Werkstattgespräch mit Bill Morrison zu DAWSON CITY: FROZEN TIME

SPECIAL: Bill Morrison

Werkstattgespräch zu DAWSON CITY: FROZEN TIME (2017) mit Bernd Herzogenrath und Sonia Campanini

Aufzeichnung der Veranstaltung vom 22.01.2019 im Kino des DFF

Bill Morrison ist ein in New York lebender Filmemacher und Künstler. Seine Filme kombinieren oft seltenes Archivmaterial mit zeitgenössischer Musik und wurden in Theatern, Kinos, Museen, Galerien und Konzertsälen auf der ganzen Welt gezeigt. Das Werk von Morrison, der ausgebildeter Maler ist, spiegelt dessen tiefe und anhaltende Beschäftigung mit dem Zelluloidbild wider.

DAWSON CITY: FROZEN TIME erzählt die Geschichte einer Sammlung von 533 Filmen aus den 1910er bis 1920er Jahren. Seit Beginn des 20. Jahrhunderts fanden im nordkanadischen Dawson City Filmvorführungen statt, und bald wurde die Stadt zur letzten Station einer Vertriebskette, die Prints und Wochenschauen in das Yukon-Territorium schickte. Die Filme wurden selten, wenn überhaupt, zurückgegeben. Durch einen schier unglaublichen Zufall blieben viele der Filme mehr als 50 Jahre im Permafrost tief im Yukon-Territorium begraben. Die heute berühmte Dawson City Collection wurde 1978 entdeckt, als ein neues Freizeitzentrum gebaut wurde und ein Bulldozer die Filmspulen ausgrub. Der Film besteht zur Gänze aus vorgefundenem Material aus der Sammlung.

Ausgehend von seiner künstlerischen Praxis erörterte Bill Morrison seine Herangehensweise und Arbeit mit Filmarchivmaterialien: Archiv-­Filme und deren materielle Beschaffenheit wirken in Morrisons Werken als narrative Wirkkraft und werden Hauptfiguren der filmischen Erzählung und Darstellung.

In Kooperation mit:
Goethe-Universität Frankfurt Institut für England- und Amerikastudien und Institut für Theater- Film- und Medienwissenschaften

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