Helden der Coronakrise: Auf die Politik!

Über das neuartige Coronavirus wissen sie ungefähr genauso wenig wie wir. Trotzüber müssen sie beinahe tagtäglich vor die Öffentlichkeit treten und wichtige Entscheidungen über den Umgang damit treffen. Ihr Verhalten in dieser Krise hat den größten Einfluss auf die Zukunft ihrer Karriere – erst recht in den USA, wo zu allem Überfluss gerade Wahlkampf zwischen den Präsidentschaftskandidat/innen herrscht. Sie gehören eindeutig zu den Held/innen der Coronakrise: Die Politiker/innen in dieser aus den Fugen geratenen Welt. Aber wie werden sie eigentlich im Film dargestellt? Als die, die große Reden schwingen?

 

CITIZEN KANE (USA 1941, Orson Welles)

Das kann zum Beispiel Orson Welles in seiner Gouverneur-Wahlkampfrede schön demonstrieren, für die er tosenden Applaus erhält. Wussten Sie übrigens, dass ein Großteil des Publikums mithilfe einer Fotografie in das Setting montiert wurde?

 

ALL THE KING’S MEN (USA 1949, Robert Rossen)

Weniger Publikum, mehr Temperament: Broderick Crawford mit seiner wütenden Wahlkampfrede auf die Bühne: Für seine Rolle des Willi Stark erhielt er den Oscar® als Bester Hauptdarsteller, ALL THE KING’S MEN wurde als Bester Film ausgezeichnet.

 

DARKEST HOUR (GB/USA 2017, Joe Wright)

Gary Oldman hat Winston Churchill und seiner berühmten Parlamentsrede mit dieser Szene ein Denkmal gesetzt, und erhielt hierfür in den Kinosälen Großbritanniens standing ovations:

 

THE DISTINGUISHED GENTLEMAN (USA 1992, Jonathan Lynn)

Aber sagen Politiker/innen nicht eigentlich immer irgendwie das gleiche? Eddie Murphy als frisch gewählter Kongressabgeordneter hält hier eine wild zusammengestellte Rede aus lauter Zitaten – scheint zu funktionieren!

 

THE GREAT DICTATOR (USA 1940, Charles Chaplin)

„We all want to help one another. Human beings are like that. We want to live by each other’s happiness, not by each other’s misery.“ Die Schlussrede in Charlie Chaplins erstem Tonfilm hat bis heute nicht an Relevanz verloren und kann (in ihrer Gesamtheit!) nicht oft genug zitiert werden:

 

INDEPENDENCE DAY (USA 1996, Roland Emmerich)

Hier, passend zur aktuellen Katastrophenstimmung, noch etwas richtig Pathetisches:  Präsident Thomas J. Whitmore appelliert an die Menschheit.

 

DEEP IMPACT (USA 1998, Mimi Leder)

Und auch Morgan Freeman kommentiert mit größtem Pathos die Naturkatastrophe, die gerade den Kontinent erschüttert hat. Der Film ist übrigens Teil der aktuellen Sonderausstellung über Maximilian Schell – und wird womöglich erneut auf der Bildfläche erscheinen, wenn wir uns im kommenden Jahr den Katastrophen im Film widmen!

 

BULWORTH (USA 1998, Warren Beatty)

Warren Beatty nimmt es etwas lockerer und rappt ehrliche Rhymes vor seinen potenziellen Kampagnen-Förderern. Ist das noch Strategie oder schon Wahnsinn?

 

LOVE ACTUALLY (GB/USA/FR 2003, Richard Curtis)

GB vs. US – das kann niemand so gut wie Hugh Grant als britischer Premierminister, der US-Präsident Billy Bob Thornton Contra gibt.

 

THE IRON LADY (GB/FR 2011, Phyllida Lloyd)

Contra muss auch Meryl Streep als Margaret Thatcher eine ganze Menge einstecken als sie versucht, sich im Parlament Gehör zu verschaffen.

 

MISS SLOANE (FR/US 2016, John Madden)

Mit welch korrupten und nahezu verrückten Mitteln die Lobby die Politik in der Hand haben kann, deckt ausgerechnet eine der größten Lobbyistinnen selbst in einer großen Rede auf: Jessica Chastain als Elizabeth Sloane: „‘Cause our system is rotten.“

 

THE CAMPAIGN (USA 2012, Jay Roach)

Da brauchen wir schnell was Erheiterndes, auf nach Rainbow Land: Mit diesem schönen Schlagabtausch zwischen Will Ferrell und Zach Galifianakis macht Politik doch schon wieder Spaß!

 

CHARLIE WILSON’S WAR (USA 2007, Mike Nichols)

Wie sieht eigentlich der Arbeitsalltag eines Politikers aus? Ziemlich trubelig, wenn man bei Tom Hanks als Kongressabgeordnetem nachsieht…

 

HEAD OF STATE (USA 2003, Chris Rock)

Und können Amateure auch Politik machen? (Also, wir meinen echte Politik, nicht das, was uns seit 2017 auf Twitter präsentiert wird…) Chris Rock glaubt daran, und gewinnt mit seiner unkonventionellen Rede gleich eine Wahlkampf-Debatte.

 

IN THE LOOP (GB 2009, Armando Iannucci)

Was gehört zu den größten Herausforderungen der Politiker/innen neben dem Retten der Welt? Na klar, die Presse! Tom Hollander als Minister versucht sich hier mit Metaphern herauszureden – das funktioniert nicht gar so gut…

 

THE IDES OF MARCH (USA 2011, George Clooney)

George Clooney hingegen hat als Präsidentschaftsanwärter in einem Fernsehinterview die richtigen Antworten parat – das überzeugt:

 

THE UGLY AMERICAN (USA 1963, George Englund)

In George Eklunds Anti-Kriegsfilm muss Marlon Brando sich als gescheiterter, erschöpfter US-Botschafter der Presse stellen und hält spontan eine emotionale Rede über seine eigenen Fehler und die der Regierung. Aber wir können diese Rede nicht zu Ende anhören, denn in irgendeinem amerikanischen Wohnzimmer schaltet irgendwer den Fernseher aus: THE END!

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