Weltpinguintag: Die dunkle Seite der schwarzweißen Geschöpfe

von Jens Kaufmann

Seit 2008 wird am 25. April der Weltpinguintag begangen: Um dieses Datum herum beginnt nämlich die jährliche Wanderung der wohl possierlichsten und beliebtesten Vögel dieses Planeten:

Es gibt wohl kaum ein anderes Tier, welches von Jung und Alt ebenso sehr geliebt wird, wie jene flugunfähigen Fischfreunde, die so putzig auf zwei Beinen umherstolzieren, und dies zeigt sich natürlich auch seit jeher im Kino.

Neben dem allseits bekannten Film DIE REISE DER PINGUINE (La marche de l’empereur, Frankreich 2005. Regie: Luc Jacquet) machen sie etwa als Geheimagenten die Leinwand (un)sicher (PENGUINS OF MADAGASCAR, USA 2014. Regie: Eric Darnell) oder versetzen im britischen Werbefernsehen die vorweihnachtliche Nation in vollständige Entzückung:

Doch so schwarzweiß wie ihr Gefieder ist offenbar leider auch der Charakter dieser Wesen: Der Forscher George Murray Levick war 1912 vom Sexualverhalten der Pinguine derart schockiert, dass er sie als die am meisten verkommenen Tiere der Welt bezeichnete:  “There seems to be no crime too low for these penguins.”

Dies erklärt dann auch zum einen die Schilder im Hagenbeck-Zoo, auf denen eindringlich vor beißenden und Kot spritzenden (kein Witz!) Pinguinen gewarnt wird, wie auch zum anderen jene Filme, in denen die Frackträger überhaupt keine weiße Weste tragen.

Der grandioseste, Hitchcock-würdige Pinguin-Gangster überhaupt ist der sich als Huhn tarnende, stumme und dabei völlig skrupellose Feathers McGraw aus dem Wallace & Gromit Film THE WRONG TROUSERS – quasi der Peter Lorre des Knetfilms (Großbritannien 1993. Regie: Nick Park):

Aber auch die mit Selbstmordbomben ausgestattete Pinguinarmee in BATMAN RETURNS (USA 1992. Regie: Tim Burton) ist in ihrer schieren Abgründigkeit nicht zu verachten – kein Wunder also, dass einer von Batmans Gegenspielern sich nach diesen Tieren benannt hat:

Neben diesen animalischen Gangstern nimmt sich der Held von Disneys „Silly Symphony“ PECULIAR PENGUINS (USA 1934. Regie: Wilfred Jackson) zunächst freundlich und unschuldig aus, jedoch dürfte der – zugegebenermaßen völlig verdiente – Abgang des gefräßigen Hais zartbesaiteten Zuschauer:innen dennoch schwer im Magen liegen:

Wer die zwielichtigen Wesen gerne wieder einmal auf der großen Leinwand sehen möchte, kann sich auch die kommende Sonderausstellung im DFF freuen: Vom 1. Juli an lädt IM TIEFENRAUSCH Besucher:innen in faszinierende Unterwasserwelten ein – auch der ein oder andere Pinguin wird sich sehen lassen!