Vortrag von Anke Mebold zur Ausstellung ROT

SPECIAL: ROT

„Rot aber tot. Obsolete Farben im Film“
Vortrag von Anke Mebold, Filmrestauratorin am DFF

Veranstaltung im Kino des DFF, 21.07.2017

In den ersten drei Jahrzehnten der Filmgeschichte wurden Farbfilme produziert, indem man schwarzweißen Bildaufzeichnungen nachträglich Farbe auftrug. Tausende Einzelbilder der 35mm-Filme wurden durch Hand- und Schablonenkolorierung, Tinting und Toning polychrom. Die Farbenpracht der kolorierten Bilder ermöglichte Reiseerlebnisse, tiefe Eindrücke und magische Momente im Kinodunkel. Eine Auswahl früher Farbfilme aus dem Filmarchiv des DFF, überwiegend in 2016 digitalisiert mit Fördermitteln der Beauftragen der Bundesregierung für Kultur und Medien, macht die Farbenvielfalt im Kino vor 1930 deutlich. Anke Mebold studierte Media Arts und ist Filmrestauratorin am DFF. Seit 2012 arbeitet sie maßgeblich an Digitalisierungsprojekten des Filmarchivs mit.

Filme:

AN ATLANTIC VOYAGE Von Hamburg Zu Den Niagarafällen mit Schnelldampfer Kaiser Wilhelm II
(DE 1920er Jahre / GB 1903 / FR ca.1907, 18 Min.)

WIEDERBEBLEBUNG VON SCHEINTOTEN DE
ca. 1921, 11 Min.

DAS LEBEN DER PFLANZE VON DER BLÜTE ZUR FRUCHT
(Kompilationsfilm, DE ca. 1925, 9 Min.)

LIEBE IM TIERREICH
(Kompilationsfilm, DE ca. 1925, 9 Min.)

KOLKO, DIE GESCHICHTE EINES RÜBENPROTESTS
(DE 1926, 10 Min.)

FARBFILMVERSUCHE: Demo-Film für das Sirius-Farbverfahren
(DE ca. 1930, 6 Min.)

Unterschiedliche Einfärbeverfahren bedeuteten zusätzliche Arbeitsschritte und spürbaren Finanzaufwand, waren aber publikumswirksam und lockten mit der Aussicht auf erhöhte Einnahmen. Die gezeigten Bespiele reichen von einer rot eingefärbten Feuersbrunst, einem lyrisch gestalteten Sonnenuntergang, der blauen Nacht einer Atlantiküberquerung und Aufnahmen der Niagarafälle in eisenblauem Toning bis zu schablonenkolorierten Bildern über das Leben von Pflanzen und Tieren aus den 1920ern. In dem 1926 produzierten Kali-Dünger-Werbefilm Kolko, Die Geschichte eines Rübenprotests, erkämpfen Rüben in nächtlicher Revolution den ersehnten Kunstdünger, während den Bauern eine rot-blaue Düngerfee erscheint. Den Abschluss macht eine Demonstrationsrolle des Sirius-Farbverfahrens.

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