Helden der Coronakrise: Eine Busfahrt

von Marie Brüggemann und Michael Kinzer

Sie schreiben Gedichte und kämpfen gegen Monster, verfolgen Taschendiebe und sagen stets höflich Danke. Sie nehmen uns alle mit und bringen uns verlässlich an unser Ziel – auch in Zeiten der Coronakrise. Was wäre die (Film-)Welt ohne Busfahrer/innen?

 

ARIGATÔ-SAN (JP 1936, Hiroshi Shimizu)

Unsere Fahrt beginnt im fernen Japan, ein Roadmovie aus den 1930er Jahren: Busfahrer Mr. Thank You, Arigatō-san, bringt eine Reihe von sehr unterschiedlichen Fahrgästen aus dem provinziellen Izu nach Tokio – und bedankt sich bei allen, die ihm den Weg frei machen.

 

PARDON MY SARONG (US 1942, Erle C. Kenton)

Im Affentempo geht es weiter nach Los Angeles! Wenn das Duo Abbott und Costello auf der Leinwand erscheinen – mit einer Horde ausgelassener junger Damen an Bord – können wir uns sicher sein: das wird ein Chaostrip!

 

BUSTIN‘ LOOSE (US 1981, Oz Scott, Michael Schultz)

Eine Horde junger Frauen wie in PARDON MY SARONG hätte sich Busfahrer Richard Pryor als ehemaliger Gefängnisinsasse wohl auch eher gewünscht, aber seine Fahrgäste kann man sich ja leider nicht aussuchen…

 

RAT RACE (US/CA 2001, Jerry Zucker)

Das bemerkt auch Cuba Gooding Jr., der sich als Busfahrer ausgibt, um schnellstmöglich Silver City in New Mexico zu erreichen – und ausgerechnet an eine hysterische „I Love Lucy“-Fangruppe gerät…

 

SUBIDA AL CIELO (MX 1952, Luis Buñuel)

„Anhalten!“, signalisiert nicht nur eine Passagierin am Straßenrand dem freundlichen Busfahrer bei Surrealist Luis Buñuel – sondern auch ihr frommes Lamm. Auch auf dieser Fahrt geht es einigermaßen chaotisch zu – es wundert sich nur keiner darüber:

 

Und schließlich wird es in ebendiesem Bus noch traumhaft … erotisch? Exotisch? …wohl einfach surreal.

 

HARRY POTTER AND THE PRISONER OF AZKABAN (GB/US 2004, Alfonso Cuarón)

Das kann nur noch Harry Potter toppen. Welcome to the Knight Bus:

 

PATERSON (FR/DE/US 2016, Jim Jarmusch)

Zurück ins echte Leben. Kennen Sie Paterson? Das liegt im Nordosten von New Jersey. Hier fährt tagein, tagaus Adam Driver als Busfahrer Paterson (ja: Paterson aus Paterson) seine Runden – und vor, während und nach seinen Fahrten schreibt er Poesie.

 

INNAMORATO PAZZO (IT 1981, Franco Castellano, Giuseppe Moccia)

Schon klar, früher oder später führen alle Wege nach Rom. Aber Attento, Adriano! Man sollte schon trotzdem auf die Straße gucken!

 

CARNE TRÉMULA (ES/FR 1997, Pedro Almodóvar)

Was man als Busfahrer so alles erlebt. Auch im Madrid der Franco-Ära geht es hoch her: Der Sohn der Prostituierten Isabel Plaza erblickt im Bus das Licht der Welt.

 

SAWAK AL-UTUBIS (EG 1982, Atef El-Taieb)

Ja, sie zeigen vollen Einsatz, unsere Busfahrer im Film. Da haben auch Taschendiebe im ägyptischen Kairo keine Chance:

 

MARS ATTACKS! (US 1996, Tim Burton)

Was ist eigentlich der härtere Job? Busfahren oder Kinder erziehen? Wer beides gleichzeitig bewältigt, hat schon mal einen ordentlichen Applaus verdient!

 

INTERMISSION (IR/GB 2003, John Crowley)

Falls Sie jetzt den Eindruck gewonnen haben, Busfahren sei einfach ein traumhafter Beruf, kommen Sie mal mit nach Irland! Im top-besetzten Regiedebüt des BROOKLYN-Regisseurs John Crowley hat Colin Farrell als Busfahrer Lehiff nicht gerade viel Freude daran, durch Dublin zu kurven…

 

TGV (SN/FR 1998, Moussa Touré)

Auf seiner Strecke von Senegal nach Guinea nimmt Busfahrer Rambo alle mit: Reisende Ehepaare und Handelnde, einen korrupter Finanzminister, Schafe, und zu allem Überfluss auch noch ein weißes Ethnologenpärchen. Na, gute Reise!

 

GODZILLA (US/JP 2014, Gareth Edwards)

Golden Gate Bridge, San Francisco: Für diesen Schulbus und seine Mitfahrer/innen wird es richtig gefährlich – aber der Fahrer bewahrt einen kühlen Kopf und drückt aufs Gas!

 

SOUS LES JUPES DES FILLES (FR 2014, Audrey Dana)

Wir kommen in Paris an und es ist heiß – sehr heiß! Deshalb ändert Fahrerin Julie Ferrier einfach mal die Route!

 

WILDCAT BUS (US 1940, Frank Woodruff)

Klar, so ein Bus muss auch mal repariert werden. Aber, hoppla, wer kommt denn da unter dem Fahrzeug hervor? Damit hat Gauner Paul Guilfoyle nicht gerechnet!

 

BOMBAY TO GOA (IN 1972, Mehmood, S. Ramanathan)

…und weiter geht die Reise. Darf’s vielleicht etwas Musik sein? Die bringen uns auf dem Weg von Bombay nach Goa Mehmood Ali und S. Ramanathan. Der Klassiker des Bollywood-Kinos wirbt mit der einladenden Zeile: „Don’t miss this bus. It is ready to take you on the most enjoyable journey of your life.“

 

GET ON THE BUS (US 1996, Spike Lee)

Mindestens genauso wichtig wie Musik ist auf Busfahrten das Debattieren über die politische und gesellschaftliche Lage: „The year 2000 is here!“

 

SPEED (US 1994, Jan de Bont)

Wussten Sie eigentlich, dass Busse springen können? Man muss nur genug SPEED geben…

 

SKY HIGH (US 2005, Mike Mitchell)

…und es kommt noch besser: Sie können auch fliegen!

 

MONSTERS UNIVERSITY (US 2013, Dan Scanlon)

Im Trickfilmland endet unsere Reise: „Monsters University! Everybody gettin‘ off!“ Aber zackig!

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