Helden der Coronakrise: Im Supermarkt

Securities bewachen den Eingang, eintreten darf man nur mit Einkaufswagen und reichlich Abstand zum „Vordermann“. Durch die schützenden Baumwollhandschuhe den Reifegrad von Obst festzustellen, ist nahezu unmöglich, und da, wo einst die Mehlpackungen sich stapelten, herrscht gähnende Leere. Dieser Tage sind die Besuche im Supermarkt eine echte Herausforderung. Oder waren sie das schon immer? Und wer sind hier eigentlich die Helden? Die Ver-, oder die Einkaufenden?

Die heiligen Hallen des Konsums haben mannigfaltig als Filmkulisse hergehalten. Erinnern wir uns zurück an die guten alten Zeiten, in denen die Supermärkte noch gefüllt waren mit Leben! Als hier geflirtet und gestritten, im großen Stil gekauft und heimlich geklaut wurde. Als man noch dicht an dicht an der Kasse stand, und Klopapier kaufen konnte, ohne gleich großes Aufsehen zu erregen…

 

Das nämlich nutzt Hanna Schygulla alias Joanna schamlos aus, um – begleitet von einer erstklassigen Kamerafahrt – in einem Münchner Supermarkt zahlreiche Artikel unauffällig in die Tasche zu stecken. Bezahlt wird schließlich an der Kasse nichts als eine Packung Klopapier:

LIEBE IST KÄLTER ALS DER TOD (BRD 1969, Rainer Werner Fassbinder)

 

Ganz unbemerkt allerhand Brauchbares in der Tasche verschwinden lassen, das können auch diese beiden Protagonisten eines preisgekrönten Films:

SHOPLIFTERS (JP 2018, Hirokazu Koreeda)

 

Und noch ein japanischer Supermarkt: Dass man sich durchaus auch offensichtlicher daneben benehmen kann – nicht gerade zur Freude des Supermarktpersonals, zeigt diese Dame…

TAMPOPO (JP 1985, Jūzō Itami)

 

…und auch der junge Jeff Goldblum weiß sich als „Freak“ in einer seiner ersten Filmrollen unbeliebt beim Kassenpersonal zu machen. Nein, leicht hatte man es als Kassiererin wirklich noch nie:

DEATH WISH (US 1974, Michael Winner)

 

Überhaupt: Nicht immer herrscht Frieden zwischen Personal und Kundschaft im Supermarkt. Hoffentlich lehrt uns die Corona-Krise, unsere Kassierer/innen wertzuschätzen, und ihnen die verdiente Mittagspause zu gönnen:

UNHOLY ROLLERS (US 1972, Vernon Zimmerman)

 

Sich zielgerichtet durch die Waren arbeiten – das kann Angelina Jolie. Sie hat aber auch einfach das perfekte Equipment!

WANTED (US 2008, Timur Bekmambetow)

 

Was, wenn man gerade keine Waffe zur Hand hat, wenn der Feind einem zwischen den Regalen auflauert? Das zeigt in dieser Szene Brian Brown – bitte nicht nachmachen!

F/X2 (US 1991, Richard Franklin)

 

Auf so viel Action gönnen wir uns erstmal ein Kaltgetränk. Aber, Moment mal! Zu dem Preis? Ganz sicher nicht! Randnotiz: Achtet mal auf das Deko-Straßenschild im Hintergrund bei Minute 3! 😉

FALLING DOWN (US 1993, Joel Schumacher)

 

Aha! Jetzt wird es etwas sinnlicher… zwischen Cornflakes und Salatköpfen (oder auch zwischen Ellen Barkin und Al Pacino) knistert es hier doch ganz schön!…

SEA OF LOVE (US 1989, Harold Becker)

 

Eine der ersten „Kennenlernen-im-Supermarkt“-Szenen spielten übrigens 1960 sehr charmant Kim Novak und Kirk Douglas:

STRANGERS WHEN WE MEET (US 1960, Richard Quine)

 

Contagion steht ja im Moment ganz oben auf den Listen der Pandemie-Filme, und diese Supermarktszene zeigt uns, warum: Wir sind ganz nah dran an der Apokalypse…

CONTAGION (US 2011, Steven Soderbergh)

 

Gehamstert haben die Leute übrigens schon immer gerne – das Phänomen ist halt jetzt erst berühmt geworden, aber seht nur, wie Nicolas Cage hier zugreift:

LEAVING LAS VEGAS (US 1995, Mike Figgis)

 

Hamstern die auch? Achso, nein, das sind die Beardsleys. Ein ganz normaler Einkauf für eine 20-köpfige Familie…

YOURS, MINE AND OURS (US 1968, Melville Shavelson)

 

Übrigens munkelt man, dass den Einkauf für die ganze Familie nicht jederMann gleich gut bewältigt. Bei Michael Keaton hier geht einfach alles schief!

MR. MOM (US 1083, Stan Dragoti)

 

Kinder im Supermarkt? Dass das vielleicht sowieso keine so gute Idee ist, zeigt uns diese Szene:

THE STUFF (US 1985, Larry Cohen)

 

Allerdings: Auch Mütter können sich durchaus daneben benehmen!

BAD MOMS (US 2016, Jon Lucas, Scott Moore)

 

Bei all dem Chaos brauchen wir jetzt dringend mal jemanden, der richtig aufräumt. Und da kann es ja wohl nur einen geben:

UNO SCERIFFO EXTRATERRESTRE… POCO EXTRA E MOLTO TERRESTRE (IT 1979, Michele Lupo)

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