BUCHTIPP: »Der Traumpalast. Im Bann der Bilder« von Peter Prange

von Marie Brüggemann

1917, der Erste Weltkrieg ist noch nicht vorbei, da wird in Berlin die Ufa gegründet: Das deutsche Pendant zu Hollywood, der deutsche Traumpalast. Gerade die Anfangsphase der Filmfirma, die 1920er bis 40er Jahre, bringt ein breites Spektrum an Produktionen hervor: Stummfilm-Klassiker, experimentierfreudige, frühe Tonfilme, zahlreiche Unterhaltungsfilme, aber schließlich auch NS-Propagandawerke.

Wie eng die Geschichte der Ufa – eine der ältesten europäischen Filmfirmen – mit der deutschen (Film-)Geschichte verknüpft ist, das wird in Peter Pranges kürzlich erschienenem Roman Der Traumpalast. Im Bann der Bilder deutlich. Im Zentrum der Geschichte stehen Tino, der als Finanzdirektor der neu gegründeten Ufa den Filmmarkt erobern will, und Rahel, die als Journalistin neue Wege erobert, die Frauen bisher verschlossen waren.

Gut 100 Jahre später blickt Pranges Roman auf eine Zeit des Aufbruchs zurück. Von Krieg und Verlust geschüttelt sehnen sich die Menschen nach einem neuen Lebensgefühl, nach der großen Freiheit: Auf ins Kino, also! Millionen von Menschen suchen täglich das Glück auf der großen Leinwand. Diese Stimmung fängt Prange gelungen ein, seine Hauptfiguren Tino und Rahel, gerade frisch verliebt, im Mittelpunkt des Geschehens. Und doch markiert das nicht den Beginn einer romantischen Liebesgeschichte, verlieren sich der beiden Wege doch bald wieder.

Die Zeit der Ufa-Gründung ist auch geprägt von Umsturz und Inflation, die glänzenden Oberflächen der Goldenen Zwanziger sind allzu empfindlich, und das spürt Tino aus nächster Nähe. Um die Produktion von Filmen wie DAS KABINETT DES DR. CALIGARI oder METROPOLIS überhaupt zu ermöglichen, muss er als Finanzdirektor der Traumfabrik mit allen Mitteln kämpfen.

Auch Rahel geht ihren Weg zur erfolgreichen Journalistin keineswegs selbstbestimmt und auf leichten Füßen, und als sich ihr die Chance auf eine Karriere als Filmschauspielerin bietet, zeigt sich, dass ihr eigenes Bild der „modernen Frau“ nichts zu tun hat mit dem, was diese männerdominierte Branche kultiviert.

Prange orientiert sich stark an der realen Geschichte der Ufa, immer wieder trifft Tino mit dem Aufsichtsratsvorsitzenden Hugenberg zusammen, Erich Pommer, Ernst Lubitsch, Henny Porten und auch Reichspräsident Ebert („Da – der Ebert!“), der 1920 die Dreharbeiten zu ANNA BOLEYN besuchte, haben ihre Auftritte – und schließlich auch Adolf Hitler: Wie geht es in der Zeit des Nationalsozialismus weiter mit der Traumfabrik? Und werden Tino und Rahel je wieder zusammenfinden?

Dank eines sehr zugänglichen Schreibstils und kurzer Kapitel ist Pranges gut 800 Seiten starker Roman zugleich leichte Lektüre und schwere Kost. Eine Empfehlung für all jene Herbstabende, an denen wir uns nicht im Kinosaal auf Traumreisen begeben.

 

 

Der Traumpalast. Im Bann der Bilder

von Peter Prange

erschienen im FISCHER Scherz Verlag, Marburg, am 13. Oktober 2021.

816 Seiten
ISBN: 978-3-651-02578-3
25,00 €

 

Verlosung

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