Gespräch mit Lav Diaz zu ANG BABAENG HUMAYO

Zu Gast: Lav Diaz

Veranstaltung im Kino des DFF, 27.2.2018

In den vergangenen zehn bis fünfzehn Jahren hat sich der philippinische Regisseur Lav Diaz vom Geheimtipp in Fachkreisen zu einem der wichtigsten Gegenwartsregisseure etabliert.

Bislang bleiben die Filme des Regisseurs trotz großer internationaler Anerkennung nahezu unsichtbar in den deutschen Kinos. Das hat vor allem mit seiner künstlerischen Idee zu tun: Charakteristisch ist die extreme Länge seiner Spielfilme. Lav Diaz‘ Filmästhetik ist der Erfahrbarmachung von Zermürbung und Leid verschrieben und verhandelt philippinische National- und Kolonialgeschichte.

Anlässlich des Kinostarts von Diaz‘ aktuellem Film ANG BABAENG HUMAYO (The Woman Who Left, PH 2016) ehrte das Kino des DFF den Regisseur mit einem Querschnitt seines Filmschaffens, beginnend mit einer frühen Arbeit für das philippinische Studiosystem bis hin zu unabhängig produzierten aktuellen Werken, um den Filmen die ihnen angemessene Zeit und den Raum zur Entfaltung zu geben.

Film: ANG BABAENG HUMAYO The Woman Who Left
Philippinen 2016.
R: Lav Diaz D: Charo Santos-Concio, John Lloyd Cruz, Michael De Mesa.
228 Min. DCP. OmU

Nach 30 Jahren Gefängnishaft für einen Mord, den sie nie begangen hat, erfährt Horacia (Charo Santos-Concio), dass ausgerechnet ihr reicher Liebhaber aus Jugendzeiten sie damals unrechtmäßig hinter Gitter brachte. Durch die neue Beweislage wird sie entlassen und macht sich auf, um das Unrecht zu rächen.

THE WOMAN WHO LEFT, in Venedig mit dem Goldenen Löwen ausgezeichnet, ist von einer Novelle Tolstojs inspiriert und erzählt in für Diaz bemerkenswerter Geradlinigkeit von Klassenunterschieden in der philippinischen Gesellschaft. Dabei fragt der Film nach der Grenze des Glaubens an das Gute in einer unbarmherzigen und korrupten Welt.

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