Helden der Coronakrise: Sie haben Post!

Die aktuelle Fernsehzeitung, Schokolade und Wein von der besten Freundin, eine Postkarte aus Italien, neues Druckerpapier oder auch gleich eine komplette Homeoffice-Einrichtung? Kommt alles per Post! Unsere Post- und Paketbot/innen sind auch während der Coronakrise tagtäglich für uns unterwegs – und für manche ist vielleicht ihr Erscheinen schon zum Highlight des Tages geworden. Wir bedanken uns mit einer kleinen Hommage in Filmausschnitten…

 

JOUR DE FÊTE (FR 1949, Jacques Tati)

Komik-Koryphäe Jacques Tati zeigte uns bereits 1949, dass der Postbote viel zu tun hat und ständig unter Zeitdruck steht – und manchmal kreative Tricks anwenden muss, um zügig arbeiten zu können:

 

BRIEFTRÄGER MÜLLER (BRD 1953; John Reinhardt)

…und dann kommt Heinz Rühmann, ein Briefträger, wie er im Buche steht, inklusive großem Respekt vor großen Hunden. Allerdings: Geht etwa Post vor Privatsphäre?

 

LE BONHEUR (FR 1965; Agnès Varda)

Zurück nach Frankreich: Agnès Varda inszeniert ein schönes, geschäftiges Alltagstreiben in einer Pariser Postfiliale – inklusive Flirt:

 

PINK FLAMINGOS (USA 1972, John Waters)

Dieser Postbote ist an einen besonders komischen Ort mit besonders komischen Leuten geraten, die ein besonders komisches Paket erhalten. Nagut, es handelt sich auch um einen John-Waters-Film…

 

THE COLOR PURPLE (USA 1985; Steven Spielberg)

Auch auf der Johnson-Farm ist das Ankommen des Postboten ein mit großen Erwartungen gefülltes Highlight – aber nicht immer werden diese Erwartungen erfüllt. Erst Jahre später soll Celie (Whoopie Goldberg) erfahren, dass alle Briefe ihrer Schwester Nettie von ihrem Ehemann abgefangen wurden…

 

FUNNY FARM (USA 1988, George Roy Hill)

Manche Postboten nehmen ihren Job besonders ernst: Sie sortieren alle ihres Erachtens unwichtige Post vorher aus und liefern auch noch einen traditionellen „Rum-Nut-Plum-Raisin-Cake“ ins Haus. Wer wollte da wegziehen?!

 

GOODFELLAS (USA 1990, Martin Scorsese)

Autsch, wo ist denn dieser ahnungslose Postbote hineingeraten? Achso, in eines von Scorseses preisgekrönten Mafia-Dramen…

 

JACOB’S LADDER (USA 1990, Adrian Lyne)

Da ergeht es Postbote Jacob Singer schon besser, dem in Brooklyns Straßen ein Ständchen gesungen wird. Aber was passiert dann?

 

BLUE IN THE FACE (US 1995, Paul Auster, Wayne Wang)

À propos Ständchen: Das gibt auch Madonna als Singing Telegram – mit „Love, love, love from Las Vegas!“

 

IL POSTINO (IT/FR/BE 1994, Michael Radford)

Wenn ein Postbote mit literarischen Ambitionen auf einen Star-Poeten trifft, dann kann es schon mal passieren, dass er angewurzelt stehen bleibt – steif wie ein Laternenpfahl, sozusagen. Oder festgenagelt wie ein Speer. Oder unbeweglich wie der Turm auf einem Schachbrett. Oder stiller als eine Porzellankatze. Oder…

 

JINGLE ALL THE WAY (USA 1996, Brian Levant)

Nicht nur in Coronazeiten haben die Postbot/innen ganz besonders viel zu tun: auch an Weihnachten. Da muss Arnold Schwarzenegger sich ganz schön was anhören…

 

BUDBRINGEREN (NO 1997; Pål Sletaune)

Im Norwegischen nennt sich dieser Beruf übrigens Budbringeren – und wenn man auf ihn keine große Lust hat, findet man alternative Ablagestellen für die tägliche Post…

 

CAST AWAY (USA 2000, Robert Zemeckis)

Erinnern Sie sich noch an Chuck Noland, der nach einem Flugzeugabsturz vier lange einsame Jahre auf einer Südseeinsel überlebt? Ja. Wir alle erinnern uns daran, wie Chuck sein erstes Feuer entfacht, seinen ersten Fisch fängt, und im Volleyball Wilson einen treuen Freund findet. Aber erinnern wir uns auch daran, dass genau dieser Chuck im richtigen Leben ein anspruchsvoller FedEx-Boss ist, der das Versandwesen auf ein neues Level bringen will?

 

SEE SPOT RUN (USA/AU 2001, John Whitesell)

Postbote Gordon ist ein Profi in seinem Job und weiß jede vierbeinige Gefahr abzuwenden, wenn er in die Bleeker Street kommt: Dog Town…

 

SORRY WE MISSED YOU (GB/FR/BE 2019, Ken Loach)

Ken Loach holt uns zurück in die Realität der gnadenlosen Arbeitswelt. Sein jüngstes Werk erzählt von Ricky Turner, der sich als Paketzusteller abschuftet, um seine Familie zu versorgen – und es wird ihm nicht leicht gemacht.

 

von Marie Brüggemann und Michael Kinzer

Überall auf der Welt machen Paketbot/innen einen harten Job – oft für wenig Geld und unter schweren Bedingungen. Ärgern Sie sich nicht, wenn es mal etwas länger dauert mit der Zustellung, oder das schwere Paket nur in den Laden um die Ecke gebracht wurde, statt an die Haustür im 5. Stock. Grüßen Sie freundlich, wenn Sie Post- und Paketzusteller/innen treffen – und laden Sie sie doch mal auf einen „Kaffee“ ein, wie man das im Norden Frankreichs macht:

BIENVENUE CHEZ LES CH’TIS (FR 2008, Dany Boon)

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