Berger Kino

Berger Kino

Neben „Lieblingskinos“ könnte das Berger Kino auch in der Rubrik „Skurrile Orte in Frankfurt“ auftauchen: Manchmal kam man rein, und überhaupt niemand war gerade am Schalter, oder das Personal war in ein Gespräch vertieft, das es zu beenden galt, bevor man sich der Kundschaft widmete. Eile hatte hier niemand, einen Putzfimmel auch nicht, Menschlichkeit kam vor gespielter Höflichkeit, und das alles war angenehm ansteckend.

Im Herzen Bornheims, gleich gegenüber des Uhrtürmchens, war das Programmkino ein beliebter Ort für Frankfurter Kinogänger:innen, die hier sowohl Arthouse als auch Mainstream genießen konnten, und das – einer der großen Vorzüge des Lichtspielhauses – oftmals in Originalfassung. Als Kind hatte ich hier in den frühen 90ern mit dem DSCHUNGELBUCH eines meiner ersten Disney Kinoerlebnisse, auch mein erster Kinobesuch ohne Eltern führte mich und meine Freundin ins Berger. Bei den letzten Besuchen waren meist nur noch wenige der – zugegebenermaßen etwas durchgesessenen – Sitze um mich herum besetzt. Wie so viele Kinos kämpfte auch das Berger um sein Publikum, bis es diesen Kampf Mitte Dezember aufgegeben hat. Neulich habe ich eine meiner Zehnerkarten wiedergefunden. Weil ich die angebrochenen immer irgendwann verlegt habe, kaufte ich mir regelmäßig neue. Sie bleiben nun eine Erinnerung an ein geliebtes Stück Frankfurter Kinogeschichte.

Lieblingskino von:

Marie Brüggemann

Marie Luise Brüggemann (DFF)

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