Spaziergang im Park

Prächtige Magnolien blühen in Frankfurts Grünanlagen, die Tage werden wieder länger, die Sonne strahlt und lockt uns nach draußen. Aber war da nicht etwas? Richtig, wir bleiben ja zu Hause. Also ein Streifzug durch die Parks dieser Welt im Film. Los geht’s!

 

UMBERTO D. (IT 1952, Vittorio De Sica)

Italien in den frühen 1950er Jahren: Mit strahlendem Sonnenschein und ausgelassener Stimmung im Park unterstreicht Vittorio De Sica die Schwermut seines Protagonisten, dem Pensionär Umberto D. In UMBERTO D. unterstreicht die strahlende Sonne die tragische Situation des Herrn D. Weil der nicht mal mehr sich selbst ernähren kann, will er schweren Herzens seinen Hund Flike aussetzen. Doch der bleibt seinem Herrchen treu, und so spazieren die beiden nach einer dramatischen Szene schließlich einer ungewissen Zukunft entgegen…

 

ON THE WATERFRONT (USA 1954; Elia Kazan)

Diese Parkszene ist immer wieder gerühmt worden für Marlon Brandos Schauspiel: Ein zaghaftes Kennenlernen zwischen Terry und Edie (Eva Marie Saint) in Kazans Krimi ON THE WATER FRONT. Dass Saint ihren Handschuh verliert, stand nicht im Drehbuch – aber Brando hob ihn auf und die beiden improvisierten.

 

MONPTI (BRD 1957, Helmut Käutner)

Paris: Hier spielen wenige Jahre später auch Romy Schneider und Horst Buchholz eine schöne Kennlern-Szene im Park – „die beiden sprechen natürlich nur Französisch!“ Das Filmarchiv des DFF hat den Film 2014 digitalisiert und bringt ihn zu jeder Gelegenheit gerne wieder auf die Kinoleinwand.

 

CLÉO DE 5 À 7 (FR/IT 1962, Agnès Varda)

Im Park Montsouris lässt die Begegnung mit einem Soldaten die junge Cléo, die auf das Resultat einer ärztlichen Untersuchung wartet, für einen Moment ihre Sorgen vergessen und das Leben lieben. Agnès Varda schuf mit dem Film einen Klassiker der Nouvelle Vague.

 

101 DALMATIANS (USA 1961, Diverse)

Let’s go to London. Hier entflammt die Leidenschaft etwas zaghafter – und mit Unterstützung: Will Dalmatiner Pongo wirklich nur sein Herrchen verkuppeln, oder hat er es am Ende selbst auf deren Hündin Perdita abgesehen?!

 

MARY POPPINS (USA 1964, Robert Stevenson)

Von Spielfilm zu Animation und zurück zu Spielfilm – oder etwa doch nicht? Mary Poppins entführt Bert und die Kinder in eines der Bilder ihres alten Freundes, und aus realem Film wird Trickfilm.

 

ZUR SACHE SCHÄTZCHEN (BRD 1968, May Spils)

Und (pseudo-)philosophieren lässt es sich auch wunderbar im Park: Werner Enke ist darin Spezialist, wie er der jungen Uschi Glas beweist. ZUR SACHE SCHÄTZCHEN war Teil der Filmkompilation 70 JAHRE IN 70 MINUTEN, die 2018/19 im DFF gezeigt wurde.

 

MARATHON MAN (USA 1976, John Schlesinger)

Und wer ist noch so unterwegs in den städtischen Parks? Natürlich: Die Sportskanonen. Was sie von Dustin Hoffman lernen können: nicht zu viel auf die Uhr schauen, sonst kommt ganz plötzlich jemand aus dem Hinterhalt und überholt!

 

HAIR (USA/BRD 1979, Milos Forman)

Kontaktverbot? Das hätte den überzeugten Hippies in Milos Formans Verfilmung des 1960er-Jahre-Musicals HAIR gar nicht gefallen! Claude Bukowski guckt schon ganz verunsichert…

 

GOOD WILL HUNTING (USA 1997, Gus Van Sant)

Eine der beliebtesten Szenen in einem der beliebtesten Filme: Im Gespräch auf einer Parkbank macht Sean (Robin Williams) dem jungen Will (Matt Damon) klar, dass man nicht alles, was das Leben ausmacht, in Büchern lernt…

 

NOTTING HILL (GB/USA 1999, Roger Michell)

Der Park eignet sich auch wunderbar als Kulisse für ein romantisches Happy End. Die kleine Parkanlage in NOTTING HILL, in der William (Hugh Grant) und Anna (Julia Roberts) sich zum ersten Mal küssen, gehört wohl mittlerweile zu den bekanntesten der Filmgeschichte. Mit einem „ganz normalen Ehepaar“ in einer heilen Welt endet hier auch der Film.

 

GHOST DOG: THE WAY OF THE SAMURAI (FR/DE/USA/JP 1999, Jim Jarmusch)

Bei Jim Jarmusch geht es ausgesprochen cool zu im Park – und Forest Whitaker schließt Freundschaft, nicht mit einem hungrigen Hund, sondern mit einem kleinen Mädchen…

 

BURN AFTER READING (USA/GB/FR 2008; Ethan & Joel Coen)

„This is where we first met!“: Diese Performance von George Clooney als paranoider Harry Pfarrer mit Frances McDormand ist einfach überragend!

 

KIRSCHBLÜTEN – HANAMI (DE 2008, Doris Dörrie)

Doris Dörrie weckt unsere Vorfreude auf die Kirschblütenzeit: Eine Japanerin lehrt Elmar Wepper im Park den Butoh-Tanz.

 

THE KING’S SPEECH (GB/USA/AUS 2010; Tom Hooper)

Kennenlernen, Verliebtsein, Freundschaft schließen, Philosophieren, Tanzen… fehlt noch was? Aber ja: Man muss auch mal richtig streiten können bei einem Spaziergang im Park – so wie Colin Firth und Geoffrey Rush!

 

TONI ERDMANN (DE 2016, Maren Ade)

…oder sich versöhnen:

 

ABOUT A BOY (GB/USA/FR/DE 2002, Chris & Paul Weitz)

Ach ja, und noch ein Wort zu den Enten: Bitte nicht füttern!

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