Hommage Helke Sander

Mit einer Hommage an Helke Sander ehrt das Kino des DFF eine der Pionierinnen des feministischen Kinos und eine der prägenden Figuren des deutschen Films. Anlässlich des 85. Geburtstages der Regisseurin am 31. Januar ist im Mai ein Querschnitt ihres Werkes in neu restaurierten Digitalisierungen im Kino zu sehen.

Samstag  07.05.2022

18:00 Uhr

DIE ALLSEITIG REDUZIERTE PERSÖNLICHKEIT – REDUPERS

BRD 1978. R: Helke Sander. D: Helke Sander, Joachim Baumann, Andrea Malkowsky. 99 Min. DCP
Filmreihe: Hommage Helke Sander

Helke Sanders Debütfilm erkundet verschiedene Fragen, die das Werk der Regisseurin bis heute prägen: Im Zentrum steht eine von Sander selbst gespielte freie Fotografin, die im geteilten Berlin als alleinerziehende Mutter zunehmend zwischen Lohn- und Sorgearbeit zerrieben wird und über die Vereinbarung von persönlicher wie beruflicher Entfaltung und feministischem Aktivismus nachdenkt.

Mittwoch  18.05.2022

18:00 Uhr

MITTEN IM MALESTREAM

Deutschland 2005. R: Helke Sander. Dokumentarfilm. 92 Min. digital
Filmreihe: Hommage Helke Sander

MITTEN IM MALESTREAM schaut zurück auf die Anfänge der Frauenbewegung Ende der 1960er Jahre. Die Regisseurin nimmt eine zweitägige Veranstaltung und Diskussionsrunde aus dem Jahr 2004 mit Teilnehmerinnen wie Peggi Liebisch, Gisela Erler und Bettina Schoeller zum Anlass für eine Untersuchung der Frühphase der Bewegung mit Blick auf die Gegenwart, die um zentrale Themen wie die Frage nach einer feministischen Mütterpolitik oder den Kampf gegen §218 kreist.

Samstag  21.05.2022

16:00 Uhr

BEFREIER UND BEFREITE (TEIL 1)

Deutschland 1992. R: Helke Sander. Dokumentarfilm. 95 Min. DCP
Filmreihe: Hommage Helke Sander

Der zweiteilige Dokumentarfilm BEFREIER UND BEFREITE ist das Ergebnis einer jahrelangen Recherche Sanders’ zu Massenvergewaltigungen, welche die Rote Armee am Ende des Zweiten Weltkriegs beging. Die Regisseurin legt erstmals konkrete Zahlen über das Ausmaß der Gewaltverbrechen vor. Sie interviewt vergewaltigte Frauen, ehemalige Rotarmist:innen und die aus den Übergriffen entstandenen Kinder und montiert diese Aussagen mit Archivmaterial. Sander geht es um die Feststellung, dass Vergewaltigungen als Kriegsmittel eingesetzt wurden, und nicht um Fragen von Schuld und Gerechtigkeit: Die Vorkommnisse von 1945 sind exemplarisch zu verstehen, wie sich kurz nach der Uraufführung des Films bei der Berlinale auf grausame Weise bewahrheitete, als es im Jugoslawienkrieg zu massenhaften Übergriffen auf Bosnierinnen kam.

18:00 Uhr

BEFREIER UND BEFREITE (TEIL 2)

Deutschland 1992. R: Helke Sander. Dokumentarfilm. 108 Min. DCP
Filmreihe: Hommage Helke Sander

Der zweiteilige Dokumentarfilm BEFREIER UND BEFREITE ist das Ergebnis einer jahrelangen Recherche Sanders’ zu Massenvergewaltigungen, welche die Rote Armee am Ende des Zweiten Weltkriegs beging. Die Regisseurin legt erstmals konkrete Zahlen über das Ausmaß der Gewaltverbrechen vor. Sie interviewt vergewaltigte Frauen, ehemalige Rotarmist:innen und die aus den Übergriffen entstandenen Kinder und montiert diese Aussagen mit Archivmaterial. Sander geht es um die Feststellung, dass Vergewaltigungen als Kriegsmittel eingesetzt wurden, und nicht um Fragen von Schuld und Gerechtigkeit: Die Vorkommnisse von 1945 sind exemplarisch zu verstehen, wie sich kurz nach der Uraufführung des Films bei der Berlinale auf grausame Weise bewahrheitete, als es im Jugoslawienkrieg zu massenhaften Übergriffen auf Bosnierinnen kam.

Mittwoch  25.05.2022

20:15 Uhr

EINE PRÄMIE FÜR IRENE


BRD 1971. R: Helke Sander. D: Gundula Schroeder, Sarah Schumann, Helga Foster. 50 Min. 16mm
AUS BERICHTEN DER WACH- und PATROUILLENDIENSTE NR. 5 und NR. 8
BRD 1984. R: Helke Sander. 10 Min. + 11 Min. 35mm
Zu Gast: Helke Sander
Filmreihe: Hommage Helke Sander

Helke Sander ist zu Gast und präsentiert die Monografie Helke Sander I like chaos, but I don‘t know whether chaos likes me. Texte aus ‚Frauen und Film‘. Ein begleitendes Kurzfilmprogramm zeigt verschiedene Facetten und rote Fäden im Werk der Regisseurin auf: Der mittellange Film EINE PRÄMIE FÜR IRENE porträtiert eine alleinerziehende Mutter, die in einer Waschmaschinenfabrik angestellt ist. Schonungslos legt Sander dabei Mechanismen der Ungleichbehandlung und sexuellen Belästigung im Arbeits- und Lebensalltag frei. In AUS BERICHTEN DER WACH- und PATROUILLENDIENSTE NR. 5 und NR. 8 blickt die Regisseurin mal ironisch und mal drastisch auf Geschlechter- und Gesellschaftsverhältnisse sowie sexualisierte Gewalt.