Filmprogramm an Weihnachten

Im Fernsehen läuft zum 328. Mal HOME ALONE, bei eurem Lieblingsfilm schlafen alle außer euch auf dem Sofa ein und wenn euch euer neuerdings selbsternannt „cinephiler“ Cousin noch einmal den „Fun Fact“ erzählt, dass DIE HARD ja genau genommen auch ein Weihnachtsfilm ist, macht ihr etwas kaputt?

We’ve got your back: Mit unserem Weihnachtsprogramm im Kino bringen wir euch und eure Familie gut unterhalten über die Feiertage. Was es alles zu sehen gibt, haben wir in diesem Blogeintrag für euch zusammengefasst. Falls ihr zwar Lust auf Film habt, aber keinen ganzen bei uns ansehen möchtet, haben wir hier noch mehr Ideen für einen perfekten Ferientag im DFF zusammengestellt.

1. Weihnachtsfeiertag: Samstag, 25. Dezember

18 Uhr: THE KID

"The Kid"
US 1920
?, Jackie Coogan, ?, Charles Chaplin (vorne, v.l.n.r.), Dreharbeiten

Der Vagabund und das Kind. US 1921. R: Charles Chaplin. D: Charles Chaplin, Edna Purviance, Jackie Coogan. 60 Min. DCP. OF

Filmreihe: 50 Jahre Kommunales Kino

Eine ledige Mutter setzt ihr Baby aus; es fällt einem Tramp in die Hände und nach einigen vergeblichen Versuchen, es wieder loszuwerden, zieht er das Kind auf. Chaplins erster Langfilm enthält deutliche Reminiszenzen an die eigene Kindheit in miserablen Verhältnissen. Sowohl als Komödie wie auch als Melodram ist THE KID ein Meisterwerk. Der Film enthält eine der beeindruckendsten Leistungen eines Kinderdarstellers in der Geschichte des Films. Chaplin hatte den fünfjährigen Jackie Coogan in einem Vaudeville-Akt zusammen mit seinen Eltern gesehen. Auch mit Chaplin harmoniert Coogan perfekt auf der Leinwand. 1971 schrieb Chaplin eine Musik für den Film.

20:15 Uhr: LA STRADA

"The Kid"
US 1920
?, Jackie Coogan, ?, Charles Chaplin (vorne, v.l.n.r.), Dreharbeiten

Das Lied der Straße. IT 1954. R: Federico Fellini. D: Giulietta Masina, Anthony Quinn, Richard Basehart. 108 Min. 35mm. OmU

Filmreihe: Retrospektive Federico Fellini

Anthony Quinn gibt den „großen Zampanò“, einen Jahrmarktgaukler, der Ketten mit bloßer Muskelkraft sprengen und Feuer schlucken kann. Gelsomina, ein liebenswertes und einfältig-naives Mädchen, wird seine Assistentin und tingelt mit ihm durch Italien. Seinen Wutanfällen ist sie hilflos ausgeliefert, bis der Seiltänzer Matto ihr mit Respekt und Verständnis begegnet. Zwischen den beiden Artisten kommt es zum Eklat. Fellinis Klassiker wurde mit einem Oscar® als Bester Fremdsprachiger Film und dem Silbernen Löwen von Venedig ausgezeichnet.

22:30 Uhr: ESCAPE FROM L.A.

FLUCHT AUS LA

Flucht aus L.A.. US 1996. R: John Carpenter. D: Kurt Russell, Steve Buscemi, Stacy Keach, Pam Grier, Bruce Campbell. 101 Min. 35mm. OF

Filmreihe: Katastrophe

Los Angeles wurde durch ein Erdbeben vom Festland abgetrennt und ist seither ein Ghetto von Verbrecher:innen und Außenseiter:innen, die ideologisch nicht mehr im rigiden Festlandstaat geduldet werden. Snake Plissken wird erneut auf eine Rettungsmission geschickt, bekommt jedoch zuvor eine tödliche Injektion verabreicht, deren Gegenmittel er erst nach erfolgreicher Mission erhält. Statt einer Fortsetzung ist ESCAPE FROM L.A. eher eine knallige, eigenständige Variation auf den Vorgängerfilm. Geblieben ist die Skepsis gegenüber Autoritäten und die Sympathie für Outlaws. Ein vergnüglich grelles, schräges und abgedrehtes Spektakel, dem Carpenter erneut eine unerreicht sarkastische Schlusspointe verpasst.

