DFF kooperiert mit den Internationalen Stummfilmtagen Bonn

Frankfurt wird Nachspielort des Bonner Festivals

Wie lassen sich Stummfilme in Zeiten, in denen im Kino Blockbuster dominieren und immer mehr Streamingportale Zuschauer:innen an sich binden, an ein möglichst breites Publikum bringen? Diese Frage beschäftigt die Internationalen Stummfilmtage Bonn Jahr für Jahr. Aktuell hat sich das Festival mit dem DFF – Deutsches Filminstitut & Filmmuseum einen starken Kooperationspartner gesucht, der das Programm der Internationalen Stummfilmtage (12. bis 22. August) in Teilen auch nach Frankfurt und Wiesbaden bringt. „Wir haben uns in diesem Jahr mit einem neuen Kurator:innenteam, bestehend aus Eva Hielscher und Oliver Hanley, ganz neu aufgestellt und haben überlegt, wie wir die 37. Auflage des Festivals noch sichtbarer machen können“, sagt Sigrid Limprecht, Vorsitzende des Fördervereins Filmkultur Bonn, der die Internationalen Stummfilmtage veranstaltet. „Das brachte uns sehr schnell auf das bundesweit operierende DFF, dem sich damit die Gelegenheit bot, den DFF-eigenen Digitialisierungen ein breiteres Forum zu geben.“

In dieser Woche wurde der Kooperationsvertrag unterschrieben. „Wir sind sehr froh darüber“, sagt Limprecht, „wir hoffen, so ganz neue Zielgruppen für den Stummfilm erschließen zu können und setzen auf eine langfristige Zusammenarbeit, die es uns ermöglicht, gemeinsam Aufbauarbeit für den frühen Film zu leisten.“ Von den rund 20 Filmen, die im August in Bonn gezeigt werden, soll ein Teil, ebenfalls im August in Frankfurt und später in Wiesbaden zu sehen sein. Wann genau, steht noch nicht fest. „In diesem Jahr ist ja ohnehin pandemiebedingt alles noch offen und unklar“, so Limprecht. „Aber wir sind festen Willens, unsere beliebten Open-Air-Vorführungen dieses Jahr wieder anbieten zu können.“

Auch DFF-Direktorin Ellen Harrington begrüßt die neue Partnerschaft: „Wir freuen uns, wenn wir im Sommer Teile des Bonner Programms bei uns auf der großen Leinwand präsentieren können, und zwar nicht nur in Frankfurt, sondern auch im Caligari in Wiesbaden. Ich freue mich, dass einige unserer eigenen Digitalisierungen dabei sein werden – sie verdienen ein großes Publikum.“

Der inhaltliche Schwerpunkt des August-Programms steht laut Limprecht noch nicht fest: „Das Kurator:innenteam hat seine Arbeit aufgenommen und legt jetzt los.“ (fra)

 

Bild: Stummfilmvorführung im Arkadenhof der Universität Bonn 2020 – coronabedingt mit Abstand und Maske.

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