Stopptrick-Video selbst drehen

Von Naima Wagner

Wer dieses Jahr zu Weihnachten etwas ganz Persönliches verschenken oder jemandem aus der Ferne eine Freude machen möchte, kann sich hier inspirieren lassen. Mit dem Stopptrick lassen sich mit dem Handy oder Tablet zu Hause tolle Videos mit überraschenden Effekten zaubern.

Der Stopptrick ist ein Spezialeffekt aus der Ära des Stummfilms und damit einer der ältesten Spezialeffekte der Filmgeschichte. Was bedeutet Stopptrick? Ganz einfach: Ein Video wird aufgenommen, die Aufnahme wird gestoppt, eine Veränderung im Bild vorgenommen und die Videokamera wieder gestartet. In der Zeit, in der die Aufnahme pausiert, können Gegenstände oder Personen ausgetauscht werden, können verschwinden oder erscheinen. Der Stopptrick kann auch nachträglich beim Schnitt ausgeführt werden: In diesem Fall wird nicht pausiert, sondern durchgängig gefilmt und anschließend die entsprechenden Stellen herausgeschnitten.

Inspirierende Beispiele aus der Filmgeschichte sind die fantasievollen Filme des Filmpioniers George Meliès, z.B. ESCAMOTAGE D’UNE DAME CHEZ ROBERT-HOUDIN (1896) oder LE DIABLE NOIR (1905):

Ein Stopptrick-Video selbst machen das wird benötigt:

  • mindestens zwei Personen
  • ein Handy oder Tablet mit Video-Funktion
  • eine App zur Videobearbeitung (z.B: die kostenlose App InShot für Android und Apple)
  • ein Stativ (hier kann auch improvisiert werden aber Achtung: Die Konstuktion muss sicherstellen, dass das Handy oder Tablet während der Aufnahmezeit unbeweglich ist)
  • verschiedene Gegenstände, die im Video vertauscht werden, erscheinen oder verschwinden sollen

Unser Weihnachts-Stopptrick-Video sieht so aus:

So funktioniert’s:

Sucht euch einen Ort in der Wohnung, an dem ihr ungestört filmen könnt, und platziert das Stativ mit dem Tablet oder Handy (z.B. auf einem Tisch). Ihr könnt entscheiden, ob ihr mit der Pause-Methode arbeiten oder ob ihr ein durchgängiges Video aufnehmen wollt. Tipp: Wenn ihr mit einem improvisierten Stativ arbeitet, nehmt ein durchgängiges Video auf (sonst wackelt das Gerät bei jedem Stopp-Drücken). Legt los, sobald ihr besprochen habt, welche Tricks ihr ausprobieren möchtet.
Das Stopptrick-Video ist ein Stummfilm. Das heißt, das Video wird zum Schluss mit Musik unterlegt und der Originalton ist nicht mehr zu hören.

Tipps für die Aufnahme:

  • Wählt einen möglichst neutralen Hintergrund. So kommen die Tricks im Vordergrund am besten zur Geltung!
  • Macht’s nicht zu kompliziert! Überleget euch zum Start einen einfachen Trick und nehmt ein paar Probevideos auf, bevor ihr ein längeres Video mit vielen aufeinanderfolgenden Tricks aufnehmt. Ein gut ausgeführter, einfacher Trick wirkt besser als ein vermeintlich spektakulärer aber nicht gut ausgeführter Trick!
  • Überlegt euch vorher den Ablauf. Dazu kann es helfen, ein kleines Drehbuch zu schreiben.
    In diesem könnt ihr zum Beispiel notieren: „Lotta hält einen Apfel in der Hand. STOP. Leo ersetzt den Apfel durch eine Banane. WEITER. Lotta wundert sich über die Banane in ihrer Hand.“ (Lotta ist hier die Schauspielerin, Leo der Kameramann.)
  • „STOP“ heißt: nicht mehr bewegen! Höre als Schauspieler:in auf die Kommandos der Person an der Videokamera! Wenn diese „Stopp“ sagt, heißt das: einfrieren und erst wieder bewegen, wenn sie „WEITER“ sagt.
    In den Stopp-Momenten solltest sich die gefilmte Person in einer unkomplizierten Position befinden. Andernfalls ist es schwierig, die Position lange zu halten oder, wenn die Person durch eine andere Person vertauscht wird, die andere Person in genau dieselbe Position zu bringen.

Tipps für die Postproduktion: Die App InShot

InShot ist einfach zu bedienen, das Schneiden von Videos erfordert aber ein wenig Geduld und Fingerspitzengefühl.

Das sind die wichtigsten Funktionen:

  • rotes Plus: Video hinzufügen
  • Leinwand: Format des Videos auswählen („Original“)
  • Zuschnitt: ausgewählten Videoabschnitt trimmen, schneiden oder teilen
  • Musik:  Eine Musikspur auswählen

Spaß am Experimentieren mit Film?

Das DFF bietet verschiedene Workshops für Gruppen an. Das Team der Museumspädagogik berät euch gerne.
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