Zum Tag des Fahrrads: ein kleiner Blick in die Filmgeschichte

Von Bianca Sedmak

Anlässlich des Weltfahrradtags am 3. Juni wollen wir die Fahrräder in der Filmgeschichte unter die Lupe nehmen – insbesondere die Fahrräder im Deutschen Film.

Filmstill Immer die Radfahrer
Wolf Albach-Retty, Hans-Joachim Kuhlenkampff, Heinz Erhardt (v.l.n.r.) in „Immer die Radfahrer“ (1958) Quelle: DFF

Im Film IMMER DIE RADFAHRER (DE/AT 1958) wird ganz nebenbei immer wieder betont, wie fit Fahrradfahren hält: Johannes (Wolf Albach-Retty) hat nämlich Ausdauer und steckt so jede Radtour locker weg (sagt seine Ehefrau). Als Jugendlicher hat er mit seinen beiden Freunden Uli (Hans-Joachim Kulenkampff) und Fritz (Heinz Erhardt) eine dreiwöchige Radtour unternommen. Nach knapp 25 Jahren wiederholen sie diese Tour, die zu einer echten Herausforderung mit Irrungen und Wirrungen wird. Einen hübschen Einblick in den Film gibt der Trailer auf filmportal.de – inklusive Ohrwurm „Mit dem Rad Kamerad“.

Filmstill Hin und weg
Volker Bruch, Florian David Fitz, Julia Koschitz, Victoria Mayer, Miriam Stein (v.l.n.r.) in „Hin und weg“ (2013/14) Quelle: Majestic Filmverleih, DFF © Wolfgang Ennenbach, Majestic

Einen traurigen Anlass hat der Fahrradausflug in HIN UND WEG (DE 2014): Hannes (Florian David Fitz) und seine Freunde machen traditionellerweise jedes Jahr eine Radtour – dieses Mal soll es von Frankfurt am Main nach Ostende in Belgien gehen. Ganz unbeschwert beginnt die Reise, bis seine Freunde nach dem Besuch bei Hannes‘ Mutter Irene (Hannelore Elsner) erfahren, dass Hannes an der Nervenkrankheit ALS leidet und in Belgien Sterbehilfe in Anspruch nehmen möchte. Somit wird die Fahrradtour zu einer mit Mutproben gespickten Abschiedstour und gleichzeitig zur Trauerbewältigung. Zum Trailer auf filmportal.de geht’s hier.

Filmstill Der Radfahrer vom San Cristóbal
René Baezan (Mitte) in „Der Radfahrer vom San Cristóbal“ (1988) Quelle: DFF

Zu einem Kampf gegen Korruption wird das Radrennen in DER RADFAHRERR VOM SAN CRISTOBAL (BRD 1988): Santiago Escalante möchte das Radrennen „Tour de Chile“ – und das damit verbundene Preisgeld – gewinnen, um seine kranke Mutter pflegen zu können. Nach und nach muss er aber feststellen, dass das Radrennen ein abgekartetes Spiel zu sein scheint. Seine Chancen, fair zu gewinnen, sinken und so wird Santiagos Kampf zu einem Appell an die Menschlichkeit und Solidarität. Die ersten fünf Minuten des Films (und Santiago auf dem Rad) kann man hier auf filmportal.de anschauen.

Im Kinderfilmklassiker DER LANGE RITT ZUR SCHULE (DDR 1982) wird das Fahrrad zum wilden Mustang: Denn für Alex – der ein großer Fan von Westernfilmen ist – wird sein täglicher Schulweg zum Abenteuer. Sein Fahrrad wird zum Pferd „Zickchen“ – mit ausziehbaren Rückspiegeln am Sattel. Alex muss das Medaillengold vor den „Spinnern aus den Zehnten“ beschützen und sich dabei allerlei Gefahren stellen. Zum Glück steht ihm sein Sportlehrer/Blutsbruder Roter Milan („DEFA-Chefindianer“ Gojko Mitić) zur Seite. So kann er Alex‘ Pferd nach einem Sturz heilen (respektive das Rad gerade biegen). Den Trailer kann man hier anschauen.

Filmstill Das Mädchen Wadjda
Waad Mohammed in „Das Mädchen Wadjda“ (2012) Quelle: Koch Media, DFF, © 2012 Razor Film Produktion

So unbeschwert wie Alex können aber nicht alle Kinder Fahrrad fahren: Bis 2013 war es Mädchen und Frauen in Saudi Arabien gesetzlich verboten, in der Öffentlichkeit Fahrrad zu fahren. Noch bevor dieses Verbot aufgehoben wurde, entstand der Film DAS MÄDCHEN WADJDA (SA/DE 2012). Erzählt wird die Geschichte von Wadjda, die sich­ in ein grünes Fahrrad verliebt und versucht das Geld dafür zusammenzusparen. Das Fahrrad wird in diesem Film zum Symbol der Emanzipation – ein Ruf nach Freiheit. Hier geht es zum Trailer auf filmportal.de.

Filmstill Rad
Rasmus Hamburg in „Rad“ (2001) Quelle: KurzFilmAgentur Hamburg

Doch Radfahren ist nicht ganz ungefährlich: Was alles passieren kann, wenn man in Eile unterwegs ist, zeigt der Kurzfilm RAD (DE 2001), den man sich hier auf filmportal.de komplett anschauen kann.

Und wenn wir schon mal bei den Gefahren sind: Über den schönsten Tod – den Sporttod – unterhalten sich Alexander Kluge und Helge Schneider in einer Ausgabe des dctp-Kulturmagazins „Extremsport Pur: Das Felsenrad“. Hier geht es zum Video.

Abschließend dann noch ein kleiner Blick über den Tellerrand und auf unsere kommende Ausstellung The Sound of Disney (7.8.2020 – 10.1.2021). Denn auch hier finden sich natürlich Fahrräder: Wie zum Beispiel Mr. Toad aus „The Wind in the Willows“ (einem Teil des Disney-Films THE ADVENTURES OF ICHABOD AND MR. TOAD (US 1949)): Die kleine Kröte hatte schon immer eine Schwäche für schnelle Fortbewegungsmittel – warum also nicht auf einem Hochrad, dem Vorgänger des Fahrrads, durch die Gegend fegen?

Oder der schwindelerregende und vor allem unfreiwillige Hochseilakt der Elefanten in DUMBO (US 1941).

Und mindestens genauso aufregend und spektakulär ist das rasante Fahrradrennen von Micky Maus und Konsortien in BARNYARD OLYMPICS (US 1932).

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