Von HIGH NOON bis Winnetou: Lieder für die Western-Playlist

Von Jens Kaufmann

Die Wetterprognose für den Sommer verspricht mal wieder Hitze. Was für Filme fallen einem da ein? Etwa solche mit viel Wüste, großen Hüten und bleihaltiger Luft: WESTERN! Hier einige Wild-West-Musiktitel aus fünf Jahrzehnten:

 

RED RIVER VALLEY (USA 1936, R: B. Reeves Eason)

Gene Autrys Darbietung des Lieblingsiedes von Regisseur John Ford, welches gefühlt in jedem zweiten Ford-Film zumindest einmal anklingt.

 

 

HIGH NOON (USA 1952, R: Fred Zinnemann)

Eine ganz und gar ungewöhnliche Filmmusik für einen Western seiner Zeit: kein Orchester, keine Fanfare zu Anfang – die Musik im Film besteht einzig und allein aus gesungenen wie instrumentalen Varianten des Titelliedes.
Die erste Schurkenvisage im Film gehört tatsächlich dem jungen Lee Van Cleef.

 

 

MELODY TIME (USA 1948, R: Clyde Geronimi, Wilfred Jackson)

„Blue Shadows on the Trail“ aus der hinreißenden Einleitung zur Sequenz PECOS BILL des siebenteiligen MELODY TIME, gesungen von Roy Rogers and The Sons of the Pioneers. Die Sons of the Pioneers haben Lieder zu etlichen Western beigetragen und waren unter anderem auch als Regimentssänger in John Fords RIO GRANDE (USA 1950) zu sehen. Der Sons-of-the-Pioneers-Sänger Ken Curtis wurde später als Hilfssheriff Festus in der Serie GUNSMOKE (dt. RAUCHENDE COLTS) selbst zu einer kleinen Western-Ikone.

 

 

JOHNNY GUITAR (USA 1954, R: Nicholas Ray)

Ein toller Film und ein ebenso tolles Stück – dank Peggy Lee vielleicht das beste Western-Titellied der 50er Jahre.

 

 

RIO BRAVO (USA 1959, R: Howard Hawks)

Vieles an RIO BRAVO ist klasse, aber unvergleichlich ist die Souveränität, mit der Howard Hawks seine Helden mitten im Film zwei (!) Lieder hintereinander singen lässt. Da singt sogar der Duke grinsend mit.

 

 

RIVER OF NO RETURN (USA 1954, R: Otto Preminger)

Aus der Rubrik „Hauptdarstellerinnen, die auch mal singen dürfen“. Ihr Filmpartner Robert Mitchum hat auch stets gern gesungen, wenn ein Mikro im Raum stand, aber das ist eine andere Geschichte…

 

 

PER UN PUGNO DI DOLLARI (Italien 1964, R: Sergio Leone)

Mit seiner Kurosawa-Adaption ebnete Sergio Leone den Weg für den Italo-Western, zu dem Ennio Morricone etliche Meisterwerke der Filmmusik beisteuerte. In Deutschland inspirierte dieses „unrasierte Schmuddelkind“ von einem Sub-Genre unsterbliche Verleihtitel wie etwa DIE SICH IN FETZEN SCHIESSEN (DIO NON PAGA IL SABATO, Italien 1967; Tanio Boccia).

 

 

DER SCHATZ IM SILBERSEE (Deutschland 1962, R: Harald Reinl)

Der Westen in den Winnetou-Filmen war eher teutonisch mild als wild, aber manch verflixte, schlichte Melodie daraus rührt dann doch selbst den härtesten Musiksnob.

 

 

PAINT YOUR WAGON (USA 1969, R: Joshua Logan)

Nach all den Jahren immer noch auf liebenswerte Weise verdreht. PAINT YOUR WAGON war vor genau 50 Jahren für drei Wochen ein Nr.1-Hit in Großbritannien – die Briten haben halt ein Herz für Sonderlinge.

 

 

THE ASSASSINATION OF JESSE JAMES BY THE COWARD ROBERT FORD (USA 2007, R: Andrew Dominik)

Zum Ende noch etwas aus dem neuen Jahrtausend: Nick Cave als Straßensänger in Andrew Dominiks ausgezeichneter Romanverfilmung von 2007. Wer das komplette Stück in einer Rumpelfolkversion mit wildem Geballer hören mag, der wird bei den Pogues fündig (auf der Platte „Rum, Sodomy & the Lash“ von 1985).

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