Geschichte der Film- und Medientheorie sowie die Erforschung nicht-kanonischer Filmformate.

Film:

JANE B. PAR AGNÈS V.

Jane B… wie Birkin

Frankreich 1988. R: Agnès Varda.

D: Jane Birkin, Philippe Léotard, Jean-Pierre Léaud. 97 Min. 35mm. OmeU

Ein Porträt von Jane Birkin, gedreht von Agnès Varda. Gesprächspassagen und Kommentare ergänzen bewegte Bilder aus Birkins Familienalbum. Gänzlich ohne Voyeurismus respektiert die Kamera Jane Birkin. Varda entwirft Spielszenen für Birkin, die diese gemeinsam mit Schauspielpartnern umsetzt. Und immer wieder taucht sie selbst im Film auf. Am Ende ist die Illusion perfekt: Wer wird hier eigentlich porträtiert? Varda beschreibt den Film als einen Spaziergang: „Wir gehen irgendwohin, und unterwegs entschließen wir uns zu einem Umweg. […] Ich mag Labyrinthe.“

 

Aufzeichnung der Veranstaltung vom 29.10.2015 im Kino des DFF.

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