2. Weihnachtsfeiertag: Sonntag, 26. Dezember

15 Uhr: GEISTER DER WEIHNACHT (Augsburger Puppenkiste)

GEISTER DER WEIHNACHT

DE 2018. R: Julian Köberer, Judith Gardner. 65 Min. Empfohlen ab 6 Jahren

Filmreihe: Kinderkino

Der Geschäftsmann Ebeneezer Scrooge kann Weihnachten überhaupt nicht leiden. Eines Abends erhält er Besuch von den Geistern der Weihnacht, die ihn dazu bringen wollen, ein anderer Mensch zu werden. In ihrem dritten Kinofilm interpretiert die Augsburger Puppenkiste Charles Dickens‘ Weihnachtsgeschichte mit ihrem ganz eigenen, traditionellen Charme.

17 Uhr: LA DOLCE VITA

LA DOLCE VITA

Das süße Leben. IT/FR 1960. Federico Fellini. D: Marcello Mastroianni, Anouk Aimée, Yvonne Fourneax. 174 Min. 35mm. OmeU

Filmreihe: Retrospektive Federico Fellini

Marcello verschwendet sein schriftstellerisches Talent als Zeitungsreporter. Sein Beruf öffnet ihm Türen zu Prominenz und Adel, das Berufs- und Privatleben verschwimmen dabei in steter Suche nach einer Sensationsgeschichte und hinter dem schönen Schein lauern Abgründe: Während Marcello seiner lockeren Affäre mit der gelangweilten Millionärstochter Maddalena frönt und das schwedische Hollywoodstarlet Sylvia bei ihrem Besuch in Rom begleitet, begeht seine Verlobte Emma aus Eifersucht einen Selbstmordversuch.
Anfang der 1960er Jahre war Fellinis LA DOLCE VITA ein Skandalerfolg. Der Skandal ist verflogen, geblieben ist ein Meisterwerk, eine sezierende Bestandsaufnahme der römischen High Society: einer sinnentleerten Welt, in der die Menschen sich zwar Luxus leisten, aber mit ihrem Leben nichts anzufangen wissen. Es ist diese innere Langeweile des äußerlich „süßen Lebens“, die den Klatschreporter Marcello Rubini, Filmdiven, Prostituierte, Adelige und ganze Partygesellschaften heimsucht. Ganz nebenbei prägt Fellini den Begriff des „Paparazzo“ und kreiert Bilder für die Ewigkeit, wie eine nächtliche Szene mit Anita Ekberg und Marcello Mastroianni im eiskalten Wasser des Trevi-Brunnens.

20:30 Uhr: SUMMER IN THE CITY

"The Kid"
US 1920
?, Jackie Coogan, ?, Charles Chaplin (vorne, v.l.n.r.), Dreharbeiten

BRD 1970. R: Wim Wenders. D: Hanns Zischler, Edda Köchl, Libgart Schwarz. 119 Min. 16mm

Filmreihe: 50 Jahre Kommunales Kino

Wenders‘ erster langer Film, seine Abschlussarbeit an der HFF München, zeigt einen Mann, der aus dem Gefängnis entlassen wurde und nach München zurückkommt, um alte Freunde aufzusuchen. Von seinen ehemaligen Kumpanen fühlt er sich verfolgt. Später geht er nach Berlin, am Ende will er nach Amsterdam. Im Gegensatz zum Filmtitel (einem Song der Lovin‘ Spoonful) filmte Wenders überwiegend nasskalte Straßen bei Nacht. Lange, meditative Einstellungen bestimmen den Film. Dazu ertönt reichlich Musik von den Kinks.

Öffnungszeiten 

Ausstellungen / Shop
dienstags bis sonntags, 10–18 Uhr
25. Dezember 2022, 11–18 Uhr | 26. Dezember 2022 , 10–18 Uhr | 1. Januar 2022 von 11–18 Uhr | 24. und 31. Dezember 2022 geschlossen

Offenes Filmstudio
immer samstags und sonntags, 14–18
sowie in der letzten Weihnachtsferienwoche vom 3. bis 7. Januar täglich von 14–18 Uhr
Der Besuch ist im Museumsticket inbegriffen, eine Anmeldung ist nicht notwendig.

Für den Besuch gilt die 2G-Regel. Dies gilt für Personen ab 18 Jahren. Für Kinder ab 6 Jahren und Schüler:innen gilt das Testheft (Hessen) oder ein Antigen-Schnelltest (zertifiziert und nicht älter als 24h). Kinder unter 6 Jahren benötigen keinen Nachweis.
Weitere Infos zum Besuch