MISSISSIPPI BURNING

MISSISSIPPI BURNING  Mississippi Burning – Die Wurzel des Hasses
USA 1988. R: Alan Parker
D: Gene Hackman, Willem Dafoe, Frances McDormand. 128 Min

Dass Rassismus nicht erst seit einigen Wochen ein strukturelles Problem der (nicht nur US-amerikanischen) Gesellschaft ist, ist uns allen klar – wahrscheinlich war es das auch schon 1988, als Alan Parkers (MIDNIGHT EXPRESS) Film erscheint. Dennoch war es ein großer Schritt, dass eine hochkarätig besetzte Hollywood-Produktion sich diesem heißen Eisen nähert: Zwei FBI-Agenten werden in den Süden der USA geschickt, um dem Verschwinden eine Gruppe junger Menschenrechtsaktivisten nachzugehen. Die gänzlich unterschiedlichen Agenten durchkämmen dabei nicht nur die hiesigen Sümpfe nach Spuren, sondern sehen sich auch einem ebensolchen der Gewalt, Selbstjustiz und Rassismus gegenüber, der sich von der (weißen) Bevölkerung über die Polizei bis hin in die Stadtpolitik erstreckt.

Grandios gespielt in den Hauptrollen von Willem Dafoe und Gene Hackman wirft der moralische Weg des Films Fragen auf. Und ja, es ist eine zutiefst privilegierte, man möchte sagen „weiße“ Perspektive auf diesen Fall, dem wahre Ereignisse aus dem Jahr 1964 zugrunde liegen. Und doch ist MISSISSPPI BURNING zutiefst unangenehm, mitreißend und schockierend.

Kleine Randnotiz: In Philadelphia, Mississippi, entschied sich der einzige Kinobesitzer seinerzeit dagegen, den Film in sein Programm aufzunehmen, er lohne sich nicht – allein diese Ignoranz macht den Film zu einem wichtigen Zeitdokument.

Verfügbar auf Amazon Prime

Streamingtipp von:

Jan Peschel
Jan Peschel

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